Jedes Jahr nehme ich mir ein Großprojekt vor, und 2026 war es die Su-25UB von Trumpeter im Maßstab 1/32. Die blaue Tarnung der Su-25UTG fand ich jedoch schon immer besonders interessant, weshalb schnell der Plan entstand, die UB-Variante zur UTG umzubauen.

Die Su-25UTG wurde speziell als Trainingsflugzeug für Start- und Landeübungen auf dem russischen Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ entwickelt. Dafür wurde unter anderem ein Fanghaken angebracht und die Maschine mit spezieller Avionik ausgestattet. Zum Einsatz kam dabei das automatisierte Anflug- und Landesystem Resistor-K4, das die Piloten bei den anspruchsvollen Landungen auf dem Flugzeugträger unterstützen sollte.

Um Gewicht einzusparen, wurde die Su-25UTG zudem von Bewaffnung und Teilen der ursprünglichen Panzerung befreit. Trotz dieser Maßnahmen erwies sich der Einsatz auf dem Flugzeugträger als problematisch. Es kam unter anderem zu Fahrwerksbrüchen und Unfällen. Letztendlich wurde das Programm später eingestellt.

Begonnen wurde erst einmal ganz klassisch mit dem Cockpit. Da Trumpeter-Sets gewohnt eher ein simples Cockpit haben, und die Su-25 hier besonders schlecht umgesetzt ist, verbaute ich das Set von Quinta Studio.

Leider fehlte für den zweiten Steuerknüppel das entsprechende Decal. Das fiel mir jedoch erst auf, nachdem ich die vorhandenen Details bereits abgeschliffen hatte. Also musste ich etwas Schadensbegrenzung betreiben. Danach habe ich auch noch, wie auch immer, das zweite Instrumentenbrett verlegt. Das Quinta-Decal ist jedoch stabil genug, um auch ohne dieses Teil an Ort und Stelle zu bleiben.

Die beiden Piloten von Aires haben ebenfalls ihren Platz im Cockpit gefunden. Ich wollte eine Szene darstellen, in der die Piloten bereits in ihren Sitzen Platz genommen haben, die Maschine jedoch noch nicht abflugbereit ist.

Nach dem Bemalen folgte noch etwas Weathering, und damit war das Cockpit soweit fertig. Die Piloten waren zwar in Ordnung, gefielen mir aber bis zum Schluss nicht so richtig. Ganz am Ende habe ich deshalb noch einmal selbst Hand angelegt, und siehe da: Jetzt sehen die beiden wesentlich gesünder aus.

Nun durfte das Cockpit in die beiden Rumpfhälften, und hier unterlief mir vermutlich der größte Fehler des gesamten Baus. Die korrekte Position des Cockpits ist mir irgendwie nicht ganz klar geworden. Setzt man es entsprechend der angegebenen Markierungen ein, bleibt vorne ein riesiger Spalt. Also habe ich es kurzerhand so eingeklebt, wie es für mich im Zusammenspiel mit dem Rumpf am „sinnvollsten“ erschien.

Wie sich später herausstellte, war das ein großer Fehler.

Nun passte nämlich das Cockpitglas nicht mehr. Ich musste den Rahmen daher um gut 2 mm erweitern, damit sich die einzelnen Elemente überhaupt irgendwie anbringen ließen. Dafür verwendete ich Tamiya Epoxy Putty.

Die beiden Rumpfhälften sowie die Triebwerksgondeln bestanden jeweils aus zwei Hälften. Diese passten nur so lala zusammen, weshalb ich anschließend die gesamten Niete und Panel Lines neu ziehen musste.

Das Modell bietet zudem die Möglichkeit, verschiedene Klappen geöffnet darzustellen, um beispielsweise die Avionik oder auch die Triebwerke zu zeigen. Die linke Klappe wollte ich definitiv offen lassen und dort eine kleine Szene mit Crew darstellen. Eines der Triebwerke hatte ich ebenfalls bereits lackiert, allerdings fiel mir kein wirklich sinnvoller Grund ein, warum auch diese Klappen geöffnet sein sollten. Also wurde das Triebwerk am Ende doch wieder geschlossen.

Für die Avionik verlegte ich noch einige zusätzliche Kabel, bevor ich mich um das Entfernen der Bordkanone sowie weiterer Bauteile kümmerte, welche die UTG nicht besitzt.

An der Stelle der Bordkanone hatte der Bausatz allerdings ein riesiges Loch vorgesehen. Dieses füllte ich vollständig mit Tamiya Epoxy Putty und brachte die Oberfläche anschließend wieder in Form.

Der Fanghaken wurde von mir komplett selbst gegossen. Ich besitze noch eine MiG-29K von Trumpeter in 1/32 und fertigte davon einen Silikonabdruck des Fanghakens sowie der dazugehörigen Halterung an. Daraus goss ich anschließend mit Resin einen neuen Fanghaken. Solange das Resin noch nicht vollständig ausgehärtet war, konnte ich den Haken vorsichtig in die passende Form biegen.

Während der Bauphase bekam ich von Eduard noch das Exterior-Set dazu. Dieses ist eigentlich für die Su-25A gedacht, weshalb ich davon nur wenige Teile verwenden konnte. Die Bremsklappen sind für mich jedoch das absolute Highlight dieses Umbaus.

Soweit so gut, nun ging es ans Lackieren. Wie immer musste natürlich etwas Neues ausprobiert werden. Da ich inzwischen eine neue Airbrush hatte, wurde auch das Pre-Shading etwas anders ausgeführt als gewohnt. An wenigen Stellen kann man die Unterschiede tatsächlich noch erkennen.

Die Farben stammen von AMMO by Mig Atom und wurden komplett freihand lackiert. Das Originalflugzeug sieht teilweise sogar noch etwas wilder aus, aber ich finde, die charakteristische Tarnung wurde am Modell gut getroffen.

Im nächsten Schritt folgten noch die Details, das Fahrwerk, die Decals und etwas Weathering mit dem Drybrush. Nun ging es richtig flott voran.

Ich wollte ja eine Szene auf dem Träger darstellen und fragte meinen Vater, ob man nicht ein Stück Flugzeugträger mit dem 3D-Drucker herstellen könnte. Also wurde der Plan gefasst und die Konstruktion entsprechend geplant.

Am Ende stand tatsächlich ein rund ein Meter großes Diorama im Raum. Allerdings hätten die Kosten dafür den Rahmen komplett gesprengt, weshalb wir uns letztendlich auf den Aufzug beschränkten. Dieser ist jedoch auch noch immer ziemlich groß geworden.

Dazu kamen noch ein Decktraktor und eine kleine Crew. Gerade die Figuren waren gar nicht so einfach zu bekommen, da die Auswahl an modernem russischem Personal im Maßstab 1/32 doch sehr begrenzt ist.

Der Fahrstuhl bestand aus vier Elementen, die leider ziemlich stark verzogen waren. Daher war auch hier einiges an Nacharbeit erforderlich.

Der 3D-Drucker meines Vaters schaffte es außerdem nicht, das Lenkrad des Traktors zu drucken. Daher hat dieser aktuell noch keines. Dank Steve, einem Mitglied aus dem Verein, wird das aber noch nachgeholt.

Nun ist das Modell samt Base endlich fertig, und hier ist das Ergebnis. Dabei ist mir tatsächlich noch ein letzter Fehler aufgefallen: Im Laufe des immer wieder notwendigen Auf- und Abbaus habe ich die Landeklappen vertauscht. Aber ich hoffe, das Modell gefällt euch trotzdem.

Florian Schuster, Berlin (Sept. 2026)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert