Vorbild: Die Junkers Ju 88 war ein zweimotoriges Flugzeug mit Kolbenmotoren der Junkerswerke (JFM). Von 1939 bis 1945 wurden 14.882 Maschinen gebaut.
Die Junkers Ju 88A-4 war das Rückgrat der deutschen Bombenflotte im Zweiten Weltkrieg und gilt als die ausgereifteste und leistungsfähigste Variante der A-Serie. Sie verkörperte das Konzept des „Schnellbombers“, der aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit feindlichen Jägern entkommen konnte.
Ein markantes Merkmal der A-4 war die kompakte, vollverglaste Kanzel im Bug, in der die gesamte vierköpfige Besatzung eng zusammenarbeitete. Das Muster verfügte über eine deutlich vergrößerte Spannweite mit abgerundeten Tragflächenenden, was die Flugeigenschaften bei hoher Zuladung stabilisierte. Um die Sturzgeschwindigkeit zu kontrollieren, war die Ju 88A-4 mit markanten Sturzflugbremsen unter den Tragflächen ausgestattet.
Durch ihre robuste Bauweise und die Fähigkeit, sowohl als Horizontalbomber, Sturzkampfflugzeug, Aufklärer und sogar als Torpedobomber zu fungieren, war die Ju 88A-4 an nahezu jedem Kriegsschauplatz im Dauereinsatz. (Wikipedia)
Bausatz: Es ist kein Geheimnis, dass dieser Bausatz eine Kooperation zwischen Eduard und ICM darstellt. ICM ist bekannt dafür, dass es in den vergangenen Jahren eine Reihe von Ju88-Varianten in exzellenter Spritzqualität produzierte. Somit ist dies Ju88A-4 „Limited Edition“ ein Genuss für den erfahrenen Modellbauer, da sie das Beste aus zwei Welten vereint: die exzellente Kunststoff-Basis von ICM und das hochwertige Zubehör von Eduard.
Der Bausatz kommt im typischen Eduard Stülpkarton, mit einer getarnten Ju88 vor einem eher langweiligen Hintergrund – einer wüstenähnlichen Küstenlandschaft – als Cover daher.
Der Karton enthält acht Spritzgussrahmen aus grauem Kunststoff, zwei Fotoätzteileplatinen, von denen eine farbig bedruck ist. Ein Rahmen mit Klarsichtteilen. Eine Tüte mit Resinteilen für Haupt- und Spornrad, sowie hochwertige Lackiermasken für Kanzel und Räder. Abgerundet wird alles mit einem Bogen Decals von Eduard und einer hochwertigen Bauanleitung. Der Bausatz enthält somit alles, um ein exzellentes Modell in feinaufgelöster Detaillierung zu erstellen.



Die Kunststoffbasis dieses Modells stammt aus den Formen des ukrainischen Herstellers ICM, was für Modellbauer derzeit die erste Wahl für eine Ju 88 im Maßstab 1/48 darstellt. Die Teile zeichnen sich durch eine hervorragende Oberflächenqualität aus: Alle Blechstöße und Wartungsklappen sind fein versenkt und maßstäblich korrekt wiedergegeben.



Ein besonderes Highlight ist die vollständige Nachbildung der beiden Jumo 211J-Motoren. Diese sind so detailliert ausgeführt, dass sie mit ihren Nebenaggregaten und Leitungen auch ohne zusätzliches Zubehör beeindrucken. Die Konstruktion erlaubt es, die Motorverkleidungen offen zu lassen, um das Innenleben zu präsentieren.


Das Fahrwerk und die dazugehörigen Schächte sind ebenfalls tief strukturiert und geben die komplexe Mechanik des Originals gut wieder. Da die Ju 88A-4 über eine verstärkte Abwehrbewaffnung verfügt, liegen dem Bausatz auch die entsprechenden MG-Stände und die markante Bodenwanne bei. Insgesamt bietet die Kunststoffbasis eine hochmoderne, stimmige Replik, die sowohl in der Formtreue als auch in der Detailfülle überzeugt.

Die Klarsichtteile für das charakteristische „Gewächshaus“ der Kanzel sind dünn, klar und hochtransparent gespritzt. Die enthaltenen Ätzteile heben den Basisbausatz auf ein völlig neues Detailniveau und konzentrieren sich vor allem auf die Bereiche, die durch die großzügige Verglasung der Ju 88 besonders gut sichtbar sind.

