Entwicklung, Unterschiede, Bausätze

Die dritte Generation (R / MiG-21S / SM (M, MF) / SMT (MT)

Einstieg MiG-21R/RF

Mitte der 1960er-Jahre begann das OKB Mikojan, auf der Basis der MiG-21PFM einen Aufklärer zu bauen. Um die Mitnahme eines der vier Unterrumpfbehälter zu ermöglichen, entfiel der Treibstoffträger an dieser Stelle. Als Ausgleich erhielt die MiG-21R zwei zusätzliche Unterflügelpylone an denen je ein Zusatzbehälter mit 490 Liter angebracht werden konnte sowie einen weiteren Tank im vergrößerten Rückentunnel. Auch das Erzeugnis 94R konnte Waffen mitführen. Die Produktion lief in Gorki von 1965 bis 1971. Als Triebwerk diente das R-11F2S-300, später das R-13. Eine Sonderausführung für Ägypten wurde als MiG-21RF bezeichnet. Die Kameraausrüstung befand sich an der Stelle, an der die Maschinen der dritten Generation ihre Kanone tragen.

Mehrere Modellbaufirmen (Condor, Eastern Express, IOM-Kit u.a.) haben in den letzten dreißig Jahren MiG-21R herausgebracht. Die meisten basierten auf dem Modell der MiG-21MF von Kovosavody Prosteov. Ein zusätzlicher Gussast enthielt die Tragflächenantennen und einen Aufklärungsbehälter.

Fujimi ergänzte 1991 sein Modell ebenfalls um diesen Behälter, allerdings ohne die Antennen an den Tragflächenenden. Hauptkritikpunkt ist auch hier die Verwendung des Rückentunnels der MiG-21bis.

Nur die R.V. Aircraft MiG-21RF enthält alle Teile für die ägyptische Sonderausführung. Diese werden als Resinteile beigelegt.2017/20 brachte Kovosavody Prosteov ebenfalls eine MiG-21R heraus die jedoch nicht auf dem hauseigenen in die Jahre gekommenen Modell aufbaute, sondern das von RVA nutzte. Rumpf und andere Zusatzteile kamen aus dem eigenen Formenbau. Auf Ätz- und Resinteile wurde verzichtet.

Diese Modelle werden jetzt endlich von den Eduardausgaben abgelöst. Die Qualität der Gravuren und die umfangreiche Detaillierung kennen wir bereits von den anderen MiG-21. Die gesamte Rumpf-Tragflächenkonstruktion ist neu. Ein weiterer Gussast bietet alle mölglichen Aufklärungsbehälter zur Auswahl. Schade, dass die ägyptische Variante nicht berücksichtigt wurde.

Die Jäger und Jagdbomber

MiG-21S

Die MiG-21S übernahm die Veränderungen der RF, konnte wie die PFM einen Kanonenbehälter mitnehmen und erhielt das neue Radargerät RP-22, welches den Einsatz der radargelenkten Rakete R-3R ermöglichte. Einige Maschinen waren nuklearfähig.

2010 brachte Kopro eine MiG-21S auf Basis der alten KP MiG-21MF heraus. Um eine saubere S zu erhalten sind einige kleine Änderungen (Periskop, Schmutzabweiser, Gravuren) notwendig.

MiG-21SM

Zum Ausgleich einiger Schwächen erfolgte unter Beibehaltung der Grundstruktur eine Modernisierung. Diese beinhaltet vor allem das neue Triebwerk R13-300 und die integrierte 23mm Kanone GSch-23. Äußerlich fallen kleine Veränderungen, wie das Periskop auf dem Kabinendach und die Fremdkörperabweiser unter den Startklappen, auf.

2013 haben RV Aircraft und Kopro gleichzeitig in Kooperation eine MiG-21S/SM herausgebracht. Das Modell unterscheidet sich nur durch die Abziehbilder von einer MiG-21MF.

MiG-21M

Wie üblich gab es auch von diesem Muster eine leistungsschwächere Exportausführung. Vereinfacht gesagt war die M eine Mischung aus SM (Zelle, Kanone) und PFM (Triebwerk, Radar, Kabinenhaube). Einige Maschinen hatten auch die Radarwarnempfänger wie die R an den Tragflächenenden. Periskop und Schmutzabweiser wurden oft nachgerüstet. Nur die Seriennummer ist ein sicheres Indiz für eine MiG-21M.

MiG-21MF

Diese weitere Exportausführung erhielt, bis auf wenige Ausnahmen, das stärkere R13-300. Nur das Radar war weiterhin das weniger leistungsfähige RP-21MA. Schmutzabweiser und Periskop waren serienmäßig.

Von dieser Version gibt es die meisten Modelle. Matchbox und KP gingen 1983/84 zeitgleich an den Start, allerdings mit gravierenden Unterschieden. Die aus 29 Teilen bestehende Matchbox MiG hat eine spielzeugähnliche Detaillierung, die Gravuren sind firmentypisch. Das Fahrwerk hat „Storchenbeine“ und diese sind für das Modellgewicht zu dünn. Nach einiger Zeit hat diese MiG dann O-Beine.

