Vorbild: Ebenso wie die berühmte Mosquito war die Bristol Beaufighter eine private Entwicklung. Ausgangspunkt war die Idee ein zweisitziges Kampfflugzeug auf Basis der Beaufort zu entwickeln. Dafür sollten möglichst viele Komponenten übernommen werden. Das betraf die Tragflächen, das Fahrwerk und Teile des Hecks. Vier MGs fanden im Bug ihren Platz.

Im Juli 1939 kam eine Ausschreibung durch das britische Luftfahrtministerium heraus, die speziell auf die neue Konstruktion zugeschnitten war. Am 17. Juli 1939 war die erste Maschine zum Erstflug bereit. Dafür war sie noch mit Bristol Hercules III ausgerüstet. Später erhielten die Serienmaschinen Rolls Royce Merlin und den Hercules XI. Im April 1940 gingen zwei Prototypen an die RAF. Am 27. Juli wurden die ersten Serienmaschinen ausgeliefert.

Für den Verwendungszweck als Nachtjäger wurden einige Mk. I zu Mk. IF mit AI Mk. IV-Radar. Bei diesen Einsätzen erkannte man das große Potential dieses Kampfflugzeugs. So kam die Beaufighter zu ihrer Verwendung beim Küstenkommando. An vielen Kriegsschauplätzen und in diversen Rollen erlebte die Beaufighter ihre Einsätze. Von der Mk. IIf mit Rolls Royce Merlin Mk. XX entstanden 450 Exemplare. Diese wurden vor allem als Nachtjäger eingesetzt.

Bausatz: Hier liefert CMK einen Umbausatz in 1/72 für den Airfix-Kit. Dieser bietet eine gute Basis. Leider ist dieser aktuell nicht im Programm. In der kleinen unpraktischen Schüttbox befinden sich 38 Resinteile, ein kleiner Fotoätzteilbogen, ein Decal sowie die mehrfarbige Bauanleitung.

Der Guss ist sauber und blasenfrei. Die Angüsse sind gut gewählt. Man merkt natürlich schnell, dass es hier um eine recht anspruchsvolle Arbeit geht, denn ohne große Sägearbeiten ist hier nichts zu machen. Von der Airfix-Tragfläche werden nur die Enden benötigt. Diese werden an die CMK-Teile angefügt. Die neue Luftschraube wird aus vier Teilen zusammengebaut. Spinner und Luftschraubenblätter gibt es einzeln. Die größte Schwierigkeit dürfte im Biegen der vier Verkleidungen der Auspuffkrümmer aus Metall liegen.

Die Fahrwerksschächte sind von innen wunderschön detailliert. Das gilt auch insbesondere für die Klappen des Hauptfahrwerks. Neue Hauptfahrwerksräder werden auch empfohlen. Hier soll man auf das CMK Set mit der Nummer 7480 zurückgreifen. Im Heck muss das Höhenleitwerk umgebaut werden, denn die frühen Beaufighter hatten noch keine V-Stellung.

Der kleine Decalbogen ist tadellos auf hellblauem Trägerpapier gedruckt. Richtige Farbangaben sucht man vergebens. Einen Bezug auf einen Farbenhersteller gibt es auch nicht.

Bemalungen:

  • Beaufighter Mk. II,EW-U/T3048, 307.(polnische) Squadron der RAF, Exeter, 1942;
  • Beaufighter Mk. II, ZJ-M/T3415 von S/L Richard „Dickie“ Haine, 96. Squadron der RAF, Wrexham Basis, Großbritannien, August 1942;
  • Beaufighter Mk. II, RX-B/T3017 von S/L Charles G.C. Olive(CBE, DFC), 456. Squadron der RAAF, Walley Basis in Großbritannien, 1942;
  • Beaufighter Mk. II, KP-K/3145 von W/C P.Y. Davoud, 409.(kanadische) Squadron RAF, Coleby Grange, Großbritannien Ende 1941;
  • Beaufighter Mk. II, LI-P/T3223 von Lt. L.A. Durley, 798. Squadron der FAA, Lee-on-Solent, Landeunfall am 15. August 1944.

Fazit: CMK bietet hier einen sehr gut gemachten Umbausatz für Airfix Bristol Beaufighter zur späten Mk. IIF in 1/72 für den fortgeschrittenen Modellbauer.

Literatur:

Bristol Beaufighter – Warpaint Series No. 1
Alan W. Hall
Hall Park Books

The Bristol Beaufighter – A comprehensive guide for the modeller
Modellers Datafile 6
Richard Franks
SAM Publications 2002
ISBN 0-9533465-5-2

The Bristol Beaufighter -A Detailed Guide to Bristol’s Hard-hitting Twin – Airframe Album No. 14

Richard A. Franks

Valiant Wings Publishing 2018

ISBN 978-0-9957773-9-2

Volker Helms, Godern (Dezember 2022)

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