Das Vorbild: Entwickelt wurde die X-15 Ende der 1950er-Jahre im Auftrag von NASA, US Air Force und US Navy zur Erforschung des Überschall- und Grenzbereichs zwischen Atmosphäre und Weltraum. Als Trägerflugzeug dienten speziell umgerüstete Boeing B-52 Stratofortress-Bomber. Die bekanntesten Maschinen waren die NB-52A „The High and Mighty One“ sowie die NB-52B „Balls 8“. Die X-15 wurde unter der Tragfläche transportiert und in großer Höhe ausgeklinkt, bevor ihr Raketenmotor gezündet wurde. Die X-15 erreichte bis heute beeindruckende Rekorde. Am 3. Oktober 1967 flog William J. Knight mit Mach 6,7 die höchste jemals von einem bemannten Flugzeug erreichte Geschwindigkeit. Mehrere Flüge überschritten zudem die Grenze zum Weltraum. Viele technische Erkenntnisse des Programms flossen später direkt in Mercury-, Gemini- und Apollo-Missionen ein. (Quelle Wikipedia)

Der Bausatz: Die ursprüngliche Monogram-Form der B-52 stammt bereits aus dem Jahr 1968 und wurde in verschiedenen Varianten oft veröffentlicht. Die X-15-Komponenten basieren ebenfalls auf älteren Revell-Formen, wurden für die Platinum-Ausgabe jedoch modernisiert und ergänzt. Der Bausatz wurde dazu um Fotoätzteile der Firma Eduard erweitert, die die Verfeinerung des Cockpits und der Triebwerke betreffen. Zudem ist ein Maskierset des gleichen Herstellers enthalten, das die Cockpitverglasung und die Reifen betrifft. Das fertige Modell besitzt eine Spannweite von fast 80 cm und eine Länge von über 66 cm. Die Bauteile wirken gut. Schlecht positionierte Auswerfermarken konnten nur an einer Stelle entdeckt werden. Ausblutungen durch den Gußvorgang waren ebenfalls nicht erkennbar. Die Detaillierung der Oberflächen ist für heutige Verhältnisse eher sparsam. Die Teile haben hauptsächlich erhabene Gravuren und nicht die heutzutage verwendeten versenkten Gravuren. Das Cockpit der NB-52 ist mit den Zusatzteilen von Eduard ordentlich detailliert und verfügt über separate Sitze, Instrumentenbretter und Steuerkonsolen. Pilotenfiguren sind ebenfalls beigefügt. 

Die Triebwerke der B-52 bestehen aus mehrteiligen Gondeln, die ebenfalls mit fotogeätzten Teilen von Eduard aufgewertet werden.

 

Die Klarsichtteile umfassen Cockpitverglasungen der B-52 sowie die Kanzel der X-15. Die Teile sind sauber transparent ausgeführt. Im Verhältnis zum gesamten Modell sind sie sehr klein, und es stellt sich da schon die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Detaillierung des Cockpits.  

Der umfangreiche und sauber gedruckte Decalbogen enthält Markierungen für die NB-52 und die X-15.

Die Bauanleitung ist farbig und übersichtlich. Genannt werden die hauseigenen Farben. Für die konkrete Darstellung des Modells gibt es Hinweise für unterschiedliche Bauschritte. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Am Boden, alle Klappen offen, X-15 an NB-52 befestigt,
  • Am Boden, alle Klappen geschlossen, X-15 an NB-52 befestigt
  • Im Flug, X-15 an NB-52 befestigt,
  • Separate X-15 im Flug auf Ständer,
  • zusätzlich am Boden stehende Figur des X-15 Piloten in Astronautenmontur

 Dargestellt werden können

  • NB 52A „Balls Three“, NASA, Edwards AFB, November 1965
  • NB 52B, „Balls Eight“, NASA, Edwards AFB, Juni 1966
  • X-15 A-2 mit unterschiedlichen Zusatztanks 1965 und 1966

Fazit: Die Platinum-Erweiterungen mit Fotoätzteilen und modernisierten Decals werten die alte Grundform auf. Ob die Zusatzteile das Geld wert sind, muss jeder selbst entscheiden. Viel wird man vom Cockpitinneren nicht sehen können, so dass sich der Effekt der Fotoätzteile in Grenzen hält. Ob die Aufwertung der Triebwerke eine optische Wirkung entfalten kann, liegt im Auge des Betrachters. Das Fahrwerk benötigt Nacharbeit. Einige Drähte könnten die werksmäßig grobe Ausführung deutlich aufwerten. Die erhabenen Linien auf Flügeln und Rumpf zeigen das Alter des Bausatzes, sollten bei ordentlicher Bemalung jedoch kein Nachteil sein. In der Bemalung und Alterung von Rumpf und Flügeln wird wohl auch die eigentliche Arbeit liegen. Interessant sind die verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten. Zudem hat das Modell der NB-52 Ösen an Rumpf und Flügeln. Damit kann das Modell ganz einfach unter die Decke gehängt werden, so dass das Platzproblem gelöst ist. Das würde zum Alter des Bausatzes passen und lenkt den Blick auf die X-15. Auch die Beigabe der Pilotenfiguren ist gut. Ein aufgewertetes Modell aus alter Zeit, dessen Neuauflage nach mehr als 20 Jahren durchaus gerechtfertigt ist.

BK, Mai 2026

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