Original: Der Citroën 2CV war ein populäres Fahrzeug des Autoherstellers Citroën mit Frontantrieb und einem luftgekühlten Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor. Er wurde in Österreich und Deutschland meistens „Ente“ und in der Schweiz „Döschwo“ genannt. Als erster Kastenwagen mit Frontantrieb wurde der 2CV AU, auch „Kastenente“ genannt, schnell zu einem Kult. Seine direkte Verwandschaft mit dem 2CV konnte der Kastenwagen nicht leugnen, seine Funktionalität und die Modellvarianten gingen stets mit der Zeit. Der 2CV AU, AZU, AK und AKS prägten ab 1951 drei Jahrzehnte lang das Straßenbild in Frankreich und Europa, bis ihn 1978 der Acadiane ablöste. Die ab Frühjahr 1951 eingeführten Lieferwagen auf Basis des 2CV unterschieden sich von der Limousine ab der B-Säule. Der Lieferwagen hatte bei Citroën die Bezeichnung „Fourgonnette“. In Frankreich und der Schweiz war die 2CV Fourgonnette häufig bei der Post und kleineren Gewerbebetrieben anzutreffen. Auch wurde die Kastenente bei der Feuerwehr als Einsatzfahrzeug genutzt und war ein hilfreiches Service-Fahrzeug für Citroën -Autowerkstätten. In Deutschland hingegen war es eher die Möglichkeit, ein günstiges, zum Wohnmobil umgebautes Fahrzeug zu erlangen, das oft ausschlaggebend war. Technisch machte der Kastenwagen fast die gleichen Entwicklungsschritte wie die Limousine. Mitte 1978 wurde die Fertigung des auch als Kastenente bezeichneten Lieferwagens eingestellt. (Heller)



Bausatz: Schon 2024 wurde der Kastenwagen von Heller angekündigt. Endlich, zwei Jahre später, ist der Bausatz erhältlich. Die Fourgonette basiert auf dem 2 CV- Limousinen-Bausatz. Der neue Bausatz beinhaltet ca. 111 Teile. Der Bau beginnt bei der Montage des Fahrzeugrahmens mit den Vorder- und Hinterachsenschwingen. Der Limousinen-Rahmen erfährt eine Kürzung wie auch später die Abgasanlage. Betrachtet man diese Teile dazu, stellt man am Rahmen und an den Schwingen einige Sinkstellen fest. Dazu gesellen sich noch einige Auswurfmarkierungen dazu, was nicht weiter tragisch ist. Hinzu kommen noch einige sichtbare Trennlinien, teilweise durch Formenversatz sowie Ansätze von Fischhaut. Bei Nichtgefallen lassen diese sich relativ einfach bearbeiten. Diese kleinen Makel finden sich an den Spritzrahmen der formtechnisch älteren Limousinen-Teile. Anders die speziellen Teile der Kastenversion. Bis auf einigen Auswurfmarkierungen im Innenbereich gibt es nichts zu bemängeln. Die Außenkarosserie weist sehr gute äußere Oberflächenstrukturen auf. Besonders erwähnenswert ist der Heckbereich des Kastenaufbaues. Hier hat der Modellbauer die Wahl sich für eine frühe bzw. späte Version zu entscheiden. Hierzu spielt für das Kennzeichen am Dach die Beleuchtung die ausschlaggebende Rolle. Eine dritte Variante steht für die Exportvariante mit dem Kennzeichen an der linken Hecktür. Das Fahrzeug fällt Innen recht spartanisch aus. Einfach und funktionell wie beim Original. Sogar die Sonnenblenden wurden nicht vergessen. Das Armaturenbrett und die „Campingbestuhlung“ fallen absolut authentisch aus.



Im Motorraum sollte der Modelbauer noch für die nötige Verkabelung sorgen. Der Motor ist zwar recht ordentlich wiedergegeben, kann aber noch ein paar Zusatzdetails vertragen. Haube und Türen lassen sich offen oder geschlossen darstellen. Hierzu unbedingt die Montagehinweise der Anleitung beachten. Die Verglasung für das Fahrzeug fällt in der Materialstärke und Qualität absolut zufriedenstellend aus. Minimale Unregelmäßigkeiten kann man den Rändern der Front- und Hecktürscheiben feststellen, die man getrost ignorieren kann. Ohne Makel hingegen kommen die Scheinwerfergläser und Rückleuchten daher.
Die Bereifung – aus weichem Vinyl – weist ein feines Profil sowie eine authentische Reifenbreite auf. Eine Reifenherstellerangabe an den Flanken ist nicht zu sehen.



Bauanleitung/ Bemalung: Die 24-seitige Bauanleitung führt einfach und übersichtlich durch 63 Bauabschnitte. Bei der Bemalung greift der Hersteller auf das firmeneigene Farbsortiment und das von Revell. Hier weist allerdings das Farbenangebot von Revell einige Lücken auf. Der hervorragende Decalbogen mit teilweisen zeitgenössischen Decals ist sauber und randscharf gedruckt. Kennzeichen mehrerer Nationalitäten stehen zur Verfügung. Interessant sind wie immer die französischen Kennzeichen. So ist das Citroën- Servicefahrzeug zulassungstechnisch einmal mit der 61 im Département de l’Orne, westlich von Paris und mit neuerem Eurokennzeichen 57 für das Département Moselle nahe Saarbrücken unterwegs. Die Feuerwehrvariante steht mit der 29 im Département du Finistère / Bretagne.




Fazit: Absolut Empfehlenswert! Die 24-fache Verkleinerung der Fourgonette fällt erstklassig aus. Heller bleibt seiner Tradition treu und beliefert weiterhin den Modellbaumarkt mit Modellen französischer Automarken. Ein erfreulicher Trend. Mit der neuen Generation von Modellbausätzen haben die Franzosen In Sachen Qualität und Detaillierung stark aufgeholt und sich einen festen Platz in der Modellbauoberliga ziviler Fahrzeuge gesichert. Preis und Leistung gehen hier voll in Ordnung. Erhältlich ist der Bausatz bei gut sortierten Modellbauhändlern oder im Versandhandel.
Alexander Hilbig, Berlin (April 2026)

