Vorbild:
Der Leopard 2A7 wurde 2014 erstmals an die Bundeswehr übergeben und stellt eine Weiterentwicklung der Ausführung A6 bzw. A6M dar. Grundlage für diese Ausführung bildeten modernisierte Bestandsfahrzeuge, darunter aus den Niederlanden übernommene Leopard 2A6, die auf einen einheitlichen Rüststand gebracht wurden. Insgesamt wurden zunächst 20 Fahrzeuge auf den Stand A7 umgerüstet und an die Truppe übergeben. Im Vergleich zu früheren Versionen erfolgten mehrere Anpassungen, darunter eine Zusatzpanzerung im Bug und Seitenbereich der Wanne, eine Kampfraumkühlanlage („Klimaanlage“) sowie Änderungen an der Bordelektronik. Äußerlich sind insbesondere die geänderten Turmstaukästen, Anpassungen im Heckbereich wie die geänderte Konfiguration der Abschleppseile, die Erhöhung für die Kampfraumkühlanlage sowie die Aufnahmen für weitere Zusatzpanzerung erkennbar. Die 120-mm-Glattrohrkanone Rh 120 L/55 blieb als Hauptbewaffnung erhalten. Jedoch wurde der Feuerleitrechner für den Einsatz moderner tempierbarer Mehrzweckmunition „High Explosive“ (HE) befähigt.


Die Einführung des Leopard 2A7 erfolgte im Rahmen der schrittweisen Modernisierung vorhandener Leopard-2-Bestände. Die ersten Fahrzeuge bildeten dabei die Grundlage für weiterführende Anpassungen, die später im Leopard 2A7V zusammengeführt wurden. Ein Großteil der auf den Stand A7 gebrachten Fahrzeuge wurde im weiteren Verlauf auf den Rüststand A7V angehoben, sodass der A7 vor allem als Übergangsstufe innerhalb der Entwicklungslinie zu sehen ist. Auch andere Nutzerstaaten führten vergleichbare Modernisierungen durch oder orientierten sich bei eigenen Programmen an diesem Rüststand. (KI-unterstützt)
Quellen:
Bundeswehr. (2014). Leopard 2A7 an die Truppe übergeben.
https://www.bundeswehr.de/de/organisation/heer/aktuelles/leopard-2a7-an-die-truppe-uebergeben
European Security & Technology (ESuT). (2024). Kampfpanzer Leopard 2 – Fähigkeitsforderungen und Systembestimmende Randbedingungen. https://esut.de/2024/06/fachbeitraege/50591/kampfpanzer-leopard-2-faehigkeitsforderungen-und-systembestimmende-randbedingungen/
Heiming, G. (2023). Der Leopard 2 bleibt noch dreißig Jahre im Deutschen Heer: Die Brücke zum MGCS. Europäische Sicherheit & Technik (ES&T). https://esut.de/2023/10/fachbeitraege/45358/der-leopard-2-bleibt-noch-dreissig-jahre-im-deutschen-heer-die-bruecke-zum-mgcs/
Wikipedia. (2025). Leopard 2A7. https://de.wikipedia.org/wiki/Leopard_2#Leopard_2A7


Bausatz:
In den letzten Jahren brachten diverse Hersteller in 1/72 neue Kits oder Varianten ihrer bisherigen Leopard 2-Bausätze heraus. Meng reihte sich 2022 mit dieser Formneuheit in das Feld ein.
In dem attraktiv gestalteten, jedoch nicht besonders stabilen Faltkarton sind vier hellgraue Spritzgussrahmen sowie zwei einzeln beiliegende Turm- bzw. Wannenteile, ein Decalbogen sowie die Bauanleitung enthalten. Alle Teile wurden in einer einzelnen Tüte verpackt, was in Kombination mit dem Karton leider keine besonders transportsichere Lösung darstellt. Die Gussqualität der Teile entspricht dem hohen Niveau ostasiatischer Hersteller. Hierbei kamen auch Slide Mold-Formen zum Einsatz. Sinkstellen und Flash/Fischhäute konnte ich keine entdecken. Auswerfermarken befinden sich überwiegend an später nicht sichtbaren Stellen. Die Detaillierung fällt sehr fein aus und entspricht dem aktuell höchstmöglichen Niveau des Formenbaus. Vereinzelt lassen sich Teile noch dünner schleifen, dies hält sich aber in Grenzen.


