Geschichte: Don Prudhomme, Spitzname „The Snake“, ist ein US-amerikanischer Dragster-Rennfahrer. In seiner 35-jährigen Karriere gewann er viermal die NHRA FC-Meisterschaft. Prudhomme wurde 1991 in die Motorsports Hall of Fame of America aufgenommen.
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Bausatz: Den Ursprung hatte das Modell 1985 beim Hersteller Monogram mit dem Kartontitel „Don Prudhomme’s Trans Am Funny Car“ und „Pontiac Sporting“. Vierzig Jahre später feiert das Modell sein Comeback bei der Firma Atlantis. Der Bausatz kommt mit der übersichtlichen Anzahl von 69 Bauteilen daher. So befinden sich in der Schachtel die Karosserie, das Rohrgittergestell, zwei weiße und zwei verchromte Spritzlinge, ein Spritzling mit Verglasungsteilen, Vinylreifen und ein umfangreicher Decalbogen. Das Modell lässt sich aufgrund der geringen Teilezahl schnell zusammenbauen.


Um allerdings ein befriedigendes Ergebnis zu erhalten, fallen an einigen Bauteilen Zusatzarbeiten an. Beginnen wir mit der Karosserie. Die Außenhaut fällt bei erster Betrachtung „aalglatt“ auf. Auf den zweiten Blick fallen formtechnische Trennlinien rechts und links von der Karosserie auf, die sich von vorn nach hinten ziehen. Leider befinden sich diese Linien noch in den seitlichen Fensteraufnahmen, was die Versäuberungen noch zusätzlich erschwert. Im Heckbereich tauchen an Spoiler und am Seitenteil rechts hässliche Sinkstellen auf. Geringere Vertiefungen an der Karosserie werden durch das Auftragen einer Grundierung sichtbar. Die großen Auswurfmarkierungen innenseitig sollten ebenfalls bearbeitet werden. Nicht ganz so aufwendig geht’s beim Gitterrohrrahmen zu. Einige Auswurfmarkierungen sowie Trennlinien sind zu entfernen.


Bei den Chromteilen ist allerdings einiges an Mehrarbeit zu leisten. Die Chrombeschichtung fällt unnatürlich „satt“ für diesen Maßstab aus. Bei den Felgen kann man die Beschichtung noch durchgehen lassen. Bei den anderen Teilen findet sich stellenweise an den Trennlinien eine verchromte Fischhaut wieder. Das Entfernen dieser Haut hat oft eine Beschädigung der Chromschicht zur Folge. Ich tendiere hier die Verchromung zu entfernen, die entsprechenden Bauteile von Trennlinien und Auswurfmarkierungen zu befreien und für den Maßstab eine mehr natürlich wirkende Kolorierung aufzutragen. Der Motor selbst wurde trotz Alters recht gut umgesetzt. Gute Detaillierung, manche Teile etwas zu grob aber mit etwas Eigeninitiative lässt sich schon ein kleiner Hingucker zaubern.
Etwas einfacher fallen die Achskonstruktion und das Cockpit samt Armaturen aus. Ein Mischmasch aus weiß eingefärbten Kunststoffteilen und verchromten Bauteilen mit den vorab genannten Makeln.
Bei der Bereifung findet sich an den Vorderreifen stellenweise Fischhaut. Die hinteren Drag-Tyres sind zweiteilig gehalten und ergeben nach Montage ein vernünftiges Bild. Lediglich die Lauffläche sollte aufgeraut und von der Trennlinie befreit werden.




Die Verglasung für das Fahrzeug ist relativ dickwandig gehalten und weist stellenweise einen geringen „Lupeneffekt“ auf. Schlieren waren keine zu beobachten.
Bauanleitung / Bemalung: Die Bauanleitung als Faltblatt führt einfach und übersichtlich durch 16 Bauabschnitte. Bei den Farben ist Eigeninitiative angesagt. Hier geht es nur um die Verarbeitung der Farben Schwarz, Silber, Rot usw. Der Decalbogen fällt erfreulicher Weise recht umfangreich auf und ist randscharf und versatzfrei gedruckt.





Fazit: Ein typischer Vertreter der 80er Jahre in Sachen Qualität und Detaillierung. Jedoch ist es erfreulich, dass Atlantis speziell dieses Funny Car von Don Prudhomme aus jenen Jahren des letzten Jahrhunderts in sein Angebotssortiment aufgenommen hat. Mit etwas Eigeninitiative lässt sich noch einiges aus dem Modell herausholen. Das nötige Bildmaterial liefert wie so oft das Internet.
Der Bausatz ist im gut sortierten Fachhandel erhältlich.
Alexander Hilbig, Berlin (April 2026)

