Das Vorbild: Die Cannone da 90/53 entstand auf Anweisung des italienischen Kriegsministeriums eine Flugabwehrkanone zur Abwehr hochfliegender Flugzeuge zu entwickeln. Als Maßstab galten vor allem die Leistungen der deutschen 8,8cm Flugabwehrkanone und des US-amerikanischen 90 mm Geschützes M1.

Die 90/53 war eine robuste Konstruktion. Zur Stabilität wurde die Waffe auf eine Kreuzlafette gestellt, was einen Seitenrichtbereich von 360° erlaubte. 1087 Stück wurden bestellt; bis zum September 1943, dem Zeitpunkt der Kapitulation Italiens, konnten 539 Geschütze ausgeliefert werden. Die Waffe wurde zumeist zum Schutz von norditalienischen Industriebetrieben eingesetzt. Zum Feuern wurden die Räder abgenommen, wonach die vier Streben auf dem Boden aufsaßen. Das verlieh der Waffe eine außerordentliche Stabilität, schränkte aber ihre Transportfähigkeit ein. 
(Auszug aus Wikipedia)

Der Bausatz: Von der italienischen 90mm Flak auf Lafette gibt es im Maßstab 1:35 bis dato lediglich den alten Resin-Bausatz der Firma Cri.El, den man entweder gar nicht oder nur zu überteuerten Preisen im Internet findet. Seit einiger Zeit kann man das Geschütz auch als Plastikbausatz von IBG erstehen, wobei man aber die Flak nicht alleine sondern lediglich als Selbstfahrlafette mit dem Lkw Lancia 3Ro erhält. In Bezug auf den entsprechenden Sonderanhänger zum Zug der Flak gähnte bis vor kurzem allerdings eine große Lücke. Hier kommt nun die italienische Firma WIP3D zur Hilfe und bietet das Geschütz zusammen mit dem wuchtigen Sonderanhänger als Komplettbausatz im 3D Druckverfahren an.

Alle Teile sind noch auf den Druckplatten befestigt, was beim Transport potentielle Bruchgefahr deutlich reduziert. Ein weiterer Pluspunkt besteht darin, dass WIP3D als Verpackung einen sehr stabilen Klappkarton nutzt, auf dessen Vorderseite ein Foto vom fertig gebauten und lackiertem Modell angebracht ist.

Insgesamt erhält man 18 Drcukplattebn mit knapp 70 Teilen, wobei die Lafettenhauptachse, die Reifen und die Felgen separat ausgeführt sind.


Der Druck ist als hochwertig zu bezeichnen – auf dem einen oder anderen Teil kann man allerdings noch leichte Druckrillen erkennen. Diese sind aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nach einem kurzen Schleifen und Auftrag einer Schicht Grundierung nicht mehr sichtbar. Da die beiden klappbaren Lafettenarme als separate Teile konzipiert wurden, ist es möglich, das Geschütz in Feuer- oder Transportstellung mit dem Sonderanhänger im Modell darzustellen. Ich bin begeistert! Gleiches trifft konsequenterweise für die Bodenteile der Geschützplattform zu.


Eine Besonderheit meines Bausatzes besteht darin, dass das Geschützrohr noch aus Metall beiliegt. Alternativ ist der Bausatz auch etwas günstiger ohne dieses Metallrohr erhältlich. Die Details und das Design entsprechen sehr gut den mir zur Verfügung stehenden Maßstabszeichnungen. Hier hat der Designer von WIP3D saubere Arbeit geleistet, was am Ende den Bau eines korrekten und überzeugenden Modells ermöglicht.

Besonders schön finde ich auch, dass man als Dreingabe zwei Munitionskisten sowie 8 Granaten vorfindet. Damit hatte ich nicht gerechnet und war schon am recherchieren, wie die Munition aussah, und welche Teile man dafür zweckentfremden könnte. mündet.

Die Bauanleitung: Als Bauanleitung dienen zwei beidseitig farbig bedruckte DIN A4 Blätter, auf denen der Zusammenbau der Flak mit Hilfe von CAD Zeichnungen unterstützt wird. Farbangaben findet man nicht, wobei es das Geschütz lediglich in italienischer Sandfarbe oder dem italienischen Grünton gab.

Fazit: Und wieder überraschte mich der italienische Hersteller WIP3D mit einem tollen Bausatz, der mich nicht nur begeistert, sondern auch eine Lücke zum Thema italienische (und deutsche) Flak im Zweiten Weltkrieg schließt.

Absolut empfehlenswert!

Erhältlich direkt bei WIP3D.

Gert Brandl, Berlin (Mai 2026)


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