Vorbild

Der Airbus A350 ist ein modernes Großraum-Langstreckenflugzeug, das als Antwort auf die Boeing 787 entwickelt wurde. Ursprünglich als einfache Weiterentwicklung des A330 geplant, entschied sich Airbus nach negativen Kundenreaktionen den A350 komplett neu zu konzipieren („XWB“ – Extra Wide Body).
Der offizielle Projektstart war Ende 2006, die Fertigung begann 2010.
Der Jungfernflug fand am 14. Juni 2013 statt. Im September 2014 erhielt die A350-900 die Zulassung.
Die erste Auslieferung erfolgte am 22. Dezember 2014 an Qatar Airways, der Liniendienst begann im Januar 2015.
Die Familie umfasst primär die A350-900 und die längere A350-1000 (Erstflug 2016). Die A350-900ULR (Ultra Long Range) ermöglicht extrem lange Nonstop-Flüge (bis zu 17.900 km). Qantas wird 12 A350-1000ULR innerhalb seines „Sunrise“-Projektes verwenden und nonstop von London nach Sydney fliegen (!). Zukünft komplettiert eine A350F die Serie mit einer Rumpflänge zwischen der -900 und der -1000.
Der A350 zeichnet sich durch ca. 25 % weniger Kerosinverbrauch und deutlich geringere Lärmemissionen im Vergleich zu den Vorgängermodellen aus. Das Flugzeug besteht zu über 50 % aus Verbundwerkstoffen und wird von Rolls-Royce Trent XWB-Triebwerken angetrieben.

Zu den Betreibern des Airbus A350 gehört auch die Lufthansa, zunächst nur in der Version -900, demnächst aber auch in der verlängerten Version -1000.

Lufthansa feiert 2026 ihren 100. Geburtstag.
Anfang Februar 2026 wurde die Sonderbemalung des A350-900 der Öffentlichkeit vorgestellt. Insgesamt werden es wohl 6 Flugzeuge der Flotte mit dieser Bemalung werden. Mit der B787-9 ging es im Herbst 2025 los. Es folgten A380-8, B747-8I, A320NEO. Das Finale soll wohl der erste A350-1000 für LH werden. Ergänzt wird der Reigen durch eine SuperStar-Bemalung auf einer A321-200, basierend auf der 50ziger-Bemalung der Lockheed L-1649 SuperStar Constellation.

Bausatz

Der Bausatz wurde 2013 das erste Mal von Revell veröffentlicht, seither erschien er in verschiedenen Airliner-Farben, zuletzt von Turkish Airlines. Zu allen Varianten gibt es Informationen auf unserer Homepage.


Es handelt sich um einen üblichen Revell-Spritzguss aus weißem Kunststoff. Erfreulicherweise bei meinem Exemplar quasi frei von produktionsbedingten „Entenhäuten“. Es gibt zwei Rumpfhälften mit offenen Fenstern und einem Ausschnitt für das Cockpit-Pass-Teil. Fenster und Cockpit liegen als durchschichtig hergestellte Teile dem Bausatz bei. Die Tragflächen können in den Rumpf geschoben werden, aus der Erfahrung weiß ich, dass das super und passgenau funktioniert.
Die Triebwerke wurden wie schon bei der B747-8 von Revell mit Treibwerksschaufeln ausgestattet, was einen realistischen „Durchblick“ durch die Triebwerke ermöglicht. Es sei gesagt, dass hier eine ordentliche Portion Vorsicht beim Herauslösen aus dem Gussast notwendig ist.
Ansonsten hat der Bausatz eine klassische Aufteilung. Alle Teile sind detailliert gestaltet und haben feine Gravuren. Also insgesamt nach wie vor ein zeitgemäßer Bausatz.

Je nach Vorliebe kann man das Modell mit Rädern basteln oder auf dem beigefügten Ständer in Flugpostion darstellen.

Decal und Bauanleitung

Die Bauanleitung entspricht dem derzeitigen Standard von Revell, ist farbig gedruckt und sehr umfangreich in seinen Schritt-für-Schritt Erläuterungen.