Das KP-Modell sollte für lange Zeit der Maßstab aller Dinge sein. Genaue Abmessungen, mit ca. 50 Teilen für den Erscheinungszeitpunkt eine gute Detaillierung, auch die erhabenen Strukturlinien waren akzeptabel. Diese MiG-21MF wurde und wird bis heute von den verschiedensten Firmen (AGA, Mastercraft, Parcmodels, Smer) aufgelegt, wobei diverse Änderungen angeboten werden.

 

Kopro brachte sie 2010 letztmalig auf den Markt.

1991 traf aus Fernost eine MiG-21MF von Fujimi ein. In punkto Detaillierung, Gravuren und Teilezahl (80) hob sie sich von den anderen Modellen vorteilhaft ab. Bis auf ein Problem, das was das Cover versprach, war leider nicht in der Schachtel. Diese „MF“ entpuppte sich als MiG-21bis. Das änderte sich auch bei den zahlreichen Nachauflagen nicht. Der bei früheren MiG-Bausätzen kritisierte Rumpfquerschnitt wurde ebenso wie die verrutschte Position der Radbeulen am Rumpf beibehalten.

2013 brachte R.V. Aircraft für den erfahrenen Modellbauer einen anspruchsvollen Short-Run-Kit heraus. Für diesen galt es ca. 80 Plastik-, Resin und Metallteile zu verbauen. Abmessungen und Detaillierung bieten mehr als bisher erschienene Modelle. Allerdings gibt es kleine Unstimmigkeiten am Rumpf. Ob die zahlreichen Nieten für diesen Maßstab realistisch sind, muss jeder für sich entscheiden. Auch gab es hier eine MFN.

Basierend auf dem RVA-Kit legte KP 2017 eine überarbeitete „Weekend“-Ausgabe vor. Neben dem Verzicht auf Resin und Metallteile wurde der Rumpffehler beseitigt. Wie bei dieser Firma üblich gab es Bausätze mit unterschiedlichen Abziehbildern.

2018 trat der MiG-21 Modellbau in eine neue Ära ein. Die 48er MiG von Eduard erhielt einen kleinen Bruder und dieser übertraf den Großen in Detaillierung und konstruktiven Lösungen. Mit Abmessungen, Teilezahl (150) und Gravuren deklassierte Eduard alle Mitbewerber. Es gibt nicht nur eine MiG-21MF. Neben den Unterschieden der Produktion von Gorki und Moskau steht auch die tschechische MFN zur Verfügung. Obwohl das Grundmodell schon Extraklasse ist, liefert Eduard noch zahlreiche Verbesserungssets.

Die Bausätze enthalten als ProfiPack Lackiermasken, Ätzteile für das Cockpit, Resinteile und einen umfangreichen Abziehbilderbogen. Für den weniger anspruchsvollen Modellbauer bietet Eduard in der Weekend Edition eine abgespeckte Ausgabe. Neben den gleichen Plastikteilen enthält der Decalbogen nur zwei Dekomöglichkeiten sowie Abziehbilder für die Instrumente und Sitzgurte. Allerdings wurde das inzwischen geändert und der Bausatz bietet jetzt vier verschiedene Dekorationen.

MiG-21SMT

Um die geringe Reichweite der MiG-21 in der Jagdbomberrolle zu verbessern und gleichzeitig anstelle der Zusatzbehälter Waffen anhängen zu können, wollte das Konstruktionsbüro den internen Kraftstoffvorrat erhöhen. Dazu wurden die Rückenrumpfbehälter verbreitert und verlängert. Das größere Gewicht und die veränderte Aerodynamik negierten die gewünschten Verbesserungen. Auch das leistungsstärkere Triebwerk konnte daran nichts ändern. Der SMT war kein Exporterfolg beschieden. Selbst die sowjetischen Luftstreitkräfte flogen nur wenige Maschinen, teilweise in der abgespeckten Ausführung MT.

Das erste MiG-21SMT Modell brachte 1986 die sowjetische Firma PO Mir heraus. Das short run Produkt verfügte über eine geringe Oberflächengestaltung und eine große Materialstärke. Mit einer guten Maßhaltigkeit, den ca. 40 Teilen und zahlreichen Waffen konnte es sich durchaus sehen lassen. Bemalungsvorschläge und Abziehbilder fielen sehr dürftig aus. Aber sie war außerhalb der UdSSR kaum zu bekommen.

1991 kam bei Fujimi neben anderen Versionen auch eine MiG-21SMT auf den Markt. Neben guten Details und Gravuren treten auch hier die gleichen Schwächen wie bei den frühen Serien auf. Allerdings gibt ein neuer Gussast die typische SMT Rückengestaltung (Tank, Seitenleitwerk) gut wieder.

2001 brachte Condor ebenfalls eine MiG-21SMT heraus. Diese basiert auf der MiG-21MF von KP. Neu ist der SMT Rumpf. Das gleiche Modell legte dann auch Eastern Express auf.   

Mit der SMT startete RV Aircraft 2012 eine ganze Reihe der späten MiG-21. Es ist ein typischer Multimediakit der neben einem Gussast mit Tragflächen und Kleinteilen, der allen Modellen beiliegt, einen mit dem SMT-Rumpf enthält. Diese werden durch Ätzteile und ein Resincockpit ergänzt. Die Gravuren sind sauber, aber für diesen Maßstab für meinen Geschmack viel zu viele.

Jürgen Willisch, Potsdam (Mai 2026)

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