Das Vorbild: Unter den Armeen der europäischen Großmächte war die Armee Österreich-Ungarns am wenigsten auf einen Krieg vorbereitet. Hintergrund dafür war unter anderem eine zu kleine industrielle Basis für die moderne Ausstattung der Truppen, auch wenn punktuell Spitzenprodukte gefertigt wurden, wie etwa die Mörser von Skoda. So betrug die österreichische Produktion an Artilleriegranaten nie mehr als eine Million Stück pro Jahr, während die russischen Fabriken 1916 schon vier Millionen Stück fertigten. Nur allmählich wurden die Streitkräfte mit zeitgemäßem Kriegsgerät ausgerüstet. Die Logistik war unterentwickelt, so dass es oft zu Versorgungsproblemen kam.
Die Bewaffnung mit Infanteriewaffen und Artilleriegeschützen war zeitgemäß, jedoch nur bezüglich des stehenden Heeres. Für die Reserven im Mobilmachungsfall war zum allergrößten Teil nur veraltetes Gerät vorhanden. Als Maschinengewehr fand in erster Linie der Typ Schwarzlose M. 7, auch bekannt als Schwarzlose MG 07/12 Verwendung. Dieses galt während des gesamten Ersten Weltkriegs als Standardwaffe in der österreichisch-ungarischen Armee. Im Zweiten Weltkrieg wurde es von der niederländischen, griechischen und ungarischen Armee weiterhin verwendet.
(Auszug aus Wikipedia)
Der Bausatz: Bereits im Jahr 2017 veröffentlichte ICM ein kleines Figuren-Set mit einem Schwarzlose MG 07/12 und zwei passenden Figuren. Der Bausatz wird in einem kleinen Stülpkarton geliefert, in dem man neben einem Gussast für die beiden Figuren einen zweiten für deren Ausrüstung und das MG findet. Auf dem Deckel des Kartons ist eine plakative Abbildung des MG Teams in Aktion dargestellt.
Die Teile der Figuren machen noch immer einen guten Eindruck. Im Vergleich zu aktuellen Produkten ist allerdings erkennbar, dass sich bei ICM die Qualität in den letzten 8 Jahren noch weiter verbessert hat. Sehr positiv fallen die separaten Teile für die Hände und die feinen Strukturen auf dem „Gerödel“ auf. Auch sehr positiv wirkt die überzeugende, realistische und unterschiedliche Darstellung der beiden Stoffbeutel.


Bei dem zweiten Gussast mit weiteren Ausrüstungsgegenständen und dem MG kann man nur staunen. Hier liefert ICM neben filigransten Teilen für das MG diverse Waffen, die absolut detailgetreu dargestellt sind. Aufzählen will ich an dieser Stelle die Steyr M1912 Pistole mit Halfter, das Standard Gewehr Steyr Mannlicher M1895, den Steyr Mannlicher Karabiner, diverse Grabwerkzeuge, Gasmaskenbehälter, Handgranaten und als Höhepunkt sehr schöne und korrekte Stahlhelme in der Form des Modells M1917 und ein verblüffend gut gemachter Munitionsgurt für das MG.


Der Bauplan: Für den korrekten Zusammenbau des MGs 07/12 und der Figuren liegen Zettel bei, die mittels Zahlenangaben die korrekte Zuordnung der Teile sicher stellen.


Als Vorlage für die Bemalung findet man eine Abbildung mit Angaben auf eine Referenzfarbtabelle mit Farbkodierungen von Tamiya und Revell.

Fazit: Das Figuren-Set von ICM ist noch immer die einzige Option, wenn man ein Österreichisch-Ungarisches MG Team aus dem Ersten Weltkrieg als Modell darstellen will. Die Teile sind toll gestaltet und insbesondere das Zubehör ermöglicht die Darstellung einer kleinen und feinen Vignette.
Absolut empfehlenswert!
Erhältlich im gut sortierten Fachhandel.
Gert Brandl, Berlin (Mai 2026)