Der Bau beginnt klassisch mit der Wanne und dem Laufwerk. Die Laufrollen sind zweiteilig ausgeführt. Bei den Triebrädern weist Meng sogar genau darauf hin, welche Teile am Zahnantriebskranz Grat sind und welche am Modell verbaut werden sollen. Die Wanne ist mehrteilig, sodass hier keine Vereinfachungen, wie bei Slide-Mold-Wannen üblich, hingenommen werden müssen. Die Details wie Stützrollen, Schwingarme und Kettenspanner werden separat angeklebt. Das ist etwas aufwendig, entspricht jedoch einem hohen Detaillierungsgrad und ermöglicht auch das Einfedern der Schwingarme etwa bei Geländefahrten. Die Ketten liegen als Segmente bei, wobei hier noch die Auswerfermarken zu versäubern sind. Auch an der Oberwanne und Heck geht es mit den feinen Details weiter: Abschlepphaken, Leitkreuz, Schneegreifer und Co. werden jeweils separat angebracht. Einige dieser Teile könnten auch erst nach der Lackierung angebracht werden, damit sie besser mit dem Pinsel bemalt werden können. Im Gegensatz dazu wurden die Werkzeuge auf dem Top Deck angegossen. Dies verringert den plastischen Eindruck und erschwert die Bemalung. Warum macht sich Meng so viel Mühe an der Unterseite, um am offensichtlichen Top Deck dann zu sparen? Schade! Die Fahrerluke ist geschlossen dargestellt. Links daneben befindet sich eine Aufnahme für Tarnstangen. Die Streben sind geschlossen gegossen und die Stangen wurden leider weggelassen. Hier kann der Modellbauer noch Verbesserungen vornehmen und die Streben entweder aushöhlen bzw. ersetzen oder alternativ die Tarnstangen ergänzen. Zudem fehlen die Abschleppseile. Je nachdem, ob man den Leopard 2 in der Kaserne, im Straßenmarsch oder im Gefechtsdienst darstellen möchte, muss man ggf. noch Anpassungen vornehmen. Hier helfen Referenzfotos.


Am Turm gilt es wieder viele Teile anzukleben. Positiv fällt auf, dass auch die Turmösen, Winkelspiegel und das PERI separat angebracht werden, was bei anderen Herstellern gerne mal vereinfacht wird, jedoch viel zur Plastizität beiträgt. Das PERI kann zudem gedreht angebracht werden, muss aber dann verklebt werden. Die Turmluken sind jeweils zweiteilig ausgeführt, sollen aber geschlossen dargestellt werden. Mit kleinen Anpassungen lassen sich diese geöffnet darstellen, allerdings gilt es dann noch das Innenleben der Luken zu ergänzen. Das Fla-MG ist für diesen Maßstab ausreichend detailliert. Besondere Vorsicht ist beim Abtrennen vom Spritzgussrahmen geboten, da hier sonst leicht der Rückstoßverstärker abbrechen kann. Die Bordkanone wird nicht geklebt und kann somit schwenkbar bleiben. Die Mündung liegt als separates Teil bei. Dieses weist bereits eine konische Öffnung auf, die ich jedoch nach dem Ankleben noch weiter aufbohren würde. Der Blenden-MG-Stopfen ist angegossen. Wer den Leo 2 im Gefechtsdienst darstellen möchte, muss diesen noch abtrennen und das Blenden-MG aufbohren. Die Zusatzpanzerung an den Seiten kann ebenfalls beweglich bleiben, wobei die Taschen auf den Innenseiten nicht dargestellt wurden und noch ergänzt werden müssten. Für die Antennen sind die Füße sowie der Staukasten am Turmheck beigelegt worden. Die Antennen selbst sind nicht enthalten und werden in der Bauanleitung auch nicht erwähnt. Hierfür kann der Modellbauer z. B. Insektennadeln verwenden.


Die Bauanleitung besteht aus einem langen, gefalteten Zettel und ist schwarz-weiß gehalten. Die 17 Bauschritte geben präzise alle Teileplatzierungen und zusätzlichen Tätigkeiten an. Fragen sollten keine offen bleiben. Als Bemalungsanleitung dient die farbige Rückseite des Kartons. Leider ist nur eine Bemalungsvariante enthalten:
- Panzerbataillon 203, Augustdorf, 2015
Als Farbsystem wird AK-Interactive angegeben. Die Farbangaben sollten jedoch mit Referenzmaterial abgeglichen werden. Der Karton zeigt beispielsweise, dass ein sonst schwarzer Gummischlauch silber bemalt werden soll. Die Decals sind sauber auf einem dünnen Trägerfilm gedruckt. Ein leichter Versatz ist jedoch bei den Kennzeichen erkennbar. Wer den Panzer im Gefechtsdienst darstellen möchte, muss die rot-weiß-gestreiften Platten (Decals 2-5) weglassen und ggf. die Schmutzfänger entfernen. Schade ist, dass bei diesem Fahrzeug kein Bataillonswappen beiliegt, obwohl die Kampfpanzer aus Augustdorf häufig welche aufweisen.



Fazit:
Meng bringt mit diesem Bausatz einen gut gestalteten Leopard 2A7 heraus. Der Bausatz überzeugt durch einen hohen Detaillierungsgrad in Spritzguss. Jedoch sind auch einige kleine Abstriche hinzunehmen. Die Ausführung A7 wird ebenfalls von Takom und Vespid Models sowie als Umbausatz für Revell von Y-Modelle angeboten. Meng bietet hierbei den günstigsten Bausatz, verzichtet jedoch auf Ätzteile oder weiteres Zubehör. Aufgrund der Teileanzahl und deren Komplexität ist der Bausatz eher für Modellbauer mit bereits vorhanden Panzermodell-Erfahrungen geeignet. Für diese ist der Leopard 2A7 empfehlenswert.
Erhältlich ist der Bausatz für ca. 12 € beim gut sortierten Modellbaufachhändler oder für Händler über Glow2B.
Philip Koch, Godern (April 2026)

