Vorbild: Die LET L-23 Super Blanik ist ein doppelsitziges Segelflugzeug aus tschechischer Produktion, welches vorwiegend im Schulbetrieb eingesetzt wird. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des Typs LET L-13 Blanik von 1958. Der Erstflug der L-23 war 1988. Bis heute hat der Hersteller LET Kunovice davon über 3000 Exemplare ausgeliefert. Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine robuste Aluminiumkonstruktion mit stoffbespannten Steuerflächen. Ebenfalls ist eine einsitzige Version unter der Bezeichnung LET L-33 Solo erhältlich.

Bausatz: Nach dem Start 2025 hat KP für dieses Jahr zwei weitere Auflagen mit neuen Decalversionen angekündigt. Verpackt ist der Bausatz in einem recht dünnen Karton, der eine Seitenöffnung hat. In einem wiederverschließbaren Klarsichtbeutel befindet sich der einzige Spritzgussrahmen mit den insgesamt 22 blaugrauen Plastikteilen. Hinzu kommt ein Rahmen mit drei gesondert verpackten Klarsichtteilen, um Kratzschäden zu vermeiden, die Anleitung und die Abziehbilder.

Da es sich um eine neue Form handelt, sind die Bauteile frei von Flash. Die Oberflächen sind satiniert und weisen eine sehr ordentliche Detaillierung auf. Die Cockpitinnenseiten verfügen über angedeutete Strukturen, die aber weiter detailliert werden könnten, das Sprechmikrofon fehlt zum Beispiel. Die Armaturenbretter sind mit angedeuteten Instrumenten versehen, für die aber ein Decal fehlt. Ebenso werden Gurte für die Sitze vermisst. Wenn man keine Figuren einsetzen möchte, kommt man um entsprechende Nachrüstungen nicht herum, da durch die Vollsichthaube der Innenraum sehr gut einsehbar ist. Sinkstellen in der Oberfläche sind keine vorhanden und die Auswerfermarken sind an später nicht einsehbaren Stellen platziert.

Ein kleiner Gussast enthält die drei Klarsichtteile, von denen aber nur die Haube benötigt wird. Diese erlaubt nur eine geschlossene Darstellung. Das Glasteil ist für den Maßstab in Ordnung, wenn auch nicht überragend klar. An den glatten Innenseiten des Rahmens sollten noch die für Segelflugzeuge obligatorischen Hauben-Notabwurfknöpfe scratch erstellt werden.

Bauanleitung/Bemalung: Die Anleitung besteht aus einem einzigen, mittig gefalteten, DIN A4-großen Blatt in schwarz-weiß. Erfreulicherweise sind sowohl die Zeichnungen als auch die Beschriftungen ausreichend groß gedruckt, eine Lupe wird nicht benötigt. Die Farbangaben gelten für Humbrol-Farben, von denen 12 Farbtöne benötigt werden.

Der Decalbogen ist auf hellblauem Papier gedruckt und enthält insgesamt 60 Schiebebilder. Der Druck ist glänzend mit wenig Trägerfilm. Farbversatz ist nicht zu erkennen, die Hoheitszeichen sind sogar randscharf gedruckt. Insgesamt hat man die Auswahl unter zwei tschechischen und je einer ungarischen bzw. britischen Maschine. Auf der Rückseite des Kartons sind die Markierungsvarianten samt den zu verwendenden Farben dargestellt.

Fazit: Den vorliegenden Bausatz hat KP Model letztes Jahr neu herausgebracht. Davor gab es für die L-23 Super Blanik in 1/72 nur einen Resinbausatz von CMR. Wer lieber mit Plastik arbeitet, hat jetzt eine Alternative. Aufgrund der geringen Teilezahl ist der Bausatz auch Anfängern geeignet. Fortgeschrittene Bastler werden im Innenraum weitere Detaillierungen vornehmen, für die sich im Internet genügend Anschauungsmaterial finden lässt. Da das Original weit verbreitet ist, empfiehlt sich auch der Besuch eines Segelfluggeländes in der Nähe, um eigene Bilder zu machen. Alle Vereine haben heutzutage eine Homepage, auf der ihr Fluggerät aufgelistet ist.

D. J. Schiller, Berlin (Mai 2026)

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