Das Vorbild: U-552 war ein deutsches U-Boot vom Typ VII C. Es wurde am 4. Dezember 1940 in Dienst gestellt. Kommandant des Bootes war bis September 1942 Kapitänleutnant Erich Topp, danach wurde das Boot von Kapitänleutnant Klaus Popp befehligt.

Das U-Boot U-552 war mit insgesamt 15 Unternehmungen und einer versenkten Tonnage von 152.250 BRT eines der erfolgreichsten deutschen U-Boote während des Zweiten Weltkrieges. Neben den Frachtern versenkte Kommandant Topp das erste US-amerikanische Kriegsschiff, das während des Zweiten Weltkrieges von deutschen U-Booten versenkt wurde. Aufgrund der Erfolge und des roten Teufels, der als Abzeichen auf den Turm des Bootes gemalt war, wurde  U-552 auch „Teufelsboot“ genannt.
(Auszug aus Wikipedia)

Foto Bundesarchiv

Das Bauprojekt: Inzwischen konnte ich schon einiges an Erfahrung zum Thema U-Boot Modellbau im Maßstab 1:350 sammeln und dabei handelte es sich leider nicht nur um Gute. Am Wichtigsten in dem Kontext sind einfach gesunde Nerven und eine ruhige Hand, sofern man sein Modell mit Hilfe von Ätzteilen etwas aufwerten will, denn diese sind im Maßstab 1:350 meist winzig. Ich kann und mag mir gar nicht vorstellen, wie man damit im Maßstab 1:700 umgeht.

Was mir noch definitiv in meiner Sammlung fehlt, ist ein U-Boot vom Typ VII. Seit dem Film „Das Boot“, in dem das traurige Schicksal von U-96 weltweit in Kinos gezeigt wurde, ist gerade dieser Typ stellvertretend für die deutsche U-Boot Waffe, die im Zweiten Weltkrieg zumindest in den ersten Jahren des Krieges gefürchtet war.

Vom Typ VII gibt es in 1:350 einige Bausätze, die ich fast alle in meiner Sammlung habe. Allerdings wollte ich für dieses Vorhaben den sehr einfach wirkenden uaber wirklich beeindruckend günstigen (ca 17 Euro) Bausatz von Revell nutzen. Dieser besteht aus fünf Gussästen in hellgrauem Plastik, wovon 3 dem Rumpf, einer dem Turm und weiteren Aufbauten und der fünfte in erster Linie den Antriebsteilen gewidmet ist.

Alle Teile machen einen sehr guten und sauberen Eindruck. Flash konnte ich lediglich am Ständer feststellen, wobei diese Unsauberkeit leicht behoben werden kann.

Um das Modell noch etwas aufzuwerten, habe ich einige Zurüstsätze aus dem Zubehörmarkt genutzt.

Verwendete Materialien:

Revell, Typ VII C U-Boot, 83506
Eduard, Typ VII C Ätzteile,
Black Cat, 2cm Flak C/30, AC350064a
Black Cat, SK 8,8cm C/35, AC350072b
North Star Models, Kriegsmarine Figures, 350507


Das Bauprojekt: Nach dem Trennen der Rumpfteile von den Gussästen, wurden diese sauber verschliffen und dann mit Hilfe von Tamiya Extra dünnem Plastikklebstoff zusammengefügt. Die Passgenauigkeit war ausgezeichnet und es musste weder an den Rändern des Deckteils noch am Rumpf gespachtelt werden. Hier ist der Formenbau von Revell als perfekt zu bezeichnet. Warum ich das erwähne? Ganz einfach, weil ich das in dieser Perfektion bis jetzt noch bei keinem der von mir gebauten Modelle so feststellen konnte. Auch die Teile für den Turm waren schnell versäubert und zusammengefügt. Auch hier passt alles perfekt! Der Rohbau war damit nach kürzester Zeit abgeschlossen. Großes Lob an Revell für das gute Design und die hervorragende Passgenauigkeit. Das Modell baut sich fast von selbst und so etwas macht richtig Spass.

