Vorbild: Die Bezeichnung ISU bedeutet „Samochodnaja Ustanowka“ (Selbstfahrlafette) auf dem Fahrgestell (Wanne mit Kettenlaufwerk) des IS-Panzers oder „IS-Ustanowka“ (für „Iossif Stalin“). Das „I“ diente zur Unterscheidung von der SU-152-Selbstfahrlafette, die auf dem Fahrgestell des KW-1-Panzers basierte.

1943 begann die Entwicklung der ISU-152. Von 1944 bis 1946 wurden insgesamt 2.790 Fahrzeuge produziert, die noch bis etwa 1970 im Einsatz blieben. Auffällig war dabei, dass die ISU-152 trotz ihrer massiven Feuerkraft ursprünglich eher als „universelles“ Durchbruchfahrzeug gedacht war und nicht nur als klassischer Panzerjäger.

Die Selbstfahrlafette wurde im Zweiten Weltkrieg hauptsächlich zur Unterstützung vorrückender Panzer- und Infanterieeinheiten eingesetzt, aber auch direkt als Panzerjäger. Sehr erfolgreich war sie zudem im Einsatz als Sturmgeschütz, um stark befestigte Stellungen oder feindliche Linien zu brechen, nicht zuletzt wegen ihrer psychologischen Wirkung auf gegnerische Truppen. Die enorme Wucht des 152-mm-Geschützes und der Einsatz gegen deutsche Panther und Tiger Panzer führte dazu, dass das Fahrzeug auch den Spitznamen „Zveroboy“ („Bestienjäger“) erhielt.

Das Geschütz verschoss unter anderem ein Stahlsplitter-Sprenggeschoss mit 43,56 kg Gesamtgewicht und rund 6 kg TNT-Ladung. Später wurden auch panzerbrechende Munitionstypen entwickelt, um gepanzerte Fahrzeuge und Bunker effektiver bekämpfen zu können. Aufgrund der niedrigen Feuerrate wurde die ISU-152 allerdings oft im Zusammenspiel mit anderen Einheiten eingesetzt, die Ziele aufklärten oder absicherten.

Mit ihrem 550-PS-starken Dieselmotor erreichte die ISU-152 auf der Straße etwa 37 km/h und hatte eine Reichweite von rund 220 km. Auffällig im Einsatz war zudem die große Silhouette des Fahrzeugs, die zwar Schutz bot, es aber auch leichter erkennbar machte, was im Gelände häufig taktisch ausgeglichen werden musste.

Im Endkampf um Berlin 1945 kam die ISU-152 schließlich noch einmal in großem Umfang zum Einsatz. Besonders im erbitterten Straßen- und Häuserkampf zeigte sich ihre Stärke beim Bekämpfen von Befestigungen und stark ausgebauten Stellungen. Die schweren Geschosse waren dabei oft entscheidend, um einzelne Widerstandsnester in kurzer Zeit auszuschalten – ein typisches Beispiel für den extrem intensiven und zerstörerischen Charakter dieser letzten Gefechte des Zweiten Weltkriegs in Europa.

Bausatz: Der Bausatz ist ein New Tool aus dem Jahr 2026 und das merkt man auch. Das Modell wird in einem sehr stabilen Karton geliefert, der von einer ansprechend gestalteten Umverpackung umgeben ist. Diese verfügt über ein gelungenes Design und bietet viele interessante Informationen rund um das Modell. Besonders schön ist, dass auf der Rückseite ein fertig gebautes und lackiertes Modell abgebildet ist, das einen guten Eindruck vom späteren Ergebnis vermittelt.

Im Inneren macht der Bausatz einen erfreulich aufgeräumten Eindruck. So viele Gussrahmen sind es auf den ersten Blick gar nicht, allerdings fallen diese entsprechend groß aus. Was einem direkt ins Auge fällt und bei vielen Modellbauern vermutlich für Diskussionen sorgen wird, sind die Ketten. Diese liegen nicht, wie heutzutage oft üblich, als Einzelgliedketten bei, sondern sind als starre Bauteile ausgeführt. Daraus ergibt sich auch, dass die Federung nicht beweglich dargestellt werden kann.

Ich bin grundsätzlich kein großer Freund dieser Lösung. Schaut man sich die Umsetzung jedoch genauer an, hat Zvezda hier gute Arbeit geleistet. Die Detaillierung der Ketten weiß zu überzeugen und die einzelnen Kettenglieder sind sauber dargestellt. Gerade für Einsteiger stellt diese Bauweise eine deutliche Erleichterung dar.

