Der A400M ist der neue Transporter der Deutschen Luftwaffe. Ausgestattet mit modernster Elektronik und neuesten Turboproptriebwerken sowie den leistungsstärksten Turboprop-Systemen, die jemals in einem Militärflugzeug eingesetzt wurden. Der A400M löste die Transall von ihrem Dienst als Transportflugzeug ab. Aufgrund seines formschönen Designs und ihrer Leistungsdaten habe ich mir gedacht, diesen Bausatz muss ich haben. Bestellt habe ich bei Revell in 1/144, da dort noch ein Tornado dazu zu haben war und es die Decals für die Nato-Übung Air Defender gab. Bekommen habe das Modell im Maßstab 1/72, der dann mit seiner schieren Größe überraschte (Länge 644 mm und eine Spannweite von 590 mm). Nach Öffnen des Kartons und Begutachtung der Gussrahmen war ich erfreut über die gute Detailtreue samt guter Oberflächengestaltung (Landeklappen, Wartungsöffnungen usw.). Die Teile sind relativ gratfrei gespritzt. Es gibt Auswerfermarken, die aber beim Zusammenbau nicht störend sind. Die Klarsichtteile verdienen ihren Namen und kommen schlierenfrei, sodass man gut das Cockpit sehen kann.
Zusammenbau: Hier kommt die große Überraschung: Das Modell besteht aus einem Außen- und Innenrumpf. Der Innenrumpf mit Ladeboden (Verzurrösen) ist sehr detailliert und gut zusammenzubauen. Auch das Cockpit samt Instrumententafel und Bestuhlung passt sehr gut zusammen, ohne viel schleifen zu müssen. Doch dann kommt das große Erwachen. So etwas Verzogenes wie die Außenhülle habe ich noch nicht erlebt. Mit Klammern musste ich den Rumpf zusammenzwingen und Spalte mit Abfall aus dem Gussrahmen verschließen, die dann wieder in mühevoller Arbeit glattgeschliffen werden mussten. Schleifen ist bei diesem Modell die Hauptarbeit. Bei diesem Projekt kann man froh sein, wenn man keine Anzeige wegen Mikroplastik und Feinstaubbelastung bekommt. Nachdem der Rumpf zusammengepresst wurde, kann man sich entscheiden, ob die Laderampe geöffnet oder geschlossen dargestellt werden soll, da hier genau dieselben Passgenauigkeitsprobleme wie beim Rumpf auftreten. Ich empfehle geöffnet. Das Gute: Bei der Größe des Laderaumes kann man eine LED-Beleuchtung installieren, was mir leider zu spät einfiel. Genau dieselbe Arbeit kommt bei den Tragflächen auf einen zu.
Meine größte Enttäuschung ist das Hauptfahrwerk, denn das Flugzeug ist so schwer, dass die kleinen Fahrwerkachsen einfach im Stehen wegbrechen. (So ist es mir ergangen, als das Modell am nächsten Tag mit gebrochenem Fahrwerk auf der Fahrwerksabdeckung dastand.) Man muss sich die Arbeit machen, das Fahrwerk zu verstärken, wie in meinem Fall, oder komplett neue Achsen (aus Metall) einbauen. Vorsicht ist bei den Propellern geboten, da sie auch sehr filigran sind und jeder Druck zu viel das Ende der Verbindung zur Propellernabe bedeutet. Nachdem jetzt alles von mir zusammengebaut wurde, habe ich mit RAL 7005 Luftwaffengrau für LTG Wunstorf lackiert. Die Decals sind sehr gut und dünn hergestellt, außer dass links und rechts die Fahrwerksgondeln gleich sind. Es gibt dort kein Links und Rechts, daher meine Empfehlung: Entweder Pinsel, Airbrush oder man hat noch alte Decals herumliegen. Zum Abschluss habe ich als Finish Klarlack Seidenmatt geairbrusht.
Beim Betankungsstachel würde ich empfehlen, ihn ganz zum Schluss anzukleben, da er die Gewohnheit hat, bei jeder Bewegung abzubrechen.







Fazit: Der Modellbausatz für 79,99 € ist sein Geld nicht wert, da die Passgenauigkeit sehr zu wünschen übrig lässt. Dasselbe gilt für die Standfestigkeit des Fahrwerks. Gut an dem Modell sind die Klarsichtteile, die relativ gratlose Abspritzung der Teile und die feine Panellinien, außerdem der Detailreichtum und die guten Decals. Wer den A400M bauen möchte, dem empfehle ich 1/144, dort gibt es noch einen Panavia Tornado dazu.
Kay Martin (Februar 2026)

