Lingen, 29. März 2026 – Wenn sich die Tore der Emslandhallen in Lingen öffnen und einem dieser ganz spezifische Duft aus frischem Kunststoff, Kleber und hochwertigen Lacken entgegenschlägt, weiß jeder Insider: Es ist wieder EME-Wochenende. Die diesjährige Ausgabe, die am 28. und 29. März stattfand, stand unter dem programmatischen Titel „Evolution“. Und dieser Name war Programm.

Bereits beim Betreten der Hallen fiel die erste Neuerung auf: Anstatt mit zerknitterten Papierplänen hantieren die Besucher nun mit dem digitalen Hallenplan von Scale Model Events auf ihren Smartphones. Ein kleiner, aber feiner Schritt, der das Navigieren zwischen den über 100 Club-Ständen und den rund 75 Händlern deutlich entspannte.

Auch die IPMS Deutschland, war dieses Jahr wieder mit einem eigenen Stand vor Ort dabei.

Die Hallen: Ein Panoptikum der Details

Die Emslandhallen waren bis auf den letzten Quadratmeter ausgebucht. Das diesjährige Sonderthema „Modeling Meets Art“ zog sich wie ein roter Faden durch die Gänge. Besonders beeindruckend war die Präsentation im Zentrum der großen Halle, wo Modelle nicht nur als technische Repliken, sondern in künstlerischen Lichtinszenierungen präsentiert wurden.

Händlermeile und Fachgespräche

Die Händlerzone glich einem Basar für Spezialisten. Von den neuesten Spritzguss-Kits aus Fernost bis hin zu winzigen Ätzteilen und hochspezialisierten Pigmenten war alles zu finden. Ein großes Thema in den Gängen war die fortschreitende Digitalisierung. Auch bei den Händlern war der Einfluss moderner Technik spürbar. Hochdetaillierte 3D-Druck-Bauteile, die selbst die feinsten Ätzteile alt aussehen lassen, waren an fast jedem Zubehörstand zu finden.

Zwischen den Einkäufen blieb immer Zeit für das „Fachsimpeln“ – die EME 2026 hat einmal mehr bewiesen, dass sie vor allem ein Klassentreffen der europäischen Modellbau-Familie ist.

Der Wettbewerb: Europäisches Spitzenniveau

Das Herzstück der Messe war zweifellos wieder der offene Wettbewerb. Das neue Bewertungssystem, das eine klarere Trennung zwischen Einsteigern und der „Master-Class“ ermöglichte, sorgte für faire Bedingungen und eine extrem hohe Qualität der eingereichten Arbeiten. Die Juroren hatten es sichtlich schwer, in den Kategorien Figuren, Sci-Fi und Historik die Sieger zu küren. Die Verleihung der Medaillen am Sonntagnachmittag bildete den emotionalen Höhepunkt der Veranstaltung.

Besonders erfreulich ist, dass unser Clubmitglied Roland Heiler in mehreren Kategorien Medaillen gewinnen konnte.

In der Kategorie „Schiffe 1:72 und größer“ die Silber Medaille mit dem U-Boot U 552 Typ VIIc „Der rote Teufel“ von Revell im Maßstab 1:72 sowie die Bronze Medaille mit dem U-Boot U 67 Typ IXc von Revell im Maßstab 1:72

In der Kategorie „Flugzeuge Kleiner 1:100“ die Bronze Medaille mit der Arado Ar 196 Panzerkreuzer Graf Spee auf Katapult

Und zu guter Letzt die Silber Medaille in der Kategorie „Schiffe 1:350 und kleiner“ mit dem U-Boot Typ VIIc von Revell im Maßstab1:350

Herzlichen Glückwunsch!!

Der IPMS Deutschland Preis für das beste Modell eines Luftfahrzeugs nach 1945 mit deutscher Kennung oder deutscher Herstellung in allen Maßstäben ging an Jörg Fitzner für die L-29 Delfin von AMK in 1:48.

Fazit

Die EME Evolution 2026 in Lingen hat ihren Status als wichtigstes Event im deutschen Plastikmodellbau-Kalender nicht nur verteidigt, sondern ausgebaut. Die Mischung aus internationaler Professionalität und der familiären Atmosphäre des Emslands ist einzigartig. Wer dieses Jahr nicht dabei war, hat definitiv einen Meilenstein der Szene verpasst. Wir sind mit vollen Taschen (die Händlermeile war wie immer gefährlich für den Geldbeutel!), rauchenden Köpfen voller neuer Ideen und einer ordentlichen Portion Motivation nach Hause gefahren.

Wir freuen uns schon jetzt auf die Rückkehr im nächsten Jahr!

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