Vorbild: Der Westland Sea King ist die britische Linzenzversion des amerikanischen Hubschraubers Sikorsky S-61. Er unterscheidet sich erheblich von der amerikanischen Version. Angetrieben von zwei Rolls Royce Gnome Turbowellen-Triebwerken, verfügt er über britische U-Boot-Abwehrsysteme und ein vollautomatisches Flugsteuerungssystem. Primär eingesetzt zur U-Boot-Jagd, entwickelte die Firma Westland auch eine Ausführung zum Truppentransport namens Commando. Neben seinen Einsätzen im Falklandkrieg, den Golfkriegen, in Bosnien und Afghanistan diente er auch als Such- und Rettungshubschrauber bei der Royal Navy sowie bei der RAF. Der erste von Westland selbstständig hergestellte Sea King HAS.1 absolvierte seinen Erstflug am 7.Mai 1969 in Yeovil GB. Bis 1979 wurden von der Royal Navy 56 HAS.1 und 21 HAS.2 bestellt. Der Sea King wurde nach und nach modernisiert und für zahlreiche verschiedene Aufgaben angepasst. Die Version HAS.5 wurde 1981 in Dienst gestellt und war dabei eine verbesserte U-Jagdversion mit einem Radar größerer Reichweite, neuem akustischen Verarbeitungssystem sowie der Möglichkeit zum Einsatz von Sonarbojen. Der Westland Sea King hat eine Länge von 17 m und einen Rotordurchmesser von 18,9 m. Seine Geschwindigkeit beträgt ca. 207 km/h bei einer Reichweite von etwa 1230 km. Er kann zur U-Bootjagd mit verschiedenen Arten von Torpedos oder mit Wasserbomben ausgerüstet werden. Am 26.September 2018 wurde die letzte Variante im Dienst der Royal Navy außer Dienst gestellt. In vielen weiteren Ländern, so auch in Deutschland, wurden oder werden noch heute Westland Sea King für verschiedene Aufgaben genutzt.
Quelle: Wikipedia


Bausatz: Es handelt sich bei diesem Kit um den Bausatz, der von der Firma Airfix im Jahr 2023 aus neuen Formen auf den Markt gebracht wurde. Im großen und bis oben hin gefüllten Stülpkarton findet man, sicher verpackt, sieben Spritzrahmen aus grauem Kunststoff und einen klaren Spritzrahmen, so dass man auf insgesamt 348 zu verbauende Teile kommt. Die größten Bauteile finden sich dabei an den Rahmen A und C. Es handelt sich hierbei um Teile des Rumpfes, und die erste Erkenntnis ist, man braucht eine große Vitrine für das Modell. Insgesamt ist das fertige Modell 460 mm lang.


Beim Betrachten der Bauteile geht einem wirklich das Herz auf, und man kann sich an den sehr schönen Details überhaupt nicht satt sehen. Niete, so weit das Auge reicht. Erhabene und versenkte Strukturen, wie Panellines etc. Die Qualität der Gießäste ist dabei sehr gut. Ich konnte keinerlei Fischhaut, Sinkstellen oder sonstige Fehler erkennen. Das Cockpit ist sehr detailliert und verfügt, je nach Version, über verschiedene Instrumentenpanels. Die Anzeigen werden hier jeweils mit Decals dargestellt. Man muss sich also frühzeitig für eine der vier möglichen Varianten entscheiden. Die Kabine wird ebenfalls, je nachdem welche Version man bauen möchte, mit unterschiedlichen Details ausgestattet. Diese werden auf dem Kabinenboden montiert und in eine Verkleidung eingesetzt. Diese Baugruppe wird dann nach Abschluss in den zweiteiligen Rumpf eingebaut. Die Kabinentüren kann man sowohl offen als auch geschlossen darstellen. Sehr schön für einen guten Blick auf die schönen Details in der Kabine.


