Vorbild: Die Nakajima Ki-49 Donryu (Sturmdrache) mit dem alliierten Codenamen Helen war ein schwerer zweimotoriger Bomber der japanischen Heeresflieger. Er war so konzipiert, dass er ohne Begleitjäger operieren sollte. Das Flugzeug war mit einer hervorragenden Abwehrbewaffnung versehen. Teilbereiche waren gepanzert. Die offizielle Bezeichnung war Armee Typ 100 Schwerer Bomber.
Die Ki-49 sollte die Mitsubishi Ki-21 ablösen. Diese war bei den Heeresfliegern ab 1938 im Einsatz. Der Erstflug war im August 1939. Nach dem Prototypen wurden die Ki-49-I von den Nakajima-Sternmotoren Ha-41 angetrieben. Sie leisteten 1.250 PS. Im März 1941 ging diese Variante in Serienproduktion. Allerdings konnte sie nur 1.000 kg Bomben tragen. Sie war faktisch untermotorisiert.
Ab dem Frühjahr 1942 wurde das Model 2 bzw. Ki-49-II produziert. Hier waren die stärkeren Ha-109-Sternmotoren eingebaut. Die Panzerung wurde verbessert und diese Variante besaß selbstabdichtende Treibstofftanks. Sie wurde als Ki-49-IIa bezeichnet. Bei der Ki-49-IIb wurden die 7,7-mm-Typ 89-MGs durch 12,7-mm-MGs Ho-103 ersetzt.
Die nachfolgende Ki-49-III mit 2.421 PS starken Nakajima Ha-117-Sternmotoren ging nie in die Serienproduktion. Davon wurden nur sechs Prototypen gebaut. Insgesamt entstanden 819 Exemplare der Ki-49.
Quelle:
Wikipedia, Artikel Nakajima Ki-49
Bausatz: Bei Hasegawa erschienen im Maßstab 1/72 die Nakajima Ki-49-I und Ki-49-II erstmals 1998. Seitdem liefert Hasegawa immer wieder verschiedene Decalvarianten der beiden Varianten aus. Hier geht es um eine Decalvariante der Ki-49-II.
Im praktischen Stülpkarton befinden sich gut verpackt sechs Spritzlinge mit 80 Teilen, ein klarer Spritzling mit 20 Teilen, vier Gummiringe, ein Decalbogen sowie die typische Bau- und Bemalungsanleitung.
Der Bausatz ist typisch für seine Zeit. Es gibt feine versenkte Strukturen, aber innen eher rustikale Details. Die Innenseite der Besatzungsräume ist leider glatt. Hier fehlen alle Details. Immerhin gibt es von Eduard ein Fotoätzteilset, mit dem die größten Probleme beseitigt werden können.
Dafür ist das Äußere des Bausatzes recht ordentlich. Die Klarsichtteile werden von außen eingeklebt. Recht brauchbar sind auch die beiden Motorreliefs. Hier können aus dem o. g. Set ein paar Zündkabel ergänzt werden. Mittels der Gummiringe können die beiden Luftschrauben beweglich bleiben. Leider sind die Motorhauben fest mit den Gondeln verbunden.
Die 20-mm-Abwehr-Maschinenkanone sieht etwas einfach aus. Das gilt ebenfalls für die zwei Abwehr-MGs. Immerhin gibt es bei Eduard dafür paar kleine Details. Der Bombenschacht kann als Option offen bleiben. Hasegawa liefert ein paar 72er-Bomben mit.
Das Hauptfahrwerk ist recht ordentlich detailliert. Deren Räder sind leicht abgeplattet. Die Fahrwerksbeine sehen ebenfalls gut aus. Allerdings sind die Hauptfahrwerksschächte sehr simpel.
Die Klarsichtteile sind wirklich klar und durchsichtig. Der Decalbogen ist tadellos auf hellblauem Trägerpapier gedruckt. Bei den Farbangaben bezieht sich Hasegawa auf die Systeme von GUNZE.
Bemalungen:
2x Ki-49-II vom 62. Fliegerregiment der IJA ohne weitere Informationen.

Fazit: Die Nakajima Ki-49-II von Hasegawa in 1/72 ist noch immer einzigartig auf dem Markt. Leider bietet die s/w Bauanleitung nur die nötigsten Informationen über die Vorbilder. Mit etwas Geschick und dem Eduard-Zubehör-Set lässt sich ein imposantes Modell erstellen.
Literatur:
Nakajima Ki-49 Donryu – in Japanese Army Air Force Service; Bueschel, Richard M.; Schiffer Publishing 1997; ISBN 978-0764303449.
Volker Helms, Godern (April 2026)













