Vorbild: Bei der Letov S-16 handelt es sich um den ersten Doppeldecker aus einer mit Stoff bespannten Ganzmetallkonstruktion aus tschechoslowakischer Produktion. Der Erstflug des ersten Prototyps fand im November 1926 statt. Im August 1927 flog der erste Prototyp von Prag nach Tokio und zurück.

Die tschechoslowakische Luftwaffe kaufte 116 Exemplare der S-16 als Aufklärer und Bomber bzw. in der B-Version als reiner Bomber. 22 S-16L mit Hispano-Suiza-Triebwerk gingen nach Lettland. Es folgten bis 1929 16 Exemplare in die Türkei. Mit einem Schwimmerfahrwerk versehene S-16 wurden nach Jugoslawien exportiert. Später entstanden noch einige Versuchsmuster auf Basis der S-16. Diese wurden mit verschiedenen Motoren versehen. Davon wurden nur von der S-616 zehn Exemplare gefertigt. Diese hatten einen Hispano-Suiza 12Nbr und eine Vier-Blatt-Luftschraube.

Bausatz: Nach den bekannten tschechoslowakischen Varianten der S-16 in 1/72 folgte hiermit die türkische Variante. Sie unterschied sich vor allem in der Motorisierung.

In der attraktiven aber unpraktischen Schüttbox befinden sich gut verpackt zwei hellbraune Spritzlinge mit 82 Einzelteilen, drei Resinteile, ein Fotoätzteilbogen, ein Fotofilm, ein Decalbogen und die informative zweifarbige Bauanleitung. Die Abspritzung der Bauteile ist sehr gut. Es gibt feine vorbildgerechte Strukturen, feine Bauteile und schöne Details.

Die drei Resinteile sind für die Darstellung der neuen Motorverkleidung und der Luftschraube. Sie ersetzen die entsprechenden Spritzgussteile. Letztere wandern in die bekannte Restekiste.

Das Cockpit ist sehr gut detailliert. Hier hat man selbst die Sitzgurte aus Metall nicht vergessen. Ein paar Strukturen gibt es auch an den Rumpfinnenseiten. Die beiden klaren Nachbildungen des Windschutzes entstehen aus einem Fotofilm und müssen in Form “geklebt” werden. Ein bisschen muss auch gesägt werden. Danach werden die Resinteile für den Rumpfbug angeklebt. Für die Führerraumverglasung liefert Brengun einen Fotofilm. Dieser muss nur ausgeschnitten und in Form gebracht werden.

Die Tragflächen und Ruder sind sehr schön gelungen. Insbesondere gefällt mir die entsprechend des Profils geformte Tragfläche. Auch die Stoffbespannung ist dezent. Die Hinterkanten sind scharf. Leider ist der Zusammenbau der Tragflächen mit den Streben etwas schwierig. Hier wünscht man sich schöne Front- und Seitenansichten. Es gibt einen kleinen aber deutlichen Verspannungsplan.

Der Decalbogen ist tadellos auf hellblauem Trägerpapier gedruckt. Auf der Kartonrückseite gibt es Farbangaben in englischer Sprache.

Bemalungen:

  • S-16T, weiße 78 der türkischen Luftwaffe;
  • S-16T, in gemischter tschechoslowakischer/türkischer Bemalung.

Fazit: Brengun liefert hier eine weitere interessante Variante der Letov S-16 in 1/72 für den fortgeschrittenen Modellbauer. Für diesen ist der Bausatz sehr zu empfehlen.

Volker Helms, Godern (August 2023)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert