Vorbild: Das Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) Dingo ist ein gepanzertes, luftverladbares und bewaffnetes Radfahrzeug für Patrouillen – und Spähfahrten, das neben vielen anderen Nationen, auch von der Bundeswehr eingesetzt wird.
Mit Beginn der Auslandseinsätze der Bundeswehr zeigte sich der Bedarf an Fahrzeugen, die besonders gegen Angriffe mit Panzerabwehrminen geschützt sind. Der Rüstungsbereich der Bundeswehr entwickelte, basierend auf Erfahrungen des südafrikanischen Militärs, einen V-förmigen Minendeflektor. Die Firma Kraus-Maffei und das Ingenieurbüro Deisenroth integrierten diesen Deflektor am Fahrgestell eines Unimog U 100 L. Dieses Fahrzeug wurde als ATF 1 bezeichnet. Durchgeführte Erprobungen zeigten jedoch schnell Schwachstellen im Bereich des Fahrwerks auf und man erprobte das längere Fahrgestell des Unimog U 1550 L. Dieser Prototyp mit höherer Nutzlast und in schwierigen Gelände – und Straßenverhältnissen dem Vorgänger überlegen, erhielt die Bezeichnung ATF 2. Im Jahr 1999 erhielt KMW offiziell den Auftrag zum Bau von 56 ATF Dingo. Die Auslieferung begann im August 2000. Ein Großteil der Fahrzeuge ging direkt an die Einsatzverbände im Kosovo und Mazdonien. Die in der Truppenerprobung unter Einsatzbedingungen festgestellten Unzulänglichkeiten wurden beseitigt und ein zweites und drittes Baulos in Auftrag gegeben. Da man bei Daimler-Chrysler die Produktion des Fahrgestells vom Unimog U 1550 L einstellte, begann die Entwicklung eines Nachfolgemodells auf Basis des Unimog U-5000. Es erlaubte eine höhere Achslast, was zu einer größeren und stabileren Sicherheitszelle führte. Die ersten ausglieferten und jetzt als Dingo 2 bezeichneten Fahrzeuge hatten einen längeren Radstand und waren der Variante Patrouillien – und Sicherungsfahrzeug (PatSi) zuzuordnen.
Die Hauptaufgaben des ATF Dingo sind Konvoi- und Patrouillenfahrten auf halbwegs befestigtem Untergrund. Die Waffenanlage ist unter Panzerschutz bedienbar. Diese ist standardmäßig mit einem MG-3 im Kaliber 7,62 x 51 mm ausgerüstet. Der 222 PS starke Motor des Dingo 2 beschleunigt das Fahrzeug auf der Straße auf etwas mehr als 100 km/h, wobei das zulässige Gesamtgewicht 12,5 t beträgt. Die Besatzung besteht aus Fahrer, Kommandant, Richtschütze, 2 Nahsicherern und 3 Infanteristen. Bei der Bundeswehr gibt es außer der Ausführung Patrouillie – und Sicherung noch die Varianten als Bodenüberwachungsradar, Systeminstandsetzung, Personentransport und Gefechtsschadeninstandsetzung.
Quelle: Wikipedia

Bausatz: Die ursprüngliche Form dieses sehr interessanten Fahrzeugs der Bundeswehr stammt aus dem Jahr 2013 und wurde in den Jahren 2015 und 2019 durch neue Bauteile ergänzt. Geliefert wird der aus 237 Teilen bestehende Bausatz in der zwar stabilen, aber unpraktisch zur Seite zu öffnenden Schüttbox. Im Karton finden wir sicher in Folie verpackt acht Gießäste aus grauem Kunststoff, zwei aus transparentem Kunststoff, vier Reifen aus Gummi, einen kleinen Bogen mit Abziehbildern, einen Draht zu Darstellung der Antennen sowie die Bauanleitung. Die Teile machen dabei insgesamt einen guten Eindruck. Zwar findet man hier und da ein paar Auswerfermarken, aber diese sind ohne großen Aufwand zu entfernen.


Über die Passgenauigkeit kann ich aus eigener Erfahrung und durch Austausch mit anderen Modellbauern berichten, das es ein paar Probleme im vordere Bereich beim Übergang von Fahrgastzelle zur Motorhaube gibt. Insgesamt aber nichts, was man nicht bewerkstelligen kann. Ansonsten weisen die Bauteile schöne Strukturen auf, die das Auge des Betrachters erfreuen. Der Fahrzeugrahmen wird aus mehreren Teilen zusammengesetzt, was genaues Arbeiten erfordert, um sich nicht weitere Probleme zu schaffen. Der Bausatz glänzt mit einer Motornachbildung sowie einem kompletten Antriebsstrang. Alle Türen und auch die Motorhaube können geöffnet oder geschlossen gebaut werden. Der geöffnete Bau der Türen bietet sich an, da auch eine sehr schöne Inneneinrichtung enthalten ist. Die Klarsichtteile haben ihren Namen auch verdient und lassen auch einen Blick auf die schöne Innenausstattung zu.




Die Reifen bestehen, wie oben bereits geschrieben, aus Gummi und werden auf jeweils zweiteilige Felgen gezogen. Sie haben ein sehr schönes Profil, weisen aber keinerlei Herstellerangaben auf. Die Waffenstation auf dem Dach besteht ebenfalls auch mehreren Teilen und bleibt nach dem Anbau an das Fahrzeug beweglich. Als Antenne ist an der Bauanleitung ein Stück Draht befestigt, welches am Modell anzubringen ist.



Bauanleitung/Bemalung: Die Bauanleitung liegt dem Bausatz als farbiges Heft im Format A4 vor. In 69 Baustufen, inklusive der Bemalung, wird der Modellbauer durch den Bau begleitet. Die einzelnen Bauschritte sind dabei sehr übersichtlich gehalten. Es sollten daher eigentlich keine Fragen offen bleiben. In den einzelnen Bauschritten sind zum Teil auch Farbangaben für einzelne Bauteile/Baugruppen enthalten, was ich sehr schön finde.




Revell stellt drei Bemalungsvarianten zur Wahl. Einmal in Nato-Dreifarb-Tarnung und zwei Fahrzeuge, die 2009 bzw. 2010 in Afghanistan im Einsatz waren. Die Farben sind dabei aus dem hauseigenen Programm, inklusive der revell’schen Mischanleitung für einzelne Farben. Der enthaltene Decalbogen ist mit dem Prädikat „Klein, aber fein“ zu versehen. Er wurde im Jahr 2019 randlos gedruckt und ist, wie ich feststellen konnte, sehr angenehm zu verarbeiten.




Fazit: Revell stellt mit diesem Bausatz eine sehr schöne Möglichkeit zu Verfügung, ein interessantes Fahrzeug im Einsatz bei der Bundeswehr zu bauen. Der Bausatz ist mit Schwierigkeitslevel 4 angegeben und daher nicht unbedingt als Einstieg in unser schönes Hobby zu empfehlen.
Trotz der angesprochenen kleinen Problemchen im Frontbereich, sollte der erfahrene Modellbauer ein schönes Modell in die Vitrine stellen können. Von mir daher eine klare Kaufempfehlung.
Sven Bednareck, Berlin ( März 2026)

