Das Vorbild: Die 3,7-cm-Flak 37 war eine vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelte Flugabwehrkanone (Flak) der deutschen Wehrmacht, die während des gesamten Krieges eingesetzt wurde. Die ursprüngliche 3,7-cm-Waffe wurde bereits 1935 von Rheinmetall unter der Bezeichnung 3,7-cm-Flak 18 entwickelt. Sie war im Grunde eine vergrößerte Version der 2-cm-Flak-30. Ein wesentlicher Grund für die Ablehnung der Flak 18 war die geringe Richtgeschwindigkeit, denn insbesondere tief fliegende Flugzeuge erforderten ein schnelles Richten.
In Anlehnung an die 2-cm-Flak 30 wurde eine Dreiecksbettung für das neue Geschütz verwendet, welches nun als 3,7-cm-Flak 36 mit dem einachsigen Sonderanhänger 52 (Sd. Anh. 52) fahrbar gemacht wurde, was die Kolonnenlänge reduzierte und das Auf- und Abprotzen deutlich vereinfachte, wodurch auch eine schnellere Feuerbereitschaft erreicht wurde.
Ein entscheidender Punkt war auch die Steigerung der Feuergeschwindigkeit von 70 bis 80 auf effektive 120 Schuss/min, wodurch die Trefferwahrscheinlichkeit deutlich verbessert wurde. Eine Änderung der Munition war dafür nicht erforderlich. Für dieses Modell wurde 1937 ein neues mechanisches Visier, das Zeiss-Uhrwerk-Flakvisier 37, entwickelt. Da dies auch Anpassungen an der Lafette nötig machte, verwendete man die neue Bezeichnung 3,7-cm-Flak 37, unter der das Geschütz während des gesamten Zweiten Weltkrieges weiter gefertigt und genutzt wurde.
Quelle: Bearbeitete Auszüge aus Wikipedia, Artikel 3,7-cm-Flak 37
Üblicherweise erfolgte der Transport der 3,7-cm-Flak 37 mit Standardlafette mit Hilfe des Sonderanhängers 52, jedoch existieren auch Aufnahmen von 2 Lafettenvarianten, die den Transport unter Verwendung des Sonderanhängers Sd.Ah. 104 erlaubten. Eine davon besteht aus einem kreisrunden Mittelstück, das auf einem Längsholm sitzt und mit Hilfe von drei Stütztellern aufgebockt werden konnte. Als weitere Variante wurde die Basis des Ringtrichterhörers genutzt, bei der die Waffe auf einer quadratischen Platte gelagert war und diese Stützteller an den vier Ecken aufwies. Unter der Platte verlief ein Längsholm aus Metallprofilen, ähnlich wie bei der Behelfslafette für die 8,8-cm-Flak 36/37.

3,7-cm-Flak 37 auf Sonderlafette, Sammlung Gustavo Barrachino, Argentinien
Das Bauprojekt: Bereits vor etlichen Jahren hatte ich damit begonnen die 3,7-cm-Flak 37 auf Speziallafette unter Verwendung der Bausätze von DES Kit und Tamiya zu bauen. Wegen fehlenden Abbildungen vom Original endete das Ganze leider irgendwann in einer Schublade und war nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich bin ich nicht der einzige, bei dem im stillen Kämmerchen noch das eine oder andere unvollendete Modell vor sich hin schlummert.
Vor kurzem hatte ich von einem befreundeten Modellbauer aus Argentinien Fotos zum Thema 3,7cm Flak erhalten, unter denen sich auch hervorragende Aufnahmen der Flak befanden. nach denen ich so lange gesucht habe. Zusätzlich wurde ich noch auf der Homepage von „Fahrzeuge der Wehrmacht“ fündig. Damit sehr gut ausgestattet, war es mir nun endlich möglich, das alte Bauprojekt fortzuführen und abschließen zu können.
Verwendete Materialien:
3,7cm Flak 37, Tamiya, 35145
Spezial Lafette für 3,7cm Flak 37, DES Kit, 35061


Nach Abgleich der Fotos vom Original mit der Resinlafette von DES Kit kann diese als sehr stimmig bewertet werden, jedoch sind mir noch einige kleine Details aufgefallen, die am Modell nicht berücksichtigt wurden. Es handelt sich dabei in erster Linie um das Druckluftkabel mit den entsprechenden Anschlüssen, das seitlich und auf beiden Längsholmen am Original sichtbar ist. Darüber hinaus ergänzte ich noch kleine Befestigungsschellen, Muttern sowie eine Flügelschraube im Innenbereich des Richttellers für das Geschütz. Die Aufnahmelöcher für die Tragzapfen der Sonderanhänger erhielten noch dünne Ringe aus Plastik und bei den seitlichen Arrettierungshaken wurde noch der entsprechende Hebelmechanismus aus dünnen Aluröhrchen von Albion Alloys ergänzt.


Bei dem Bausatz der inzwischen etwas in die Jahre gekommenen Flak 37 von Tamiya war deutlich mehr zu tun. Wer sich die folgenden Arbeiten ersparen will, sollte zum Bausatz von Trumpeter greifen, der fast alle Details berücksichtigt, die beim Tamiya Modell fehlten. Noch besser detailliert wäre der Bausatz von Dragon, der aber inzwischen schwer erhältlich und sofern man einen findet auch noch ziemlich teuer ist.
Die folgenden Details wurden nun beim Bausatz von Tamiya überarbeitet oder komplett neu erstellt beziehungsweise ergänzt:
1. Seitliche Abdeckung des Höhenrichtgetriebes
2. Halterung mit Kette zum Sichern der seitlich angebrachten Platte für die Geschützbedienung
3. Diverse Nieten und Muttern am Geschütz, der Lafette und dem Sitz
4. Ergänzung des Werkzeugschlüssels zum Montieren und Demontieren des Rohres auf dem Schild
inklusive Halterung



5. Leichtes Abschleifen eines Munitions-Clips, damit dieser in die Aufnahmeöffnung der Waffe passt
6. Ergänzung von Details an der Heckwand des Geschützes
7. Ergänzung des Abfeuerpedals seitlich am Fußraster
8. Komplette Überarbeitung des Zielvisiers 37 inklusive Ergänzung eines Zielfernrohres



Nach einer Grundierung aller Teile mit Mr Surfacer 1500 ging es dann mit den Munitions-Clips weiter. Für die Farbe der Clips wählte ich seidenmatt schwarze Farbe, der ich etwas Gunmetall zufügte. Nach Versiegelung mit Future folgte noch ein Wash mit dunkler verdünnter Ölfarbe.


Für die Waffe und die Lafette kam dunkelgraue Farbe aus dem Sortiment von Tamiya zum Einsatz, die noch mit ein paar Tropfen Blau versehen wurde, um den für Geschütze typischen Blaustich der Farbe zu erhalten. Highlights wurden noch mit etwas aufgehellter Farbe gesetzt, wonach alles einen weiteren Auftrag von Future zum Schutz vor den noch anstehenden Arbeiten erhielt.
Nach 24 Stunden Trockenzeit erfolgten Washes, Pin-Washes, Dry-Brushing und das Ergänzen von leichten Abnutzungsspuren, Kratzern und Dreckablagerungen, wobei ich in erster Linie dazu Ölfarben nutze.




Inzwischen ist es bei mir fast schon gesetzt, dass ich zu jedem Modell noch eine passende Figur stelle, was auch in diesem Fall erfolgte. Diese stammt von Tamiya und passt perfekt zum Flak Geschütz. Bei der Figur habe ich die offenen Bereiche der Ärmel aufgebohrt und die Positionierung der Hände etwas optimiert, damit diese den Entfernungsmesser auch stimmig halten. Beim Entfernungsmesser ergänzte ich entsprechend Fotos vom Original noch den Trageriemen.



Nach der Bemalung der Figur mit Acryl- und Ölfarben brachte ich noch die Uniformabzeichen an, wofür ich entsprechende Abziehbilder nutze.
Nach altbewährter Methode habe ich unter Verwendung eines Bilderrahmens, Magic Sculp, feinem Sand, Gipsteilen von zerstörtem Mauerwerk, Ziegelsteinen und etwas Kreativität ein passendes Setting für die Flak und die Figur angefertigt. In meinem Fundus fand ich noch leere 3,7-cm-Kartuschen und dann entschloss ich mich noch dazu zwei Munitionskisten anzufertigen, die im Original aus Pappkarton bestanden. Voila! Und fertig war die Vignette.





Fazit: Mit „Was lange währt, wird endlich gut“, könnte man das Projekt beschreiben. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, glaube aber, dass ich mit dem Bau vor mehr als 5 Jahren begonnen habe. Positiv bei der Geschichte bleibt aber, dass es manchmal nur einen kleinen „Schubser“ braucht, um ein auf Dauer geparktes Projekt trotzdem erfolgreich abzuschließen.
Das fertige Modell kann bis Ende Juli in der Vitrine des Modellbaufachgeschäftes “Werken, Spielen, Schenken” in Berlin Steglitz an der Schloßstr. 110B, begutachtet werden.
Erhältlich im gut sortierten Fachhandel sowie im Internet.
Gert Brandl, Berlin (März 2026)

