Das Vorbild: Erst vor kurzem habe ich mir das Buch „Flak Artillery of the Legion Condor“ gekauft, das vom Schiffer Verlag veröffentlicht wurde. Darin findet man Hintergrundinformationen und zahlreiche Fotos der Flak Abt. (mot) F/88, die am Spanischen Bürgerkrieg (1936 – 1939) teilnahm und dazu neben der 2cm Flak 30 auch die 3,7cm Flak 18, die 7,5cm Flak 14 und die 8,8cm Flak 18 im aktiven Einsatz zur Erprobung und Weiterentwicklung nutzte. Dies galt auch für weiteres Gerät wie Panzer, Flugzeuge und die taktische Kriegsführung der gesamten Truppe, die als Legion Condor bekannt wurde.

Interessanterweise existierten zu dieser Zeit noch keine standardisierten Uniformen, weshalb die Soldaten der Legion Condor mit unterschiedlichsten Uniformen in Bezug auf deren Farben (Khaki, Sand-, Hell- und Dunkelbraun) und Schnittmustern ausgestattet waren. Anders sah es allerdings bei den Rangabzeichen aus, die angelehnt an die spanischen Uniformen aus gelben Streifen für die unteren Ränge und silbernen (sechs Zacken) und goldenen (acht Zacken) Sternen für die Offiziere bestanden.

Zur Veranschaulichung anbei ein Foto aus dem Bundesarchiv, das zwei Offiziere der Flak Abt. (mot) F/88 mit einer 2cm Flak 30 zeigt. Auf deren Schiffchen und über den linken Brusttaschen ist jeweils ein sechszackiger Stern erkennbar, was dem Rang eines Unteroffiziers entsprach.

Das Bauprojekt: Die einzige vernünftige Option für den Bau einer 2cm Flak 30 ist nach wie vor der Bausatz von „Das Werk“ mit dessen Hilfe ich bereits ein entsprechendes Modell Anfang diesen Jahres gebaut habe. Der Bausatz ist wirklich gut, allerdings hatte ich noch ein paar Bereiche identifiziert, die man noch weiter detaillieren kann. Auf Basis der Rückmeldung von Frank Rapp habe ich dann noch von weiteren fehlenden Details erfahren, die ich mir im zweiten Anlauf vornehmen wollte.

Das Modell wurde wie im ersten Anlauf überarbeitet, wobei die seitlichen Verstärkungsplatten unter der Lafette mit 0,5mm Nieten von Master versehen wurden, die mir allerdings immer noch etwas zu groß erscheinen. An der vorderen Abschlussplatte ergänzte ich noch die beiden Ösen aus Messingdraht, der zuvor mit einer Zange abgeflacht wurde. Ebenso habe ich den Klemmhebel am oberen Bereich der Stange für die Waffenerhöhung aus gezogenem Gussast ergänzt. Desweiteren wurden noch Schmiernippel aus kleinen Plastikscheibchen an dem Gehäuse der Rohrerhöhung angebracht. Wie auf Fotos vom Original erkennbar, befanden sich vor der hinteren Abdeckplatte im inneren des Geschützes links die Box für die Batterie und rechts für die Werkzeuge. Dies habe ich ergänzt, wie auch die Verschlüsse der Klappen, für die ich Ätzteile von Aber verwenden konnte.

An den Oberseiten der Lafette kann man vor und hinter dem Waffenlager kleine Nieten erkennen. Um diese maßstabsgerecht darstellen zu können, habe ich das Schutzschild einer 2cm Vierlingsflak als Nietenspender genutzt und die Nieten vorsichtig mit einem Bastelmesser entfernt und an der Flak platziert. Dabei verschwanden trotz voller Konzentration jede zweite der winzigen Nieten im „Nirvana“.

Auf allen mir bekannten Fotos der 2cm Flak Geschütze, die im Spanischen Bürgerkrieg eingesetzt wurden, konnte ich erkennen, dass das Flak Visier 35 verwendet wurde. Die entsprechenden Teile (Nr. 75 und 76) liegen dem Bausatz zwar bei, eine Beschreibung für die Montage fehlt allerdings im Bauplan. Vor dem Anbringen an dem Visiergestänge habe ich noch die Vertiefungen in der Rahmenstruktur mit einem scharfen Bastelmesser entsprechend dem Original geöffnet.


Die letzten Ergänzungen und Optimierungen wurden dann noch an den folgenden Bereichen durchgeführt:

– kleine Flügelschraube am Gelenk des Höhenrichtgestänges
– Schmiernippel und Niete am oberen Gehäuse der Höhenrichtanlage
– Elektrokabel am Zielvisier
– Platte vor dem Sitz des Richtschützen
– Arretierschraube seitlich vor dem Sitz des Richtschützen

Außerdem habe ich noch die angedeuteten Öffnungen in der Mündungsbremse mit einem kleinen 0.3 mm Bohrer aufgebohrt.

Damit war das Modell noch weiter optimiert und bereit für die Grundierung mit Mr Hobby Surface Grau.

Die Grundfarbe für das Modell bestand aus German Grey von Tamiya, der ich noch ein paar Tropfen Blau zugefügt habe, um einen leichten Blaustich zu erzeugen. Die Waffe und die Munitionsclips wurden mit Tamiya Black mit der Airbrush bemalt und dann alles mit Klarlack versiegelt.


Um die geriffelten Bereiche am Waffenlauf zu imitieren, habe ich diese vor der Behandlung des Rohres abgeklebt und mit Graphitpuder eingerieben, womit der gewünschte Effekt erzielt werden konnte.

An der rechten Seite der Lafette konnte ich noch ein passendes Hinweisschild anbringen.


Für die Präsentation des Modells wollte ich noch eine kleine Vignette mit Figuren realisieren, wofür ich Plastikfiguren aus dem Sortiment von Trumpeter nutzte, die noch etwas abgeändert wurden, um den Originalen zu entsprechen.

Den Schlapphut des Soldaten konnte ich unter Verwendung eines Resin Head Sets von Hornet umsetzen.

Zusammen mit Kisten und weiterer Munition aus meinem Fundus habe ich dann alles auf einer kleinen Grundplatte arrangiert, die ich noch mit Magic Sculpt, kleinen Steinchen und Grasmaterial von Mininature versehen habe.


Fazit: Im zweiten Anlauf gelang es mir noch weitere Bereiche am Modell zu verfeinern und damit eine 2cm Flak 30 im sehr frühen Einsatz bei der Flak Abt. (mot.) F/88 darzustellen. Beim Durchblättern des Buches zu der Thematik Legion Condor konnte ich allerdings noch unzählige Anregungen für weitere Figuren und Modelle finden. Wer weiss …

Gert Brandl, Berlin (Augut 2026)

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