Nun musste das Model für die Ätzteile vorbereitet werden, was drei Bereiche betrifft:

1. Die Oberflächendetails am Bug und am Heck wurden dort entfernt, wo die beiden Ätzteile aufgesetzt werden sollten

2. Die ziemlich großen Aufnahmelöcher für die Relings auf der Rumpfdeckplatte wurden mit Plastikmaterial verschlossen

3. Die lediglich angedeuteten Handläufe seitlich am Turm wurden vorsichtig mit einem Bastelmesser abgeschabt

Im Anschluss daran bereitete ich die beiden Bordwaffen vor. Hier ist äußerste Vorsicht geboten, wenn man die Teile von den Druckstreben löst, denn insbesondere die Schulterstützen sind extrem fein und zerbrechlich. Bei der 8,8cm Schiffskanone ist noch das Geschütz mit der Lafette zu verkleben.

Nun folgte der Teil des Bauprojektes, vor dem ich echten Respekt habe: Das Verbauen der Ätzteile.
Bug- und Heckplatte waren im Nu angebracht und auch die vier kleinen runden Gitter am Bootsrumpf bereiteten keine Probleme. Auch die vier Teile für die Reling konnte ich ohne Schwierigkeiten mit Superkleber anbringen. Ein großer Vorteil ist hier, dass man sich sehr gut an den Aufnahmestellen für die Plastikteile orientieren kann und die Ätzteile an den inneren Seiten der Kanten der Decksplatte einen guten Halt finden. 1. Hürde gemeistert.

Die Konstruktion am Bug, mit dessen Hilfe Sperrseile durchschnitten werden konnten, war als nächstes an der Reihe und auch das ging einfacher von der Hand als befürchtet. Allerdings habe ich danach bemerkt, dass ich mehrfach den Atem angehalten habe. Das scheint hilfreich zu sein, wenn man kleine Teile verklebt. Für das Auftragen der winzigen Tröpfchen Superkleber nutze ich Akupunkturnadeln. Das funktioniert bestens! Auch bei den beiden Halterungen am Heck verlief alles problemlos. Die wirkliche Herausforderung bei diesem Modell bestand darin, die winzigen Haltegriffe an den Turmseiten anzubringen. Zum einen sind diese extrem klein und zum anderen müssen sie auch noch stumpf ohne Aufnahmepunkte angeklebt werden. Diese Aktion kostete mich einen ganzen Abend, aber auch das war dann endlich geschafft. Die Rundantenne habe ich noch durch einen dünnen Kupferdraht ersetzt und dann noch den kleinen „Wintergarten“ aus den beiden Ätzteilen angefertigt und angeklebt.


Auf den Fotos vom Original ist zu erkennen, dass die beiden Bereiche zwischen den Relings mit dünnen Ketten gesichert waren. Dies habe ich dann noch mit Hilfe von Rigging Material (Uschi „Fine“) umgesetzt.


Die Bemalung: Nach einer Reinigung aller Teile mit IP-Alkohol und dem Auftrag von Mr Primer for Metal auf die Ätzteile, erhielten alle Teile ein Grundierung mit verdünntem Mr Surfacer 1500 Mahagonibraun, womit eine einheitliche Basis für die noch folgenden Bemalungsschritte gewährleistet war.

Die Auswahl der Farben erwies sich als kleine Odyssee. Ich habe zwar diverse Farben von Tamiya, Vallejo, Humbrol und Gunze, aber nichts aus dem Sortiment von Revell, auf die aber im Bauplan verwiesen wurde. Beim Versuch mittels Internet entsprechende Farben aus meinen Sortimenten zuzuordnen oder sogar mit Hilfe von KI Vorschläge zum Anmischen aus Tamiya Farben zu finden, wurde es konfus. Die vorgeschlagenen Farben stimmten so gut wie gar nicht mit den RAL Farben überein und beim Thema Anmischen wurde es so richtig wild. Hier erhielt ich mehrere unterschiedliche Vorschläge, die leider auch nicht stimmig aussahen.

Schließlich mischte ich mir die Farbtöne unter Verwendung von Tamiya Farben selbst an, wobei ich mich an den RAL Farbkarten orienterte.

Beim Lackieren begann ich mit dem Unterboden des Schiffsrumpfes und nach ausreichender Trockenzeit und dem Abkleben bis zur Wasserkante mit Masking Tape, folgten dann die Farbe für das Deck und die Aufbauten und danach die für die Seitenflächen des Modells. Die Relings und Kleinteile wie Rettungsringe, Periskope und Positionsleuchten erhielten dann noch einen Farbanstrich mit einem feinen Pinsel.


Nach einer weiteren Trockenzeit erhielt alles eine Schutzschicht mittels Klarlack und dann konnten die Abziehbilder angebracht werden. Trotz Hochglanzlackierung des Ständers, stellt sich leider ein leichtes Silvering bei den Abziehbildern ein, was ich noch etwas reduzieren konnte. Bei den spiegelbildlichen Teufeln, die vorne am Turm anzubringen waren, musste ich das Abziehbild an zwei Stellen mit dem Bastelmesser einschneiden, damit es sauber über die vorderen Bereiche der Handläufe gelegt werden konnte. Auch dieses Abziehbild wurde noch mit Klarlack versiegelt, damit sich keine Probleme für das noch folgende Weathering ergeben. Dann konnte ich alle Einzelteile zusammenfügen.


Vor den abschließenden Alterungsaktivitäten am U-Boot habe ich noch vier 3D gedruckte Figuren vorsichtig vom Teileträger gelöst und unter der Lupe bemalt. Die Bemalung von Figuren in 1:350 ist schon eine völlig andere Sache als in 1:35. Allerdings ist es erstaunlich, dass man mit einem leichten Wash mit dunkler Ölfarbenbrühe, auch hier doch noch einige Details herauskitzeln kann.

Jetzt erhielt das Modell einen Wash mit verdünnter schwarzbrauner Ölfarbe, wovon ein Großteil nach kurzem Antrocknen mit einem sauberen Pinsel wieder entfernt wurde, kleine Details und die Wasserablaufschlitze auf den Bootsseiten erhielten noch Pin-Washes mit fast schwarzer, verdünnter Ölfarbe und dann wurden noch Roststellen und Wasserablaufstreifen aufgetragen.

Der Abschluss des Projektes bestand wieder darin, das Rigging mit Hilfe von elastischen, dünnen Fäden (Material von Uschi / Fine) anzubringen, die Fahne aus dem Bausatz sowie auch noch den länglichen weissen Heimkehr Wimpel zu hissen, der bei einer Fahrt von über 6 Monaten angebracht wurde.



Fazit: Mit dem Bau des „Teufelsbootes“ habe ich mich endlich auch einem U-Boot vom Typ VII widmen können. Den Bausatz von Revell kann ich wärmstens empfehlen, auch wenn die Nieten und Fugennähte etwas übertrieben groß sind. Aber so kommen sie in diesem Maßstab wenigstens zur Geltung.

So ganz reibungslos verlief es mit dem Rigging leider doch nicht, denn ich habe durch zwei Ungeschicke kurz vor Abschluss des Bauprojektes die seitlichen Riggings zwischen den Relings jeweils komplett zerstört und musste diese dann unter Jaulen neu anbringen.

Das fertige Modell kann bis Ende April in der Vitrine des Modellbaufachgeschäftes “Werken, Spielen, Schenken” in Berlin Steglitz an der Schloßstr. 110B, begutachtet werden.

Gert Brandl, Berlin (Februar 2026)

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