Das Herzstück bildet eine mehrfarbig bedruckte Platine, die speziell für das Cockpit entworfen wurde. Anstatt winzige Instrumente mühsam von Hand zu bemalen, erhält man hier ein Instrumentenbrett mit fein skalierten Zifferblättern und Glas-Effekten auf den Anzeigen. Ebenfalls enthalten sind die charakteristischen Sitzgurte für die vierköpfige Besatzung, die bereits mit realistischen Schattierungen und Schnallen bedruckt sind. Diese lassen sich biegen und wirken dadurch wesentlich natürlicher als einfache Plastik-Gurte. Auch die Seitenkonsolen, Funkgeräte-Fronten und diverse Hebel im „Glashaus“ werden durch diese präzisen Metallteile ersetzt oder ergänzt.
Ergänzt wird dies durch eine zweite, unbedruckte Messingplatine für den Außenbereich und technische Details. Hier finden sich extrem feine Gitter für die Kühlermasken der Jumo-Triebwerke, die den Motorgondeln eine enorme Tiefe verleihen. Weitere filigrane Teile wie die Antennen für die Funk- und Radaranlagen, winzige Halterungen für die Abwehrbewaffnung sowie Details an den Fahrwerksbeinen sorgen dafür, dass das Modell auch bei makroskopischer Betrachtung absolut stimmig wirkt.
Zusammengefasst ersetzen diese Ätzteile klobige Plastikstrukturen durch maßstäblich korrekte Materialstärken, was der Ju 88A-4 ihre charakteristische, technisch-filigrane Optik verleiht.
Die Resinteile stammen aus Eduards hochwertiger Brassin-Serie und dienen dazu, die markantesten Schwachstellen herkömmlicher Spritzguss-Bausätze zu ersetzen.

Im Fokus stehen dabei die Haupträder und das Spornrad. Während Plastikräder baubedingt oft eine unschöne Naht in der Mitte des Reifenprofils aufweisen und Details an den Felgen systembedingt eher flach wirken, sind die Resinteile in einem Stück gegossen. Dadurch besitzen sie ein gestochen scharfes Reifenprofil und feinste Beschriftungen auf den Reifenflanken, die im Spritzguss schlicht nicht darstellbar wären. Ein entscheidender Vorteil für die Optik des fertigen Modells ist der eingearbeitete Belastungseffekt („weighted tires“). Die Reifen sind an der Standfläche dezent abgeflacht und seitlich leicht ausgewölbt, was das enorme Eigengewicht des vollbeladenen Bombers physikalisch korrekt darstellt. Außerdem weisen die Felgennaben eine beeindruckende Tiefe auf: Schraubenköpfe, Bremsleitungsanschlüsse und die Struktur der Bremstrommeln sind plastisch herausgearbeitet.
Bauanleitung: Die Bauanleitung ein hochwertig produziertes, farbiges A4-Heft, das den Modellbauer professionell durch das komplexe Projekt leitet.
Das Heft beginnt mit einer ausführlichen Teileübersicht, auf der alle Spritzgussrahmen, Ätzteilplatinen und Resinkomponenten grafisch dargestellt sind. Besonders hilfreich ist hierbei die farbliche Kennzeichnung der Teile, die für die spezifische A-4-Variante nicht benötigt werden („Parts not for use“), was bei der großen Anzahl an Spritzgussrahmen im Karton für nötige Klarheit sorgt.













Der eigentliche Zusammenbau wird in klaren 3D-Zeichnungen illustriert. Symbole weisen präzise darauf hin, an welchen Stellen Kunststoffteile entfernt oder modifiziert werden müssen, um Platz für die feineren Metallveredelungen zu schaffen. Abschließend enthält die Anleitung einen separaten Plan für die Wartungsbeschriftungen (Stencils).

Markierungen: Den Modellbauer erwartet eine Auswahl an Bemalungsschemata, die die große geografische Bandbreite dieses Bombers widerspiegeln. Jede dieser Optionen erzählt eine eigene Geschichte von den klimatischen Bedingungen der jeweiligen Front.
Die Decals werden im Digitaldruckverfahren hergestellt und zeichnen sich durch hohe Passgenauigkeit, Schärfe und Farbdichte aus. Eine dünne, glänzende Trägerfolie ist locker um die bedruckten Bereiche herum ausgeschnitten. Dadurch lässt sich die Trägerfolie nach dem Aufbringen der Decals leicht vom bedruckten Teil lösen. Die Decals sind somit trägerfolienfrei, was zu deutlich dünneren und realistischeren Decals führt und das Auftragen mehrerer Schichten Klarlack zum Abdecken der Folienränder überflüssig macht. Dies spart deutlich Zeit beim Modellbau.
Hervorzuheben ist noch der separate Bogen für die Stencils. Eine Junkers Ju 88 war im Original übersät mit technischen Hinweisen. Eduard liefert hier hunderte winziger Schriftzüge, die selbst unter der Lupe noch lesbar sind. Diese Details lassen das Modell wesentlich realistischer wirken
Die mitgelieferten Masken enthalten einen kompletten Satz für das große „Gewächshausdach“ inklusive aller optionalen Teile. Zusätzlich sind Masken für die anderen Fenster des Modells sowie für die Räder enthalten.
Fazit: Dies ist zweifellos die derzeit beste Option, um eine Junkers Ju 88A-4 detailgetreu nachzubilden. Durch die Kombination der modernen Kunststoffteile von ICM mit den hochwertigen Veredelungskomponenten von Eduard entsteht ein stimmiges Gesamtpaket, das kaum Wünsche offenlässt. Aufgrund der vielen Kleinteile empfiehlt sich der Bausatz eher für den erfahrenen Modellbauer.
ASC, Hamburg März 2026

