Das Vorbild: Zweifelsfrei gilt die 12,8 cm Flak als die bekannteste und schwerste Flugabwehrkanone, die während des zweiten Weltkrieges auf deutscher Seite eingesetzt wurde. Besonders imposant war dabei die Ausführung als Zwillingsflak, die auf ortsfesten Sockeln auf Flaktürmen in Großstädten wie Hamburg, Berlin und Wien zur Flugabwehr Verwendung fand.

Die Entwicklung der 12,8 cm Flak, die bei der Firma Rheinmetall erfolgte, war bereits im Jahre 1938 nahezu abgeschlossen, wobei das Geschütz als Prototyp die Bezeichnung GBH 63 erhielt. Bei dieser Ausführung hatte man als Basis eine Kreuzlafette entsprechend den Modellen der 8,8cm Flak und 10,5cm Flak vorgesehen. Auf Basis der Erfahrungen im Einsatz wurde jedoch entschieden, die Lafette durch eine deutlich stabilere und im Aussehen veränderte Form den gewaltigen Rückstoßkräften Rechnung zu tragen. Diese „H-förmige“ Lafette mit an den vier Ecken befindlichen Auslegern bildete dann auch die Abschluss Versionen mit den Bettungen 40 und 44. Für den Transport dieser Ausführung fand der Sonderanhänger 220 Anwendung. Zumindest in den frühen Kriegsjahren existierte aber nachweislich die Konfiguration unter Verwendung der Kreuzlafette.

Holzmodell der 12,8cm Flak GBH 63

Das Umbauprojekt: Unter Verwendung existierender Einsatzfotos vom Original sowie Analogieschlüsse in Bezug auf die Lafetten der 8,8cm Flak und 10,5 cm Flak wurde eine Maßstabszeichnung für die Kreuzlafette der 12,8cm Flak erstellt. Als Waffe sollte für den Umbau der wirklich gelungene Bausatz von Amusing Model Verwendung finden.

Die Maßstabszeichnung musste mehrere Male überarbeitet werden, da die vorhandenen Fotos gerade in Bezug auf Details nicht ausreichend klar sind und aus diesem Grunde auch ein gewisses Maß an Kreativität erforderlich war.

Konstruktionszeichnung für das Umbauvorhaben

Schließlich gelang es alle wesentlichen Grundelemente der Kreuzlafette zu erstellen, wobei sehr viel Zeit dafür aufgewandt werden musste, um die Öffnungen der Erdanker so zu gestalten, dass die Teile aus dem Amusing Bausatz dazu passten. Vom Hauptholm und dem Seitenausleger genügte es nur jeweils ein Teil zu bauen. Entsprechende Kopien in Resin stellten sicher, dass die gegenüberliegenden Teile tatsächlich auch identisch sind. Das Mittelsegment ist im Prinzip lediglich eine Vergrösserung vom Teil der 8,8 cm bzw. 10,5 cm Flak. Beim Sockel war es möglicjh diesen mit nur wenigen Abänderungen vom Amusing Bausatz zu übernehmen.

Weitere kleinere Details wie der Klappmechanismus, Halterungen für den Zug und die Druckluftleitungen wurden dann im nächstenSchritt erstellt. Besonderen Wert habe ich dabei auf die Transporthaken und dem entsprechenden Sicherungsmechanismus gelegt, da dieser Mechanismus bei einigen der existierenden Modellbausätzen nicht angemessen dargestellt ist.

Nach dem Anbau der Kleinteile folgte die Probemontage, bei der auch überprüft wurde, ob der Klappmechanismus der seitlichen Holme entsprechend dem Original dargestellt werden kann.


Schließlich fand die Endmontage der Lafette statt, die eine sehr gute Übereinstimmung mit den Aufnahmen des Originals zeigte.

Endmontierte Kreuzlafette

Im nächsten Schritt wurden unter Verwendung einer Kopie der Bedienungsvorschrift der 12,8 cm Flak diverse Details an dem Modell von Amusing Models ergänzt.

Rohbau der 12,8 cm Flak auf Kreuzlafette

Im Anschluss daran folgte eine Grundierung des kompletten Modells mit seidenmatter schwarzer Farbe um die unterschiedlichen Materialien (Plastik, Resin und Plastik Sheet) zu vereinheitlichen. Danach ging es mit der Bemalung mittels Airbrush weiter. Hier nutzte ich Farben aus dem Sortiment von Tamiya, wobei das Grau in lasierenden Schritten entsprechend dem Modulationsprinzip mit leicht helleren Farbtönen auf den nach oben zeigenden Flachen stattfand.

Nach einer Versiegelung mit seidenmattem Klarlack wurden Filter und Washes mit verschiedenen verdünnten Ölfarben aufgetragen um den Details Tiefe zu verleihen und die Oberflächen interessanter zu gestalten. Nach einer ausreichenden Trockenzeit wurden Kanten und kleine Details noch mit heller Farbe und Metallpaste hervorgehoben.

Die Flakgranate stammt aus dem Amusing Bausatz und wurde nach einer schwarzen Grundierung mit Farben aus dem Programm von Alclad (Brass) und MIG (Gelb) bemalt und die Details mit etwas verdünnter Ölfarbe hervorgehoben.

Fazit: Mit diesem Umbau habe ich ein weiteres Modell gebaut, das mich bereits seit einigen Jahren beschäftigt und nun endlich umgesetzt werden konnte.

Gert Brandl, Berlin (Mai 2022)

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