Vorbild: Manchmal muss man sich einfach mit dem zufrieden geben, was man hat. Unter diesen einen Satz könnte man Entwicklung und Einsatz der P-40 zusammenfassen. Denn obwohl sie den Jagdflugzeugen der Achsenmächte unterlegen war, konnte man mangels Alternative (wie parallel auch bei der P-39) zu Kriegsbeginn nicht auf dieses ausgereifte Muster verzichten, das als erstes einsitziges Jagdflugzeug in Großserie ging. So wurde der aus der P-36 weiterentwickelte Jäger in großen Stückzahlen an die USA und Ihre Verbündeten ausgeliefert. Curtiss gelang es, die P-40 mit immer neuen Verbesserungen wie z.Bsp. stärkeren Motoren und Gewichtsreduktion im Spiel zu halten. Die P-40N ist die letzte und mit über 5200 Exemplaren zahlenmäßig stärkste Version. Sie kam überwiegend auf dem pazifischen Kriegsschauplatz zum Einsatz. Auffälligstes Merkmal der N-Version ist die überarbeitete Kanzel. Apropos Kanzel: Die nächste Version wäre wahrscheinlich die P-40Q mit Vollsichtkanzel (Bubble Top) geworden. Doch den Anlauf der Serienproduktion verhinderte der weitere Kriegsverlauf.



Bausatz: Die P-40 ist bei Modellbauern aufgrund Ihrer Optik sehr beliebt. Die verschiedenen Varianten und die große Auswahl der Länder, die sie einsetzten, machen den Jäger ebenfalls attraktiv.
Nach Spitfire, Mustang, Zero und Wildcat wählte Eduard unlängst dieses bekannte Jagdflugzeug als Grundlage für eine ganze Serie. Nach der P-40E liefert man jetzt die N-Version in den Ausführungen Royal Class, Profipack und der mir vorliegenden Weekend Edition aus.



Und setzt sogleich wieder Maßstäbe! Diese P-40 Reihe bringt die mit Abstand besten Bausätze dieses Flugzeuges in 1/48 hervor. Mit welcher Liebe zum Detail vorgegangen wurde, ist wirklich beachtlich. Hier findet man feinste Gravuren (negative und positive) bis in die kleinsten Seitenbleche. Nicht nur Ruder und Klappen können separat angebaut werden, auch bei der Stellung der Kühlklappen hat man die Wahl zwischen offen oder geschlossen. Überall sind kleine und sauber herausgearbeitete Details anzutreffen, wie z. Bsp. die zahlreichen Anbauteile für das Cockpit-Innere oder der stoffummantelte Schutz für das Spornrad. Professionell: Das Vorderteil der Kanzel ist in einem Stück mit dem benachbarten Rumpfteil gefertigt. Das soll den Bau vereinfachen, denn die Klarsichtteile kommen somit nicht mehr mit Klebstoff in Berührung. Wer das Cockpit geöffnet darstellen möchte, dem steht wie bei der E-Version eine zweite, etwas breitere Schiebehaube zur Verfügung. Die Klarsichtteile sind schön detailliert und genau so sauber und schlierenfrei wie der Rest des Bausatzes. Eduard hat hier außerdem einen gängigen Fehler bei P-40 Modellen vermieden, indem es den Kanzelboden gewölbt und nicht gerade hergestellt hat. Ein P-40 Pilot saß nämlich mit seinen Füßen auf der Oberseite der durchgängig gefertigten Tragfläche! Auch an die Außenlasten wurde gedacht. Neben Bomben und Zusatztanks gibt es alternativ auch die bekannten Bazooka Rocket Launcher.



Top-Qualität findet sich auch bei den Decals wieder. Für eine Version wurden die US-Hoheitszeichen sogar etwas ausgeblichen dargestellt. Darüber hinaus liegen wieder die entsprechenden Stencils bei.
Anleitung: Wer heute einen Eduard-Bausatz kauft, wird stets in den verständlichen Bauanleitungen ausführlich über das Original informiert und bekommt die zu bauenden Varianten entsprechend umfangreich mit Farbprofilen und Einsatzgeschichte vorgestellt.

Bemalung: Vier Varianten stehen dem Modellbauer zur Verfügung:
A:
P-40N-5, Lt. David R. Winternitz, 8th FS, 49th FG, Neu Guinea, März 1944
B:
P-40N-5, 42-105174, Lt. Col. Julian E. Thomas, CO of 45th FS, 15th FG, Makin Atoll, Januar 1944
(Das ist die Variante mit den ausgeblichenen “Stars and Bars“!)
C:
P-40N-20, 43-22761, Lt. Charles G. Whitley, 89th FS, 80th Fighter Group, Indien, 1943 (spät)
D:
P-40N-20, 43-23194, Lt. J.A. Thomas, 110th TRS, 71th TRG, Middelburg Island, September 1944




Eduard hat damit eine abwechslungsreiche sowie interessante Auswahl zusammengestellt. Auch hier ist wieder eine Extra-Seite den Stencils gewidmet.
Als Farben werden die verschiedenen Produktlinien der Firma GSI (Gunze) angegeben.





Fazit: Ein Stülpkarton voll mit purem Bastelspass!
Eduard kann hier erneut Maßstäbe setzen. Auch bei der P-40 ist jetzt ein Bausatz der Marke Eduard der neue Gold-Standard!
Marco Doehring, Stuttgart (Juni 2026)