Man muss sagen, dass die Qualität und insbesondere die Umsetzung der Ideen, bei diesem Bausatz sehr gut ist. Viele Kleinigkeiten sind gut durchdacht. So gibt es beispielsweise einen vereinfachten Innenraum, baut man den Panzer mit geöffneten Luken, findet sich zumindest etwas, das es zu sehen gibt. Zudem liegen Abdeckungen bei, die man an den Seiten des Fahrzeugs anbringen kann u.v.m..

Insgesamt also viel sinnvolles Zubehör, das genutzt werden kann, aber nicht zwingend muss.

Die Unterwanne wird aus mehreren Teilen zusammengesetzt, was in diesem Fall jedoch kein Problem darstellen sollte. Durch die Innenraumkomponenten werden sowohl die korrekten Winkel als auch die notwendige Stabilität gewährleistet. Die Oberwanne hingegen ist einteilig ausgeführt.

Die Darstellung von Gussstruktur und Schweißnähten ist sehr gut gelungen. Während die Oberwanne des Originals aus gewalztem Panzerstahl bestand und daher eine vergleichsweise glatte Oberfläche aufweist, wurde dies auch beim Bausatz entsprechend umgesetzt. Ich bin zwar nicht genügend Experte, um beurteilen zu können, ob alle Details exakt dem Vorbild entsprechen, optisch macht die Umsetzung von Zvezda jedoch einen sehr guten Eindruck.

Der Bausatz kommt ohne viel Schnickschnack aus, so liegen beispielsweise keine PE-Teile bei. Dank der sehr guten Gussqualität von Zvezda müssen es aber nicht immer Ätzteile sein. Diverse Kleinteile sowie die Gitter sind hervorragend umgesetzt und wissen auch ohne PE-Teile zu überzeugen.

Eigentlich ist der einzige Kritikpunkt, den ich an diesem Bausatz habe, der zweiteilig ausgeführte Kanonenlauf. Bei anderen Bauteilen, beispielsweise den Zusatztanks, hat Zvezda die Konstruktion so gelöst, dass die beiden Hälften an Ober- und Unterseite durch separate Endkappen abgeschlossen werden. Dadurch wird der Schleifaufwand auf ein Minimum reduziert. Warum man nicht auch beim Kanonenlauf einen ähnlichen Weg gegangen ist, erschließt sich mir nicht. So hätte beispielsweise der Mündungsdämpfer separat ausgeführt und einfach aufgesetzt werden können. Allerdings ist das Meckern auf hohem Niveau.

Anleitung: Die Bauanleitung entspricht dem klassischen Zvezda-Stil. Sie liegt als auf dünnem Papier gedrucktes Heft vor, führt aber mit übersichtlichen Baustufen und hilfreichen Hinweisen an den richtigen Stellen sehr gut durch den Bau. Gelegentlich wirken die Zeichnungen etwas gedrängt, sodass man aufmerksam arbeiten sollte.

Eine kleine Verjüngungskur würde der Anleitung allerdings guttun, damit sie dem insgesamt sehr guten Eindruck des Modells in nichts nachsteht.

Die Anleitung ist auf Russisch bzw. Englisch gehalten, andere Sprachen sucht man vergebens. Dennoch sollte das Modell auch so problemlos zu bauen sein.

Was mir bei Zvezda immer sehr gut gefällt, ist die klare und deutliche Kennzeichnung der verschiedenen Bauoptionen. In diesem Fall beschränkt sich das zwar nur auf die Wahl zwischen geöffneten oder geschlossenen Luken, jedoch sind beide Varianten eindeutig hervorgehoben und ihre Unterschiede klar dargestellt.

Bemalung: Auf einem separaten Blatt werden die drei Bemalungsvorschläge in Farbe und auf Hochglanz dargestellt. Diese basieren offenbar auf realen Fahrzeugen, was dankenswerterweise auch entsprechend angegeben ist.

Farbangaben gibt es leider nur von Tamiya. Die Decals wirken dafür sehr gelungen, sie sind sauber und scharf gedruckt und auch der Effekt, dass bestimmte Nummern damals aufgepinselt wurden, ist schön umgesetzt.

Fazit: Die Qualität des Bausatzes ist sehr gut. Ich denke, er eignet sich besonders für Anfänger hervorragend oder als kleines Projekt für zwischendurch. Die Anleitung ist sehr gut, die Details sind ebenfalls überzeugend – was will man mehr?

Der Preis liegt bei etwa 40 €, was meiner Meinung nach in Ordnung ist.

Florian Schuster, Berlin (Juni 2026)

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