Vorbild: Das Mirage F.1 Mehrzweckkampfflugzeug wurde von der französischen Dassault Aviation entwickelt und gebaut. Der Schulterdecker mit pfeilförmigem Flügel und Sägezahn zeichnete sich u.a. durch ein geringes Gewicht, hohe Fluggeschwindigkeit mit Mach 2+, geringe Landegeschwindigkeit, hohe Manövrierfähigkeit und guten Tiefflugeigenschaften aus. Als Triebwerk wurde ein Atar-9K verwendet. Was 1964 in Eigeninitiative begann, wurde ab 1966 politisch und wirtschaftlich eine der besten Alternativen für die französische Luftstreitkräfte. Der Erstflug erfolgte Ende 1966 und ab März 1974 wurden die ersten Flugzeuge der Serie F.1C ausgeliefert. Danach folgte eine Vielzahl von F.1 Exportversionen und der F.1B Trainer. Gleichzeitig wurde der Einsatzradius für die F.1C bei der Armée de l’Air durch Spezialisierung und Aufwertung erhöht. Anfang der 1990 Jahre entstand durch Einbau verbesserter Avionik und Vergrößerung der Bewaffnungsmöglichkeiten die Mirage F.1 CT. Diese wurde bei mehreren Konflikten in Europa, Afrika und Asien eingesetzt. Von der Mirage F.1 wurden in allen Varianten ca. 730 Stück gebaut, davon ca. 250 für Frankreich.
Modell: Seit 2016 erscheint bei Special Hobby die Mirage F.1 in den unterschiedlichsten Ausführungen (CR, EQ, AZ). Mit der F.1CT ist nun wieder die letzte Generation erhältlich, welche bei den französischen Luftstreitkräften bis 2013 im Einsatz stand (bisher nur im Duo Pack von SH oder als Revell Ausgabe). Der feste Stülpkarton beinhaltet alles für die entsprechende Version: Ein zwölfseitiges Heft, in dem die 13 Bauabschnitte und vier Markierungsvorschläge abgebildet sind, ein Decalbogen mit den entsprechenden Nassschiebebildern und acht graue und einen klaren Spritzgussrahmen mit über 120 Teilen. Inklusive der Rahmen K mit den für diese Ausführung speziellen Außenlasten. Dies alles ist auf zwei Tüten aufgeteilt, wobei die Rumpfhälften separat verpackt sind.

Alle Komponenten sind sauber abgespritzt, und die Detaillierung kann immer noch als zeitgemäß bezeichnet werden. Viele der Gravuren erscheinen etwas zu tief, sind aber für die vorgesehenen Bemalungen eher ein Vorteil.

Der Bau beginnt mit dem achtteiligen Cockpit. Aufteilung und Wiedergabe sind ausreichend, und einige Decals werten das erhaben geprägte Instrumentenpanel zusätzlich auf. Für den Sitz sind vier Teile vorgesehen. Wieder ohne Gurte. Alternativ bietet SH einen vollständigen MB MK.10 Sitz aus Resin an.


Die Rumpfhälften werden mit dem vorderen Radschacht und dem Triebwerkauslass komplettiert. Dieser ist für den Maßstab gut gelungen. Vor Zusammenbau des Rumpfes sollte etwas Gewicht eingebracht werden. Nachdem die Bugspitze angesetzt wurde, verlangt das Anbauen der Lufteinlässe und Luftbremsen volle Aufmerksamkeit damit kein Versatz entsteht. Die Tragflächen bestehen aus je zwei Hälften. Sie sind aber so getrennt, dass vorne und hinten keine Klebenaht entsteht. Alle anderen Steuerflächen sind einteilig und besitzen ebenfalls scharfe dünne Kanten.


Nach dem Fahrwerk folgen die Außenlasten. Für die Version beinahe obligatorisch ist der Anbau des 2200-Liter-Rumpftanks. Zusätzlich kann noch zwischen Luft-Luft-, Luft-Boden-Raketen, Störträgern oder Täuschkörperwerfer gewählt werden. Die klare Kabinenhaube ist mehrteilig und ermöglicht auch eine offene Darstellung des Cockpits. Vor dem Lackieren empfiehlt sich das Anbringen der ebenfalls separat erhältlichen Masken.

Bemalung/Anleitung: Alle Farbangaben im Bauplan erfolgen für Gunze und die Bemalungsvorschläge und Decals (versatzfrei gedruckt mit entfernbaren Trägerfilm) sind für vier Flugzeuge vorgesehen.





Fazit: Der Kit ist nicht nur uneingeschränkt empfehlenswert, sondern auch der einzige zeitgemäße Spritzguss Bausatz einer Mirage F.1 in 1/72. Geeignet für große und kleine Modellbauer mit etwas Erfahrung oder Hilfe. Für eine noch größere Aufwertung bietet Special Hobby/CMK eine große Palette von Zubehör an.
Daniel Fritsch, Berlin (Mai 2026)

