Am 22.05.2026 war es so weit und die IPMS Deutschland durfte das Gefechtsübungszentrum Heer bei Letzlingen besuchen. Für die Organisation des Besuches noch einmal ein herzliches Dankeschön an unser Clubmitglied Steve.

Am Treffpunkt angekommen, sammelte sich unsere kleine Gruppe und wurde kurz darauf auch schon von einem Bus der Bundeswehr abgeholt, um auf das Gelände gebracht zu werden. Unsere erste Station war die Übungszentrale, in der wir einen sehr guten Vortrag von Hauptmann Helle erhielten, mit einem groben Überblick über die Geschichte des Geländes, die aktuelle Nutzung sowie die sehr interessante Technik, mit der vor Ort trainiert wird.
So erfuhren wir, dass die Stadt, zu der das Gelände gehört, durch das Gefechtsübungszentrum flächenmäßig die drittgrößte „Stadt“ Deutschlands ist. Das Gelände des Gefechtsübungszentrums allein umfasst ca. 240 km² und bietet zudem vielen Menschen in der Region Arbeitsplätze.
Danach folgte noch ein Exkurs in die moderne Technik mit dem Lagezentrum, in dem alles, was auf dem Übungsgelände passiert, in Echtzeit überwacht und ausgewertet werden kann und im Nachhinein aufgearbeitet wird. Wir erfuhren, wie das Ausbildungsgerät Duellsimulator, kurz AGDUS, funktioniert und welche Möglichkeiten man damit hat.
Nachdem wir mit Kaffee und Keksen gestärkt waren, sollte es noch in den Einsatzraum gehen, in dem alles Überwacht und gesteuert wird, allerdings waren die Mitglieder so heiß auf die Fahrzeuge, dass dieser Punkt irgendwie untergegangen ist.



Also alle wieder ab in den Bus und auf zu den Fahrzeugen, die aktuell vor Ort standen. Drei Fahrzeuge wurden für uns sogar extra geöffnet und wir durften alles ausgiebig erkunden und anfassen, wann darf man das schon einmal? Auffällig waren an jedem Fahrzeug die für das AGDUS benötigten Detektoren sowie die Laser an den Waffenstationen.
Neben den drei Hauptakteuren Leopard 2A5, TPz Fuchs 1A4 sowie Marder 1A3 konnten wir auch noch ganz nah an die untergestellten Wiesel und Boxer heran und sogar ein paar Triebwerke gab es zu bewundern. Für uns Modellbauer ein wahres Schlaraffenland.





Nachdem wir mehr oder weniger von den Fahrzeugen getrennt werden mussten, ging es erneut in den Bus und ab auf das Übungsgelände, vorbei an der Panzerwaschanlage und immer der Hauptstraße entlang. Während der Fahrt bekamen wir interessante Informationen zu Bunkeranlagen noch aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, als das Gelände noch Heeresversuchsplatz (HVP) Hillersleben hieß.



Nach ein paar Kilometern erblickten wir dann die ersten Vorboten der Übungsstadt Schnöggersburg. Einen kleinen Bahnhof, eine Art Chemieunternehmen und dann waren wir auch schon mitten in der Stadt. Über den künstlich angelegten Fluss, welcher von mehreren Brücken überspannt wird, von denen jede auf Schienen beiseitegeschoben werden kann, um eine Zerstörung zu simulieren, ging es weiter bis zu unserem ersten Halt und plötzlich standen wir mitten in einem U-Bahnschacht.
Hier wurde die Stimmung schon etwas merkwürdig, wenn man die Reste der letzten Übung sah, bei der der Schacht als Sanitätseinrichtung genutzt wurde. Wie es wohl ist, wenn hier nicht alles hell beleuchtet ist, überall Rauch durch Nebelmaschinen steht und überall Gewusel und Geschrei herrscht?


Viele Gebäude haben auch einen „Zweck“. So gibt es ein Radio, einen Kindergarten, ein Krankenhaus usw. Natürlich ist dort nicht wirklich ein Kindergarten, aber die Truppenführer müssen entscheiden, wie wichtig das eine oder andere Gebäude ist und wofür es genutzt werden kann.
Die Stadt verfügt über verschiedene Stadtstrukturen: Neubaugebiet, Plattenbau, Altstadt und die damit verbundenen Schwierigkeiten wie enge Straßen, hohe Gebäude und vieles mehr.




Auffällig sind natürlich die, wie auch an den Fahrzeugen zu findenden, AGDUS-Sensoren an den Gebäuden. Diese können nicht nur simulieren, ob ein Gebäude zerstört wird, sondern auch verschiedene Arten von Treffern registrieren und gegebenenfalls darstellen, ob Soldaten in den Räumen verwundet oder getötet werden.


Ebenfalls einer der aktuellen Schwerpunkte ist natürlich der Krieg in der Ukraine. Seitdem wird auch hier der Stellungskrieg mit der Bedrohung aus der Luft durch verschiedenste Arten von Drohnen nachgeahmt. Diesen Teil des Geländes haben wir jedoch nicht gesehen.
Wohl aber bemerkte man, dass wir uns in Deutschland befinden, da tatsächlich auch auf Arbeitsschutz und andere Vorschriften geachtet wird. So können Hubschrauber beispielsweise nur auf drei Gebäuden in der Stadt landen, da diese über entsprechende Absturzsicherungen verfügen. Auch zerstörte Gebäude besitzen teilweise abgerundete Kanten, damit sich niemand verletzt. Das Gelände dient schließlich dem Übungsbetrieb und daher soll natürlich alles so sicher wie möglich gestaltet werden.


Ein unglaublich interessanter Tag und eine sehr sympathische Bundeswehr. Wer möchte, kann sich ebenfalls mit einer Gruppe für eine Besichtigung anmelden, denn diese war nicht exklusiv für uns.
Danke noch einmal für die Organisation sowie an Herrn Helle und den sehr geduldigen Busfahrer.

Florian Schuster, Berlin (Mai 2026)