Einen sehr guten Eindruck macht auch die Cockpitverglasung, die einen großzügigen Einblick in das Cockpit erlaubt. Die Teile sind wirklich glasklar und schlierenfrei. Ein kleiner Bausatz im Bausatz ist der Rotorkopf, der aus mehreren Bauteilen besteht und einen stimmigen Eindruck hinterlässt. Sehr schön finde ich die Möglichkeit, die Rotorblätter auch eingeklappt darzustellen. Leider fehlt ihnen dabei der bei abgestellten Hubschraubern typische Durchhang. Ebenso kann man das Fahrwerk im ein- oder ausgefahrenen Zustand montieren.


Bauanleitung/ Bemalung: Die Bauanleitung liegt dem Bausatz als ein etwas dickeres Heft im Format A4 bei. Das Deckblatt wartet dabei mit einigen Informationen zum Original auf. Wie bei Airfix üblich, gibt es leider keine Übersicht über die enthaltenen Gießäste. Nach einigen Sicherheitshinweisen und der Erklärung der Piktogramme startet man sogleich mit dem Bau des Modells, indem man verschiedene Löcher in die Bodenplatte bohrt. Schon in dieser Phase muss man sich im Klaren sein, welche Variante man bauen möchte. 186 Bauschritte sind zu absolvieren, um das Modell zu bauen. Die einzelnen Bauschritte wirken dabei nicht überladen und sind eigentlich in einer angenehmen Art und Weise, auch farbig, dargestellt. Man muss jedoch, aufgrund der unterschiedlichen Varianten, sehr genau aufpassen und durch den gesamten Bau sehr konzentriert sein, um keine Fehler zu machen. Das macht die Bauanleitung etwas verwirrend. Aber nichts, was nicht zu bewältigen wäre.










Als Anleitung zur Bemalung liegen zwei farbig bedruckte Blätter im Format A3 dem Bausatz bei. Man hat die Auswahl aus vier verschiedenen Varianten. Als da sind:
- Westland Sea King HAS.1, No.826 Naval Air Squadron, Royal Naval Air Station Culdrose, Cornwall, England 1970
- Westland Sea King HAS.5, No.814 Naval Air Squadron, Royal Naval Station Culdrose, Cornwall, England 1988
- Westland Sea King HU.5, No.771 Naval Air Squadron, Royal Naval Station Culdrose, Cornwall, England 1995
- Westland Sea King HU.5, Heli Operations, Portland, Dorset, England 2022
Die Darstellung auf diesen Anleitungen ist sehr angenehm und übersichtlich. Es handelt sich um Vierseitenansichten, wobei Rotorkopf und Rotorblätter nochmals extra dargestellt sind. Es bleiben keine Fragen bezüglich der Positionierung der Decals oder der Bemalung bestimmter Bereiche am Hubschrauber offen. Wie bei Airfix üblich, nimmt man Bezug auf die Farben von Humbrol.




Der große Bogen mit Abziehbildern hinterlässt einen hervorragenden Eindruck. Die Decals sind, außer bei zusammenhängenden Ziffern und kompletten Schriftzügen, randscharf auf einer angenehm dünnen Trägerfolie gedruckt. Was mir letztendlich hier fehlt, sind Sicherheitsgurte. Die wären noch das i-Tüpfelchen, da das Cockpit und der Kabinenbereich gut einsehbar sind.

Fazit: Airfix stellt hier eine sehr gute Möglichkeit zur Verfügung, ein sehr schönes Modell dieses doch bekannten Hubschraubers zu bauen. In meinen Augen kann man dabei, bis auf die fehlenden Gurte, auf Zubehör verzichten. Für Einsteiger ist dieser Bausatz, aufgrund der doch umfangreichen Bauanleitung, nicht empfehlenswert. Fortgeschrittenen Modellbaufreunden, die konzentriert arbeiten und viel Platz in der Vitrine haben, ist dieser Bausatz unbedingt zu empfehlen.
Sven Bednareck, Berlin (April 2026)

