Vorbild: Im Jahr 1941 wurde unter Verwendung der Lafette der 3,7cm Pak 36 deren Durchschlagskraft durch die Ausstattung mit einem konischen Rohr unter der Bezeichnung 4,2 cm Pak 41 erheblich gesteigert. Die seit den 20iger Jahren als Gerlichprinzip bekannte Technologie fand auch bei der 2,8 cm schweren Panzerbüchse 41 Anwendung.

Bei der 4,2 cm Pak verjüngte sich dabei die Bohrung des Laufes, die an der Kammer einen Durchmesser von 42 mm aufwies auf 28 mm an der Mündung. Mit dieser Modifikation gelang es die Mündungs-geschwindigkeit des Geschosses und damit die Durchschlagskraft der Waffe deutlich zu erhöhen.

Insgesamt wurden bis 1942 317 Geräte hergestellt, wovon auch 25 Stück an die Waffen SS und 115 Geschütze an die Luftwaffe geliefert wurden. Bis November 1944 verblieben noch 41 Geschütze im Dienst.

Abbildung aus Dienstvorschrift D 391

Das Bauprojekt: Vor vielen Jahren gab es von der Firma Puchala einen Metallbausatz der 4,2cm Pak 41, die insbesondere in Kombination mit dem englischen leichten Morris LKW als „Der Weg nach Heraklion“ ein begehrtes Sammelobjekt für den Modellbauer war. Den Bausatz gab es auch separat, aber er wurde nur in geringer Stückzahl produziert und war vergleichsweise einfach konzipiert und mit wenig Details ausgestattet. 

Von der 3,7cm Pak 36 existieren inzwischen diverse Bausätze, wobei Tamiya vor mehr als 40 Jahren den Anfang machte. Will man dieses Geschütz heute als Modell bauen, hat man nun mit den Bausätzen von Dragon, Zwezda und Riich drei extrem präzise gemachte Alternativen. Aber weit und breit keine 4,2cm Pak 41 in Sicht. Nach Recherchen im Internet gelang es mir eine Kopie der originalen Dienstvorschrift und einige gute Fotos zu finden. Damit war der Entschluss gefasst, ein entsprechendes Umbauprojekt zu starten.

Im Wesentlichen werden für den Umbau nur vier Komponenten benötigt:

  1. Neues Rohr mit konischem Verlauf
  2. Neuer Verschlussblock
  3. Alternatives Schutzschild
  4. Moifiziertes Rohrschlitten

Unter Verwendung der Referenzbilder und den Abmessungen, die der Literatur entnommen werden konnten, wurde zunächst eine entsprechende Maßstabszeichnung erstellt und dann auf dessen Basis die jeweiligen Teile, die auch so angefertigt wurden, dass diese mit allen existierenden Bausätzen zusammen passten. Da alles per Hand nur mit Plastikmaterial, Bastelmesser und Sandpapier erstellt wurde, hat das einige Zeit in Anspruch genommen, bis die Teile richtig in Form gebracht waren. Insbesondere das Bohren diverser winziger Löcher ins Schutzschild und dann das Einsetzen winziger Nieten gestalteten sich als echtes Geduldsspiel.

Umbauteile

Damit die Teile auch für künftige Projekte weiter verendet werden konnten, wurden diese in Resin abgeformt. Der Zusammenbau der neuen Teile gestaltete sich dann als einfacher als gedacht und endlich hatte ich endlich die 4,2 cm Waffe vor mir zu liegen.

Waffe 4,2 cm Pak 41

Im ersten Versuch wurde die neue Waffe dann mit dem Bausatz von Dragon komplettiert. Zusätzlich erfolgte noch die Ergänzung des Rohrreinigungsgerätes, das am rechten Holm der Spreizlafette angebracht war.

Umbau auf Basis Dragon Pak 36

Das Geschütz wurde anschließend in Panzergrau mittels Airbrush bemalt und leicht gealtert und verstaubt. Nach kurzem Überlegen wurde nun der Entschluss gefällt, die Pak in einer kleinen Vignette in Szene zu setzen. Da ich noch die Mannschaft einer 3,7 cm Pak von Tamiya übrig hatte, wurden diese kurzerhand für das Dioarma aufgepeppt. Die Figuren zeigen zwar schon deutlich, dass sie ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Wenn man die Details mit einem scharfen Bastelmesser hervorhebt und sich bei der Bemalung anstrengt, kann man doch noch einiges aus den Figuren herausholen.

Für die Vignette wurde schnell ein passender runder Rahmen gefunden, auf dem mit echten Holzästen und Modellbaugras und Planzen ein entsprechender Untergrund geschaffen wurde. Bei dem Bäumchen handelt es sich um Gussäste, die zusammen geklebt wurden und einzelne Blätter Stück für Stück mit einer Pinzette angeklebt wurden. Alles reine Nervensache!

Dann glaubte ich fertig zu sein – aber es fehlte noch irgendetwas. Na klar, die passende Munition. Die musste noch ergänzt werden. Auf Basis einer weiteren Recherche ließ ich mir die etwas sonderlich aussehenden Granaten in 3D drucken wie auch entsprechende Munitionskästen. Die Kästen erwiesen sich dabei noch als Problem, da die im InterNet gefundene Form sich letztlich als falsch herausstellte. Ein Modellbaufreund hat mir dann Fotos der korrekten Munitionskisten aus seiner Privatsammlung geschickt, die dann auch „miniaturisiert“ wurden.

Und dann war alles komplett und ich hatte wieder etwas weniger Platz in meinem Schrank.

Vignette

Gert Brandl, Berlin (März 2021) 

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