Vorbild: Der Mil Mi-8 (Nato-Bezeichnung Hip) ist ein in der Sowjetunion entwickelter und gefertigter Mehrzweck- und Transporthubschrauber mit zwei Turbinen und großen Heckladetoren, der auch mit Bewaffnung beim Militär zum Einsatz kam. Als Varianten gelten die Modelle mit den Bezeichnungen Mi-17, Mi-18, Mi-19, Mi-171 und Mi 172. Er wurde als Ersatz für die ältere und mit einem Kolbenmotor ausgerüstete Mi-4 entwickelt und eingeführt. Nach dem Bau von vier unterschiedlichen Prototypen wurde im März 1965 die Freigabe zur Serienproduktion erteilt und im November 1965 liefen die ersten Serienhubschrauber Mi-8P (Personentransport) und Mi-8T (Transportvariante) in Kasan vom Band. Seit dieser Zeit wurden mehr als 12000 Hubschrauber vom Typ Mi-8 in über 120 Versionen gebaut und ständig weiterentwickelt. Noch heute wird er in Kasan und im Werk Ulan-Ude produziert.

Die Version MTV5 wird seit dem Jahr 1995 gebaut und verfügt über zwei Triebwerke TW3-117WM der Firma Klimow/Isotow mit jeweils 2000 PS. Der Hubschrauber ist 25,35 m lang und 5,54 m hoch, bei einem Rotordurchmesser von 21,29 m. Bei einer Dienstgipfelhöhe von rund 6000 m und einer Höchstgeschwindigkeit von 230 – 250 km/h, beträgt die max. Reichweite etwa 580 – 680 km. Gut erkennbar ist diese Version an der zusätzlichen Schiebetür auf der Steuerbordseite, dem umgestalteten Bug ohne untere Cockpitfenster sowie einem geänderten Heck mit hydraulisch ausfahrbarer Rampe.

Quelle: Wikipedia


Bausatz: Da kommt etwas Großes auf uns zu. Die Bausatzform stammt aus dem Jahr 2022 und wurde im Jahr 2025 um neue Bauteile ergänzt. In einer großen und schön gestalteten Stülpbox liegen sicher verpackt acht Spitzrahmen aus grauem Kunststoff, zwei Spritzrahmen mit Klarsichtteilen, zwei 3D-Druckteile, ein kleiner Bogen mit Ätzteilen, Masken, ein Decalbogen sowie die Bau- und Bemalungsanleitung. Besonders empfindliche Teile sind nochmals extra gepolstert. Da kann wirklich nichts kaputt oder verloren gehen. Sehr schön.


Als erstes fallen einem die großen Teile für den Rumpf ins Auge. Sehr viele Niete und sehr schöne Gravuren zieren diesen Bereich des Modells. Für meinen persönlichen Geschmack könnten sie sogar etwas prominenter sein. Man muss bei der Lackierung später sehr aufpassen, damit man diese schönen Strukturen nicht mit Farbe zusetzt. Insgesamt hinterlassen alle Teile des Bausatzes einen hervorragenden Eindruck. Die großen Bauteile sind alle absolut verzugsfrei gegossen. Ich konnte auch keinerlei Grat oder etwa Sinkstellen entdecken. Auswerfermarken sind nach der Montage aller Teile nicht mehr sichtbar. Der Bau beginnt mit dem Cockpit und dem Bereich der Kabine, die erst komplett fertig gestellt werden, bevor sie in die beiden Rumpfhälften eingebaut werden. Hier sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, da die beiden Schiebetüren und die Heckrampe auch offen dargestellt werden können, und dieser Bereich somit sehr gut einsehbar ist. Auch auf die Details im Cockpit hat man durch die üppige Verglasung einen sehr schönen Blick. Diese sind für meinen Geschmack ausreichend dargestellt. Das einzige, was man nachrüsten sollte sind Gurte. Die sind leider, wie so oft, nicht enthalten. Für die Instrumente und Bildschirme im Cockpit sind Decals vorgesehen.


Nachdem anschließend die große Abgasanlage auf dem Kabinendach montiert ist, wird die gesamte Baugruppe in die Rumpfhälften eingebaut. Zu diesem Zeitpunkt werden auch schon die Kabinenfenster montiert, die während der Lackierung durch die vorhandenen, vorgeschnittenen Masken geschützt werden. Das erleichtert die Arbeit doch erheblich. Das gefällt mir sehr gut.


Weiter geht es mit dem Anbau der äußeren Details wie Halterungen für die Außenlasten, Fahrwerk und Heckrampe. Die Kunststoffteile werden hierbei sinnvoll durch PE-Teile ergänzt. Für die Abdeckungen der Abgasrohre, die beim Original die IR-Signatur reduzieren, hat Trumpeter zwei sehr schöne 3D-Druckteile beigefügt, die diesen Bereich sehr aufwerten. Das hält bei den Herstellern, wie hier bei Trumpeter, immer mehr Einzug und ist für uns als Modellbauer ein sehr schöner Trend. Der Rotorkopf des Fünfblattpropellers besteht aus wenigen Teilen und wird mit sehr schön gestalteten Rotorblättern ergänzt. Diese verfügen auch über den bei abgestellten Hubschraubern so markanten Durchhang. Auch der Heckrotor besteht zusammen mit dem Kopf aus wenigen Teilen und wird anschließend angebaut. Zum Abschluss werden die Außenlasten wie der externe Treibstoffbehälter PTB-450, der Raketenpod UB-32A-24 und die Waffenstation UPK-23/250 zusammengebaut und montiert.


Bauanleitung/Bemalung: Dem Bausatz liegt eine Bauanleitung im Querformat in der Größe A4 bei. Nach der Erklärung der Piktogramme und einer Übersicht über die Gießäste beginnt der Bau mit Teilen des Cockpits und der Kabine. In zwanzig Bauschritten wird man gut durch den Bau des Modells begleitet. An der einen oder anderen Stelle sollte man sich genügend Zeit nehmen, um die Position der Bauteile richtig zu deuten. Insgesamt ist die Darstellung der einzelnen Bauschritte aber ausreichend groß, und es sollten keine Fragen offen bleiben. Bei Bauteilen und Bereichen am Modell, die später nicht mehr oder nur schwer erreichbar sind, sind Farbangaben schon in den entsprechenden Bauabschnitten angegeben. Für die Bemalung der äußeren Bereiche des Modells liegt der Bauanleitung ein farbiges Blatt mit zwei Bemalungsvarianten bei. Leider ohne Angaben zu Einheit oder Einsatzort, bezieht man sich auf die Farbsysteme Mr. Hobby, Acrysion, Vallejo, Modell Master, Tamiya und Humbrol. Der umfangreiche Decalbogen macht einen guten Eindruck. Die Abziehbilder besitzen zwar einen kleinen Rand, die Trägerfolie ist aber relativ dünn

Fazit: Mit diesem Bausatz gibt Trumpeter dem geneigten Modellbauer die Möglichkeit, eine sehr schöne Replik dieses Hubschraubers zu erstellen. Man braucht allerdings sehr viel Platz in der Vitrine, da das Modell eine Länge von knapp 52 cm und einen Rotordurchmesser von etwa 45 cm aufweist. Als Freund sowjetischer/russischer Luftfahrttechnik mit etwas Erfahrung im Plastikmodellbau, ist man mit diesem Bausatz sehr gut bedient und man bekommt viel Bastelspaß fürs Geld.

Sven Bednareck, Berlin (Mai 2026)

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