Vorbild: Die Boeing P-26A Peashooter war das letzte Jagdflugzeug des US Army Air Corps mit starrem Fahrwerk und offenen Cockpit. Sie war deutlich schneller als die Vorgänger und besaß Landeklappen. Am 20. März 1932 war der Erstflug dieser kleinen Maschine. Angetrieben wurde das Flugzeug von einem Pratt & Whitney R-1340 Wasp Sternmotor.

Ab 1934 wurden die bestellten 136 Exemplare in Dienst gestellt. Sie waren schnell veraltet. Elf modifizierte P-26C und als Model 281 bezeichnete erhielt China und eine ging nach Spanien. In Guatemala flogen die letzten P-26A bis 1956.

Die Philippinen übernahmen von den USA einige P-26. Diese kämpften gegen die japanischen Invasoren einen aussichtslosen Kampf.

Bausatz: Der Revell-Bausatz aus den 1960er Jahren war lange Zeit das einzige Modell der Boeing P-26 in 1/72. Danach folgte erst 2003 Pavla aus Tschechien. Nochmal zehn Jahren vergingen, bis AZ-Model einen Bausatz mit Resinteilen herausbrachte. Nun brachte man 2025 unter dem Label Kovozávody Prostéjov einen neuen Bausatz der P-26 in 1/72 heraus.

In der unpraktischen Schüttbox befinden sich gut verpackt ein grauer Spritzling mit 42 Teilen, ein Fotofilm, ein Decal und die Bauanleitung. Die Abspritzung der Bauteile ist tadellos und nicht zu vergleichen mit dem älteren Bausatz. Man findet kaum Grat aber dafür feine versenkte Strukturen.

Aus acht Teilen wird das Cockpit zusammengebaut. Das Instrumentenbrett muss bemalt werden. Sitzgurte gibt es als Decal. Das hat man bei KP schon mal besser gemacht. Allerdings gibt es für den älteren AZ-Bausatz bei Brengun noch einen Fotoätzteilset. Dieses kann und sollte man hier sehr gut verwenden.

Die Hosenbeinfahrwerke werden aus jeweils drei Teilen zusammengefügt. Die Räder sind einteilig. Der aus zwei Teilen bestehende Motor sieht etwas einfach aus. Auch hierfür liefert Brengun etwas Detailhilfe. Die Motorverkleidung ist zweiteilig. Aus acht Teilen wird die Auspuffanlage zusammengebaut.

Für die Bewaffnung soll man Rundmaterial verbauen. Leider gibt es nicht einmal Hinweise zum Durchmesser des Materials. Zumeist waren M1919 Brownings eingebaut, und diese findet man bei Master als Metallteil. Die größte Herausforderung beim Bau stellt die Verspannung dar. Hierfür liefert KP in der Bauanleitung einen vernünftigen Plan.

Als Cockpitverglasung liefert KP einen Fotofilm. Das ist bisschen zu einfach. Im Fotoätzteilbogen liefert Brengun einen schönen Rahmen dafür. Der Decalbogen ist tadellos gedruckt. Auf der Kartonrückseite befinden sich die Bemalungshinweise mit den allgemeinen Farbhinweisen.

Bemalungen:

  • P-26A der 17th Pursuit Group, 34th Pursuit Squadron, USAAC, in Versuchbemalung, 1936;
  • P-26A der 18th Pursuit Group, 19th PS, USAAC, Wheeler Field, Hawaii, 1939;
  • P-26A der 96th Pursuit Group, 17th PS, USAAC, Selfridge Field, Michigan, 1934.

Fazit: Die Boeing P-26 von KP in 1/72 ist nicht der große Wurf, aber eine sehr gute Grundlage für den erfahrenen Modellbauer. Für diesen ist der Bausatz sehr zu empfehlen.

Literatur:

P-26 Mini in action, Mini in action No. 2, Larry Davis, Squadron/Signal Publication 1994, ISBN  978-0897473224.

Volker Helms, Godern (April 2026)

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