Vorbild: Als Nachfolger des aus den 1970er Jahren stammenden R107 entstand bei Mercedes-Benz in den 1980 Jahren die revolutionäre Baureihe R129. Es entstand ein sehr modernes Fahrzeug in dem AirBags und ABS zum Standard gehörten. Bemerkenswert ist der beim Überschlag auslösende Überrollbügel. Natürlich war das Stoffverdeck elektrisch zu bedienen. Standardmäßig wurde ein Hardtop für die Wintermonate mitgeliefert. Das konnte auch abgewählt werden. Konzipiert war der R129 für zwei Erwachsene. Zwei Notsitze konnten optional hinzugewählt werden.

Die meisten R129 wurden mit einem Automatikgetriebe ausgeliefert. Damit ist ein stilvolles Fahren möglich. Produziert wurde die Baureihe von 1989 bis zum Sommer 2001 und wurde durch die Reihe R230 mit Stahlverdeck abgelöst. Damit verschwand auch ein wenig die Alltagstauglichkeit des Vorgängers, denn der R129 besitzt einen vernünftigen Kofferraum für Urlaubstrips.
1993 führte Mercedes-Benz eine Klassenbezeichnung ein. So wurde aus einem 500SL ein SL 500. 1995 wurde das erste Facelift vorgestellt. Es wird in Branchenkreisen MOPF1 genannt. Neu waren unter anderen die AirBags in den Türen, neue 5-Gang-Automatikgetriebe, einheitliche Bemalung (ursprünglich waren Stoßstangen und Seitenwandverkleidungen in Kontrastfarbe lackiert), ein leicht veränderter Kühlergrill mit sechs- statt sieben Lamellen. Das ESP gab es nun beim SL 600. Neu war auch das optional erhältliche Glasdach-Hardtop.
Ein zweites Facelift gab es 1998. Es wurden neue V6 und V8-Motoren mit Dreiventiltechnik eingeführt. Der V8 wurde übrigens bei Mercedes-Benz weiterentwickelt und bildet noch die Basis für die aktuellen Motoren. Die SLK-Spiegel sind das äußere Erkennungsmerkmal dieser MOPF2-Fahrzeuge. 2000 wurden noch Details geändert und eine neuen Funkfernbedienung eingeführt. Die Motoren waren sehr vielseitig. Vom Reihensechszylinder 300, 280 und 320 bis zum V8 beim 500er war alles drin aber der bemerkenswerteste Motor ist der V12 im SL 600. Es ist ein Motor, der mich absolut fasziniert. Offiziell ist er mit 390 PS angegeben. Angeblich hat er eine Überleistung von ca. 20%. Die Kraft ist für das recht leichte Auto der Wahnsinn. Obwohl das Fahrzeug durch das deutlich gestiegene Mehrgewicht etwas unhandlicher ist. Die sinnvollste Motoroption ist der V8. Mit mehr als 300 PS ist der R129 optimal motorisiert. Es gibt übrigens einen R129 – Club.
Bausatz: Revell lieferte schon 1989 den ersten Bausatz im Maßstab 1/24 des neuen R129 aus. Dieser Bausatz wurde immer wieder aufgelegt und teilweise mit neuen Teilen versehen. Es blieb aber immer ein Abbild der ersten Baureihe. Ein Coupé gab es nie, sondern er war immer ein Cabrio welches optional mit einem Hardtop versehen werden konnte.
Der schon von Heller benutzte Karton mit Klappdeckel gefällt mir sehr gut. Er ist praktisch und sorgt für eine angemessene Verpackung. Leider ist hier die Karosserie durch zu hohem Druck von außen beschädigt. Durch den Einbau der Frontscheibe sollte sich das Problem beheben lassen. Die Endkontrolle sollte endlich bei Revell sorgfältiger sein.
In dem praktischen Karton befinden sich ansonsten gut verpackt eine Karosserie sowie das Hardtop, sechs silberne Spritzlinge mit 103 Teilen, ein Klarsichtrahmen mit 8 Teilen, ein Decalbogen, vier Vinylreifen, sechs Farbtöpfe, Klebstoff, ein Pinsel und die mehrfarbige Bau- sowie Bemalungsanleitung.
Die Abspritzung der Bauteile ist in Ordnung. Es findet sich kaum Grat. Die Bauanleitung ist übersichtlich und führt in 40 Schritten zum fertigen Modell.

Der Bau beginnt mit dem Reihensechszylinder-Motor und dem Getriebe. Danach geht es an der Unterseite der Karosserie weiter im Heck mit der Montage der Hinterachse und der Auspuffanlage.
Weiter geht es in Schritt 8 mit dem Einbau des Motors mit Getriebe im Motorraum, dem Einbau von Stoßdämpfern und Federn. Danach folgt der Einbau der Vorderachse und des Kühlers samt Lüfter.
In Schritt 14 werden die vier Räder aus jeweils drei Teilen komplettiert. Die Vinylreifen dürfen auf keinen Fall mit Klebstoff in Verbindung kommen. Die Alufelgen sind typisch für die ersten Baujahre.
Ab der Baustufe 16 geht es weiter mit der Montage der Inneneinrichtung. Man kann die Sitze mit Decals versehen, die sollen den typischen Karostoff der frühen Baujahre darstellen. Zumeist waren allerdings Ledersitze verbaut. Am häufigsten waren die in der Farbe Schwarz gefolgt von Beige (zumeist in den USA). Diese Inneneinrichtung besitzt Notsitze. Daher liegt auch kein Windschott bei.
In Schritt 21 werden die Türen komplettiert. Für die Darstellung der Lautsprecher soll ein Decal benutzt werden. Zuvor geht es um das Instrumentenbrett. Hier liefert Revell zwei Optionen. Einmal mit weißen oder dunklen Ziffernblättern. Die Wurzelholzausstattung für die Mittelkonsole und die Sitzverstellung (typisch für die erste Serie) gibt es als Decal. Eine Sitzheizung hat dieser SL leider nicht. Der Schalter fehlt auf dem Decal.
In den folgenden Baustufen wird der Motorraum komplettiert. Danach geht es an die Motorhaube. Die Besitzt an der Innenseite eine dunkelgraue Dämmmatte aus Schaumstoff. Daher sollte man den Bereich innerhalb von Teil 56 auch Dunkelgrau oder so in Matt lackieren. Der Kühlergrill ist verchromt und nicht Silber.
Die Scheinwerfer, Blicklichter, Heckleuchten und Spiegel gibt es als Klarteile. Diese müssen dann von Innen entsprechend lackiert werden. Am Besten als Finish von Innen noch Chrom. Die Blicker vorn können Klar oder Orange sein. Bei den US-Modellen gibt es noch andere Ausführungen.
Alternativ kann man den R129 mit einem Hardtop versehen. In der Regel hatte jedes Auto eines. Dann wirkt er wie ein Coupé. Bei vielen Besitzern ist es sicher unter einer Hülle auf dem Ständer verpackt…
Der Decalbogen ist tadellos gedruckt. Es gibt auch Nummernschilder für das europäische Ausland. Ich wünschte mir noch weiße Nummernschilder und separate Zahlen und Buchstaben für das individuelle Schild.
Fazit: Revell liefert eine interessante Wiederauflage des Mercedes R129 in 1/24 aus. Die Decals sind gut gemacht. Allerdings sollte man im Hause Revell bei der Verpackung des Bausatzes sorgfältiger sein. Der Kit ist auch für Einsteiger empfehlenswert.
Volker Helms, Godern (Juli 2026)

















