Das Vorbild: Die Fire Fighter war in den Jahren 1938 bis 2012 als Feuerlöschboot des New York City Fire Departments im Einsatz. Sie hat viele gefährliche Einsätze hinter sich. In ihrer Dienstzeit kam das Löschboot unter anderem beim Brand auf dem Schiff Normandie, den Terroranschlägen am 11. September 2001 und dem Absturz von US-Airways-Flug 1549 zum Einsatz. Bei einem Schiffsbrand im Jahr 1973 bahnte sich die Fire Fighter mit Hilfe ihrer Feuerlöschkanonen einen Weg durch das brennende Öl auf dem Wasser und rettete fast die gesamte Besatzung, die vom Feuer eingeschlossen war. Das als National Historic Landmark eingestufte Schiff kann seit seiner Außerdienststellung als schwimmendes Museum in Greenport, New York, besichtigt werden. Quelle Wikipedia
Der Bausatz: Der Bausatz stammt aus dem Jahr 1962, wurde immer wieder aufgelegt und erschien zuletzt vor 22 Jahren. Jetzt ist er wieder da. Revell verzichtet in der jetzigen Auflage auf die Verpackungsbilder mit der Firefighter im Einsatz, sondern zeigt lediglich ein gebautes Modell. Das kann hilfreich sein, lässt aber die Action vermissen. Das Modell ist aufgrund seines Alters zu Recht als „Revell Classics“ gekennzeichnet. Die Länge des Modells beträgt fast 50 cm.
Die Bauteile sind entsprechend alt, jedoch gar nicht so schlecht. Die krummen Gußrahmen schrecken ab, doch auf die kommt es nicht an. Rumpf und Decks sind ansprechend gearbeitet. Schweißnähte am Rumpf und die Riffelung der Decks sind herausgearbeitet. Die Aufbauten fallen dagegen ab. Sie sind glatt und wenig detailliert. Durchaus realistisch, schaut man sich Schiffe an, die von einer sehr dicken Farbschicht bedeckt sind. Es fehlen jedoch die Einzelheiten. Eine Seitentür ist halb geöffnet dargestellt. Dahinter verbirgt sich leider nichts. Die Feuerlöschkanonen sind recht gut gearbeitet. Die Reling und die Leitern bzw. Treppen sind ein Schwachpunkt wie bei so vielen Schiffsmodellen aus Plastik. Sie sind zu dick. Fotogeätzter Ersatz aus dem Zubehörhandel könnte bei den Modelleisenbahnen zu finden sein, denn der Maßstab 1:87 kommt von dort. Mehrere Figuren beleben das Modell. Der große Mast kann abgekippt dargestellt werden.









Klarsichtteile sind nicht enthalten. Daher sind die Fenster des Modells perfekt durchsichtig, denn sie sind gar nicht vorhanden.
Die Wasserschiebebilder sind spärlich und in Ordnung. Die beigefügten Flaggen des Morsealphabets sind nett, aber bis auf die amerikanische Flagge nur ein Gruß aus einer Vergangenheit, als allen Schiffsbausätzen ein Set dieser kleinen Flaggen beigefügt war.
Die Bauanleitung ist farbig und übersichtlich. Farbangaben sind solche von Revell.





Fazit: Ein alter und seltener Bausatz, der zu Recht als „Revell Classics“ gekennzeichnet ist, ist nach langer Zeit wieder auf dem Markt. Die Spritzlinge sind verbogen, tragen jedoch durchaus ansprechende Bauteile. Sie sind nicht mit dem heutigen Standard vergleichbar. Anfängern würde ich es nicht unbedingt empfehlen. Schon die Montage der beiden Rumpfhälften klappt nicht auf Anhieb. Da muss etwas gefeilt werden und auch ein wenig Spachtel wäre nicht verkehrt. Insgesamt jedoch ist dieses Modell wert gebaut zu werden. Als Feuerwehrschiff mit Wasserkanonen und Figuren zeigt es eine belebte Situation und enthält mehr als genügend Einzelheiten, um als Gesamtwerk interessant zu wirken. Im Maßstab 1:87 könnte es sich auch gut auf einer größeren Modelleisenbahnanlage machen. Wer etwas verbessern möchte, sollte sich um die Darstellung der Reling kümmern. Ein schöner alter Bausatz!
BK, Juli 2026

