Das Vorbild: Die Lockheed SR-71 ist bis heute ein futuristisches und in jeder Hinsicht außergewöhnliches Flugzeug. Der Erstflug der SR-71 fand am 22. Dezember 1964 statt. Aufgabe im Truppendienst war die strategische Aufklärung in großer Höhe und mit sehr hoher Geschwindigkeit. Der Pilot trug einen Anzug, der den in der Raumfahrt verwendeten sehr ähnlich war und mit reinem Sauerstoff belüftet wurde. Um eine frühzeitige Entdeckung zu verhindern, nutzte die SR-71 Tarnkappentechnik wie eine besondere, Radarrückstrahlung vermeidende Formgebung und spezielle Werkstoffe. Eine besondere Hausforderung war die bei hohen Mach-Geschwindigkeiten auftretende Erhitzung der Außenhaut auf mehrere hundert Grad. Dafür erhielt die SR-71 ein ausgeklügeltes Kühlsystem mit Kraftstoff, der dafür besonderen Anforderungen (hoher Flamm und Siedepunkt), genügen musste. Die Aufklärungssensoren konnten pro Flugstunde eine Fläche von 259.000 km² erfassen. Die SR-71 entstand als Hochleistungs-Aufklärer und konnte eine Geschwindigkeit von Mach 3,6 (3529 Km) erreichen. Von den insgesamt 32 gebauten Exemplaren (29 SR-71A, 2 SR-71B und 1 SR-71C) gingen zwölf durch Unfälle verloren. Die Einsatzvariante SR-71A ist mit einem Piloten und einem Reconnaissance Systems Officer bemannt.

Bei der Trainingsversion SR-71B ist das hintere Cockpit mit einer zusätzlichen Steuerung ausgerüstet und erhöht, um den Blick nach vorn zu erlauben. Die SR-71C entstand aus noch vorhandenen Teilen und der hinteren Hälfte einer havarierten YF-12.Die Blackbird-Reihe wurde nach 1998 aufgegeben, da die Hauptaufgabe (Aufklärung durch Fotografien) nach damaligen offiziellen Angaben sicherer mit Spionagesatelliten ausgeführt werden könne. Die erhalten gebliebenen SR-71A sind heute in verschiedenen Museen in den gesamten USA ausgestellt. Die einzige erhaltene SR-71B steht heute im „Kalamazoo Aviation History Museum“ in Michigan. In Europa findet sich nur eine einzige Maschine die im Imperial War Museum Duxford in Großbritannien ausgestellt ist. (nach Wikipedia)
Der Bausatz: Der Revell Bausatz erschien bereits 2021 in der SR-71A Version, mit der Nummer 04967 und wurde hier bereits umfangreich und ausführlich beschrieben. Daher begrenze ich hier die Beschreibung auf die einzelnen Baueile des neu erschienenen Bausatz der B-Version.




Abgesehen davon, dass der Kunststoff hier in einem hellem Grauton gefertigt ist, sind keine Unterschiede zu der vorherigen Ausführung erkennbar. Nach der Teilezahl auf der Packung sind hier sogar nur 201 Teile zu verbauen, gegenüber den 206 Bauteilen auf der Packung der A-Version. So fehlt hier z.B. bei dem Spritzling L, die alternative Oberseite der Flugzeugnase mit den verschiedenen Panellinien.











Die Detailierung der einzelnen Bauteile ist durchweg gut umgesetzt und von sehr guter Qualität. Besonders gefällt mir, dass die beiden Turbojet-Triebwerke von Pratt & Whitney separat gebaut werden und dann auf dem beiligenden Standsockel neben der Maschine platziert und somit sehr präsent gezeigt werden können, anstatt hinter den Verkleidungen zu verschwinden.

Die beiden klaren Spritzlinge sind sehr sauber gefertigt, und es sind keinerlei Schlieren erkennbar. Da von den beiden Cockpits später nicht mehr viel erkennbar ist, hilft das schon sehr beim Hereinschauen, falls man diese nicht geöffnet bauen möchte.
Bauanleitung/Bemalung: Wie bei Revell bereits bekannt und üblich, gibt es auch hier eine sehr gut und übersichtlich gegliederte farbige Anleitung in Heftform, die in insgesamt 68 Baustufen zum fertigen Modell führt und keine Fragen offen lässt. Die Farbangaben beziehen sich, wie ebenfalls bei Revell üblich, ausschließlich auf das hauseigene Sortiment.


Der große Decalbogen enthält Markierungen für die beiden gebauten Originalen Versionen der SR-71B.




Die 7956 welche von 1966 bis 1989 beim Strategic Air Command (SAC) auf der Beale AFB, Kalifornien eingesetzt war und anschließend bei der NASA als 831 für Crew-Training und Forschungsflüge von 1991 bis 1997 genutzt wurde und heute in dem bereits erwähnten Museum in Michigan steht, sowie auch die 7957, die bei einem Unfall am 11 Januar 1968 zerstört wurde.
Fazit: Revell hat hier im Maßstab 1/48 ein gewaltiges Modell herausgebracht, das mit seiner Länge von 68 cm und einer Breite von 35 cm schon einiges an Farbe sowie auch viel Platz in der Vitrine benötigt. Dennoch gibt es dafür ein großes Lob, dieses bedeutende Flugzeug aus der Hochphase des kalten Krieges in einem toll detailiertem Modell auf unsere Basteltische zu bringen. Gerade in dieser Größe kommt die futuristische und schnittige Form dieses inovativen Flugzeugs besonders gut zu Geltung.
++Sehr Empfehlenswert++
Reiner Janick, Berlin (Mai 2026)

