Vorbild: Nach dem Angriff der Japaner am 7. Dezember 1941 wurde der WK II auch in den pazifischen Raum getragen, und Australien war mittendrin. Die nördlichen Territorien wurden von den Japanern bombardiert. Da Australien kein eigenes Jagdflugzeug zur Abwehr besaß, wurde die Commonwealth Aircraft Corporation mit der Entwicklung eines eines entsprechenden Flugzeuges beauftragt. Innerhalb von sechszehn Wochen entstand die CA-12 um das einzige verfügbare Triebwerk R-1830.

Am 29. Mai 1942 flog die CA-12 erstmals. Es war eine Gemischtkonstruktion. Nachdem die Produktion anlief, entstanden 105 Exemplare. Abgelöst wurde diese durch die CA-13 und später CA-19. Bis 1946 wurde die Boomerang bei der RAAF vorrangig als Jagdbomber eingesetzt. Insgesamt wurden 250 Exemplare der Boomerang gebaut. 105 waren CA-12, 95 CA-13 und der Rest CA-19.

Bausatz: Nach den bisherigen Ausgaben der CA-12/CA-13 und CA-19 von Special Hobby ist nun eine überarbeitete Variante der Bausätze als Boomerang Mk.I/II in 1/72 erschienen. In der attraktiven, aber unpraktischen Schüttbox befinden sich gut verpackt 53 hellgraue Spritzgussteile, ein Klarsichtrahmen mit vier Teilen, 13 gedruckte Teile, ein Decalbogen, die übersichtliche Bauanleitung.

Schnell erkennt man die typischen Short-Run-Teile. Hier gibt es feine Strukturen und eine stimmige Kontur. Der Teufel steckt leider zumeist beim Zusammenbau im Detail. Die Resinteile, die in den vorhergehenden Ausgaben mitgeliefert wurden, die gibt es leider nicht mehr. Die Resinräder sahen deutlich besser aus als die aktuellen Spritzgussteile.

Innen gibt es ein solides Cockpit. Hier werden allein fünf gedruckte Teile verbaut. Der Sitz ist sehr gut gemacht. Die Sitzgurte sind anmodelliert. Weiterhin gibt es strukturierte Innenseiten und ein Rohrgerüst.

Der Motor entsteht aus vier Spritzgussteilen. 14 Stücke Rundmaterial sollen den Motor weiter detaillieren. Allerdings lässt uns die Bauanleitung über Länge und Durchmesser im unklaren. Alternativ kann man auch einen gedruckten R-1830 in 1/72 kaufen.

Die Tragfläche besteht aus drei Hauptbauteilen. Damit ist der Zusammenbau erleichtert. Special Hobby liefert leider die Räder aus Resin nicht mit. Dafür gibt es zwei verschiedene Auspuffrohre. Eines davon ist die Variante mit den „Stacheln“. In der Bauanleitung gibt es eine Skizze die zeigt wie diese angeklebt werden.

Leider ist die Cockpitverglasung nur aus einem Stück. Zum Glück sind die hinteren Fenster Teil dieses Bauteils. Da muss nicht gefummelt werden. Wenn man die Innenfarbe zuerst aufträgt, dann erzielt man auch einen guten Effekt. Für die Mk. II müssen zwei gedruckte Halbschalen an die hinteren Fenster von innen angeklebt werden.

Der gut gedruckte Decalbogen ist voll mit Wartungshinweisen. Die Masse davon geht in der Bemalung unter. Bei den Farbhinweisen bezieht sich Special Hobby auf die Systeme von GUNZE.

Bemalungen:

  • CA-13 Boomerang Mk.II/A46-126/BF-S, Sinbad II von F/L Alfred W. B. Clare, 5. Squadron RAAF, Marseba Air Base, Mai 1944;
  • CA-13 Boomerang Mk.II/A-46-121/QE-N, “Olga” von F/O Kenneth Avenell Linkater, 4. Squadron der RAAF, Gloucester, Neu Guinea, Anfang 1944;
  • CA-12 Boomerang Mk,I/A-46-87/LB-V, 84. Squadron der RAAF, Horn Island, Neu Guinea zweite Hälfte 1943;
  • CA-13 Boomerang Mk.II/A46-144/MH-X, 83. Squadron der RAAF, Amberley Air Base, Queensland, Australien 1945;
  • CA-13 Boomerang Mk.II/A46-167/Z, 85. Squadron der RAAF, Guildford Air Base, Western Autralia, August 1944.

Fazit: Der Bausatz der CAC CA-13/CA-13 Boomerang in 1/72 ist ein typischer anspruchsvoller Short-Run-Kit von Special Hobby für den fortgeschrittenen Modellbauer und für diesen geeignet.

Literatur:

The CAC Boomerang: A Detailed Guide to the RAAF’s Famous WWII Fighter (Airframe Album, Band 3), Richard A. Franks, Valiant Wings Publishing 2013, ISBN 978-0956719881.

Volker Helms, Godern (April 2026)

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