Der Decalbogen enthält hat die gesamten weißen Flächen des Kranichs auf dem Rumpf, was mich sehr überrascht hat. Inclusive der Ausschnitte für Fenster und Türen. Also ich bin wirklich gespannt, ob das so passt. Zusätzliche Elemente, wie der Hinweis auf die 100 Jahre, sind eben falls gleich mitgedruckt.
Schön finde ich, dass diese zusätzlichen Elemente auch extra vorhanden sind, was heißt, dass man den Kranich auch selbst durch Maskieren lackieren. Maskiermasken, vielleicht von Zurüstherstellern, wären dann ein Träumchen.
Sicherlich keine leichte Entscheidung, welche Variante man bevorzugt. Nachteil der Decals ist, wie meine Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt, dass die Deckkraft von weißen Decals nie 100% ist.
Aber klasse, dass man die Wahl hat, ggf. kauft man über die Abteilung X eine zweiten Decalbogen, dann sollte es decken.
Ergänzt wird der Decalbogen mit der Möglichkeit, Silberrahmen für offene Fenster oder Silberrahmen für geschlossene Fenster zu verwenden, entsprechend beim Cockpit-Decal. Auch ein Hinweis auf unterschiedliche Fensteraufteilungen wird gegeben (Alegris-Bestuhlung), was aber Quatsch ist, da es hier ganz klar um ein einziges Flugzeug geht. Man google Bilder zur D-AIXL zur Sicherheit.
Einige weitere Details runden den großen Decalbogen dann ab.
Er wurde von DACO entwickelt und bei Cartoraph in Italien gedruckt.

Bemerkenswertes

Dieser Ausgabe des Modells wurden Farben, Klebstoff und ein Pinsel beigefügt.
Zwei Standard-Aqua-Color „Döschen“ ebenfalls, allerdings ohne Hinweis auf den Inhalt. Die Bauanleitung offenbart dann, dass es sich um das aktuelle Lufthansa Dunkelblau handelt. Das finde ich absolut spitze. Die Farbe wurde bisher nur bei dem Aircolor-Set „Zivilflugzeuge“ veröffentlicht und gehört noch nicht zum Regelrepertoire der Revell-Farben.
Toll. Kein Mixen – einfach verwenden.
Ein Vergleich beider Farben zeigt eine Kuriosität mit Hintergrund:
Die ersten Flugzeuge von Lufthansa in dieser neuen Bemalung von 2018 hatten ein extrem dunkles blau, Lufthansa hat das Blau dann etwas aufgehellt. Wie beim Foto zu sehen: Das Aircolor-Blau ist dunkler als das Bausatz-Blau. Spannend!
Ebenfalls dabei: Kleine Margen 04 Weiß, 90 Silber, 99 Aluminium und 09 Anthrazit (fehlt auf meinem Foto).

Persönliche Schlussbemerkung

Alles in Allem ein gelungener Bausatz, mit vielen lieben Ergänzungen um ein tolles Modell dieser noch tolleren Bemalung der Lufthansa zu basteln. Hier stimmt die Qualität beim Anblick der Elemente, ob der Bau das dann bestätigt, bleibt abzuwarten. Bezogen auf das Plastik erwarte ich keine Überraschungen, nachzulesen in meinem Baubericht der Qatar-Version.
Baubericht Airbus A350-900 Qatar
Wem beim Bau doch einmal ein paar Triebwerksschaufeln abhanden kommen, kann sich auf dem Zurüstmarkt neu eindecken, auch Räder mit getrenntem Naben und Rädern sind erhältlich, um sich das aufwändige Lackieren leichter zu machen. Einfach einmal googlen.

Das Modell beim Hersteller findet man hier:
Revell Airbus A350-900 Lufthansa 100 Years

Dank an Revell für das Zurverfügungstellen des Musters.

Uwe Damaschek,
Berlin im Mai 2026

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