Einheit/ Einsatzgebiet: No. 23 Squadron, „A“ Flight, RAF Kenley, UK 14. Dezember 1931

Pilot: Plt. Off. Douglas R.S. Bader

Für den Cockpitbereich fand ich in der Grabbelkiste einen passenden Sitz, sowie ein fast perfektes Instrumentenbrett. Den Boden peppte ich mit Plastikcardstreifen mit entsprechender Bemalung auf. Der Steuerknüppel wurde scratch gebaut und die Gurte aus Tamiya-Tape und fotogeäzten Gurtschnallen gefertigt. Fußpedale und ein Sitzpolster habe ich dem Cockpit außerdem noch spendiert. Die Spanten wurden mit dünnen Plastikstreifen angedeutet. Auf der oberen Tragfläche ergänzte ich ebenfalls mit Plastikstreifen die Treibstofftanks und die Einfüllstutzen. Die Unterseite erforderte dann noch einiges an Spachtelarbeit und Nachgravuren, da die Passgenauigkeit sehr schlecht war. Die Höhenflosse und -ruder wurden an den Kanten deutlich dünner geschliffen.

Motor und Ölkühler sind eigentlich ganz gut wiedergegeben und erfordern nur eine gute Bemalung und ein Washing mit dünner schwarzer Farbe. Bei den Auspuffrohren ersetzte ich die Halterungen durch dünnere Streben. Die Bemalung des Propellers war dann nach einigen Schleifpapier-Korrekturen doch etwas aufwändiger, da fünf Farben aufgetragen werden mussten. Aber mit etwas Geduld war das dann auch erledigt. Der Zusammenbau von Rumpf, unterer Tragfläche, sowie Höhen- und Seitenflossen war dann ziemlich unproblematisch. Für die Montage der oberen Tragfläche verwendete ich dann jedoch die Doppeldecker-Montagehilfe von Rai-Ro, die bei solchen Dingen immer sehr hilfreich ist. Die kleinen Abstrebungen vom Rumpf zur unteren Tragfläche tauschte ich durch dünnere Teile aus, da die Airfix Teile zu klobig waren.

Grundiert habe ich das ganze Modell mit Alclad White Primer. Die ganz aus Metall bestehenden Rumpfvorderteile, sowie die Tagflächentanks lackierte ich mit Humbrol 11 für einen glänzenden Metall-Look. Diese Teile maskierte ich mit Tamiya-Tape und ließ sie bis zum Schluss unberührt, um den tollen Glanz zu bewahren, den Humbrol 11 abgibt. Der Rest der Maschine war in Silver Dope gehalten. Dafür fand Tamiya XF-16 Verwendung. Bei dem grün zu lackierenden oberen Rumpfbereich fand ich unterschiedliche Farbangaben. Teils wurde von Dunkelgrün, teils von Nivo gesprochen. Da ich 2018 im RAF Museum in Hendon war und dort die Bulldog ausführlich fotografierte, mischte ich mir die Farbe nach den Fotos selbst aus Gunze H 73 und H 303. Die Streben von Tragflächen und Fahrwerk bemalte in von Hand in schwarz.

Folgende Detailverbesserungen wurden außerdem noch vorgenommen:

  • für die Treibstoffleitungen von den Tragflächentanks zum Rumpf fanden Albion Alloys Röhrchen Verwendung, die unbemalt blieben,
  • die Windschutzscheibe ersetzte ich mit passend geschnittenem klarem Plastiksheet von Evergreen,
  • die Visiereinrichtung entstand aus gezogenem Plastik mit dünnen Drahthalterungen,
  • der Generator wurde mit neuen Propellerblättern und einer Verkabelung ausgestattet,
  • die beiden Pitotrohre sind aus Draht entstanden und in eine Plastikhalterung geklebt worden,
  • Positionslichter aus Micro Kristal Clear und Glanzlack auf der Tragfläche und Seitenflosse,
  • beide MG aufgebohrt,
  • Lederpolsterung am Cockpit aus Kristal Klear aufgebaut,
  • Antennenhalterung hinter dem Cockpit in richtiger Form neu gefertigt.

Jetzt konnte schon der Glanzlackauftrag als Vorbereitung für die Decals erfolgen. Verwendung fand der Decal-Satz 156 Wings of Silver Part 1 von Model Alliance, den ich 2018 in Telford erwarb. Die Abziehbilder ließen sich prima verarbeiten und schmiegten sich in jede Vertiefung. Problematisch waren dann aber die Kokarden, die nicht enthalten waren. Für den Rumpf fand ich in Größe und Farbe passende im Model Alliance Satz 181. Für die Tragflächen musste ich jedoch mangels Alternative die Kokarden vom Airfix Bausatz benutzen, obwohl das Blau zu dunkel war. Nach entsprechender Trockenzeit erfolgte ein Washing mit PLW Blue Black 1621 von mig und die abschließende Versiegelung mit Semi-Gloss Clear von Model Master. Die Verspannung vereinfachte ich etwas, indem ich die nahe beieinander liegende Doppelverspannung zwischen den Tragflächen nur einfach ausführte. Dennoch war das Verspannen eine ziemlich zeitaufwändige Angelegenheit.

Um alles so bauen zu können, halfen mir neben dem erwähnten Bericht von M. Grant folgende Publikationen:

– Warpaint No.66 – Bristol Bulldog,

– Data Plan No.2 – The Bristol Bulldog,

– Mushroom No. 6116 – Bristol Bulldog/Gloster Gauntlet,

– Scale Aircraft Modelling Vol.14, No.7 – S.294-309.

Fazit: Trotz seines hohen Alters lässt sich dieser Airfix Doppeldecker eigentlich ganz gut bauen. Für Verfeinerungen benötigt man jedoch einiges an Literatur. Aber wie weit man da gehen möchte, bleibt wohl jedem selbst überlassen. Mir gefällt dieser farbenprächtige Vogel außergewöhnlich gut und macht Lust, mehr Maschinen aus dieser Epoche zu bauen.

Gerhard Schmalzl, Mai 2021

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