Das Vorbild: Die BMW R 12 war ein Motorrad der Bayerischen Motoren Werke, das 1935 präsentiert wurde und als meistgebautes Vorkriegsmotorrad von BMW gilt. Wegweisend an der R 12 und der gleichzeitig erschienenen BMW R 17 war die erste hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel im Motorradbau; sie hatte 88 mm Federweg.

Mit Seitenwagen war die R12 das Standardgespann der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, wenn auch weniger bekannt als die BMW R 75. Für den militärischen Einsatz wurde sie nur mit Einvergasermotor geliefert. Bis 1942 wurden 36.000 R 12  in München gebaut.
(Auszug aus Wikipedia)

Das Bauprojekt: Beim Bau des Solo-Motorrades der BMW R 12 als zivile Version war ich so von dem Zvezda Bausatz begeistert, dass ich mir vorgenommen habe, auch das Gespann mit Beiwagen als Modell umzusetzen. In diesem Fall wollte ich jedoch bewusst auf Update Sets verzichten und hatte mir vorgenommen das Modell auch innerhalb einer Woche fertig zu stellen. So zumindest die Theorie.

Als Vorbild hatte ich in meinem Fundus von Modellbauzeitschriften eine Ausgabe der Zeitschrift „Model Military International“ in dem diverse Aufnahmen eines Originals zu finden sind, das in einem australischen Museum ausgestellt ist.

Verwendete Materialien:

Bausatz von Zvezda Nr 3607


Nach Abgleich der Modellbauteile mit den Originalaufnahmen fand ich lediglich 6 Stellen, die ich noch etwas verfeinern wollte:

1. Ergänzung von kleinen Befestigungsknöpfen seitlich an den Sitzen
2. Neuerstellung des Haltegriffes vor dem Rücksitz
3. Ergänzung der Federung vom Rücksitz
4. Ergänzung der Batterie (das Teil fehlt im Bausatz)
5. Darstellung einer alternativen Fußraste
6. Entfernen der zusätzlichen Beleuchtungseinheit auf dem Schutzblech des Beiwagens

Die Teile für die Hauptgruppen waren schnell zusammengebaut und es mussten nur minimale Versäuberungen an der einen oder anderen Angussstelle vorgenommen werden. Zur Darstellung der Befestigungsknöpfe an den Satteln für den Vorder- und den Rücksitz habe ich dann dünne Scheibchen aus gezogenem Gussast an den Seiten verklebt und noch etwas dünner geschliffen.


Im nächsten Schritt ging es um die Überarbeitung des Gepäckträgers bei dem die Ecken wie beim Original abgerundet wurden sowie dem Haltegriff für den Beifahrer. Das im Bausatz enthaltene Teil, der eher dem Griff eines Spatens ähnelt, konnte ich auf keinem Foto von einem Original finden. Daher habe ich das Teil mit Hilfe eines Metallrundprofiles neu erstellt und ersetzt.

Schließlich ergänzte ich noch einen Rahmen unter dem Sattel aus dünnem Plastikstreifen und ergänzte die Sattelfederung unter Verwendung von feinem Metalldraht.


Das einzige Teil, das Zvezda im Bausatz nicht berücksichtigt hat ist die Batterie, die aus Plastikmaterial schnell angefertigt war und vor dem hinteren Schutzblech auf der linken Seite am Rahmen an der bereits vorhandene Halterung angebracht werden konnte.


Bevor es mit der Bemalung losging, habe ich noch die beiden Fußrasten aus dünnem Rundmaterial für den Fahrer entsprechend der Vorbildversion anstelle der beiden Platten ergänzt. Ich musste diese aber dann mehrfach wieder ankleben, weil sie mir in den folgenden Arbeitsschritten mehrmals abgebrochen sind. Nach einer Grundierung des Rahmens, des Beiwagens und der Räder mit Mr Surfacer Grey 1500 habe ich mir aus Tamiya German Grey und Light Grey einen etwas helleren Farbton als German Grey zusammen gemischt, damit das Fahrzeug nach den noch folgenden Washes nicht zu dunkel wird. Nach Versiegelung mit Future und einer dünnen Schicht Haarspray wurde ein noch etwas hellerer Grauton über die Teile genebelt und dann an vielen Stellen mit Hilfe von Wasser und Pinsel sofort wieder entfernt, um Abnutzungsspuren darzustellen.

Der Motorenblock erhielt eine Grundierung in seidenmatter schwarzer Farbe und dann einen Farbauftrag mit Vallejo Aluminium, wobei nach Versiegelung mittels brauner und schwarzer Ölfarbe die Details hervorgehoben werden konnten. Die Versiegelung war mir insofern wichtig, da ich schon erleben musste, dass nach Auftrag des Washes mit verdünnter Ölfarbe die Metallfarbe darunter gelitten hat.

Schließlich erhielten die Reifen noch einen Farbauftrag mit Tamiya Rubber Black und dann konnte ich nach dem Einfügen des Motorblocks auch das Hinterrad anbringen.

Im nächsten Schritt erfolgte die Verkabelung des Motors mittels dünner Leitungen aus flexiblem Plastikmaterial und schwarzem dünnen Draht gemäß den mir vorliegenden Fotos vom Original. Nach einer letzten Schicht Future konnte ich die Abziehbilder anbringen, bei denen das leidige Silvering erfreulicherweise nicht auftrat.

Nach Bemalung von Details wie die Rücklichter, die seitlich am Beiwagen angebrachte Ledertasche und der zusammengerollten Decke auf dem Reserverad waren dann nur noch die Bowdenzüge am Vorderrad zu ergänzen. Hier verwendete ich einen über einer Kerze erhitzten und dann zu dünnen Fäden gezogenen Gussast vom Bausatz.

Für das BMW Logo lag dem Bausatz leider kein Abziehbild bei, weshalb ich dieses aus dem Internet kopierte, auf die richtige Größe skalierte und anschließend das auf glänzendem Fotopapier ausgedruckte Logo ausstanzte und an den Seiten des Tanks vom Motorrad anbrachte.

Damit das Gespann noch besser wirkt, beschloss ich noch die zwei beiliegenden Figuren zu verwenden. Alternativ zu diesen gibt es noch die Option den Motorradfahrer zusammen mit einem Schwein im Beiwagen darzustellen, wovon sogar eine entsprechende Fotografie im Bauplan enthalten ist, die dieses ungewöhnliche Duo als Originalaufnahme zeigt


Bei den Figuren, die zwar etwas groß erscheinen aber sehr schön umgesetzt sind, habe ich einige der Details noch etwas mit Hilfe meines Bastelmessers betont. Die Stellen an denen Teile wie Gasmaskenbehälter, Feldflaschen und Ähnliches an der Figur angebracht sind, wurden noch so bearbeitet, dass die Teile stimmig mit der Oberfläche verschmelzen und nicht einfach aufliegen.

Für die Köpfe fanden sich dann noch etwas bessere Alternativen aus Resin in meiner „Sammlung“ und nach Bemalung der Figuren mit Acryl- und Ölfarben folgte nur noch die Ergänzung von Abziehbildern für die Abzeichen an den Uniformen.

Beim Bordschützen, der im Beiwagen das MG bedient, wurde es noch etwas knifflig, denn ich musste noch die Arme und Hände etwas bearbeiten, damit diese dann zusammen mit dem MG 34 einen stimmigen Eindruck ergaben.


Schließlich fanden beide Figuren ihre Plätze auf dem Gespann und warten jetzt darauf, dass ich für das Modell noch eine passende Grundplatte anfertige.


Die Grundplatte habe ich nach meinem bewährten „Kochrezept“ erstellt:
Billigrahmen von TEDI kaufen, Plastikplatte zuschneiden und grundieren und dann eine passende Landschaft aus Magic Sculp aufmodellieren. Mit einem kleinen Zaun aus Plastik und Holzteilen wurde die Feldstrasse noch etwas aufgepeppt und nach Bemalung mit Pflanzen von Mininature kultiviert.


Fazit: Der Bausatz von Zvezda ist wirklich sehr gut gelungen und ermöglicht für knapp 20 Euro auch ohne Zurüstteile den Bau eines tollen und überzeugenden Modells. Noch zu betonen ist dabei, dass Zvezda die Speichen der Räder für Spritzguss in einer guten Qualität umsetzen konnte. Diese können zwar nicht mit den neuen, als 3D Druck umgesetzten Teilen von Update Sets mithalten, bewegen sich aber trotzdem noch in einem akzeptablen Bereich und fallen nicht unangenehm auf.

Die Vignette ist im Juni im Spielwarengeschäft Werken – Spielen – Schenken in Berlin in der Schloss-Straße zu sehen.

Erhältlich im gut sortierten Fachhandel.

Gert Brandl, Berlin (März 2026)

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