Vorbild:
Der Kampfpanzer Leopard 2 wurde seit Ende der 1970er-Jahre als Nachfolger des Leopard 1 eingeführt und entwickelte sich zu einem der prägenden westlichen Kampfpanzer, der noch voraussichtlich bis in die 2040er-Jahre eingesetzt werden wird. Sein Konzept vereint hohe Beweglichkeit durch den 1.500-PS-Dieselmotor, eine mehrschichtige Keil- und Verbundpanzerung sowie eine leistungsfähige Bewaffnung. Die Ausführung A6 stellt eine Kampfwertsteigerung (KWS 1) dar und ist äußerlich vor allem an der 1,30 m längeren 120-mm-Glattrohrkanone L/55 zu erkennen. Diese bietet gegenüber der älteren L/44 eine gesteigerte Mündungsgeschwindigkeit und damit höhere Durchschlagsleistung. Ergänzt wird dies durch die im Rahmen der KWS 2 beim Leopard 2A5 bereits eingeführte keilförmige Zusatzpanzerung am Turm sowie verbesserte Ziel- und elektronische Stabilisierungssysteme. Der Leopard 2A6 wurde 2001 eingeführt und wird bis heute verwendet – jedoch erfuhr diese Ausführung auch äußerlich erkennbare Änderungen, so etwa die leichten Kettenblenden oder die Mehrfachwurfanlage in der Konfiguration 6+2. Der Leopard 2 wurde durch mehrere Nutzerstaaten in verschiedenen Einsätzen genutzt, darunter im Kosovo, in Afghanistan und Syrien. Hierbei bewährte sich das System durch seine Beweglichkeit, Präzision und sein hohes Schutzniveau, gerade auch bei mehreren Anschlägen in Afghanistan.


Mit dem russisch-ukrainischen Krieg wurde der Leopard 2A6 erstmals in einem symmetrischen Kriegsszenario eingesetzt. Ab 2023 erhielt die Ukraine im Rahmen internationaler Unterstützungsmaßnahmen unter anderem diese Version, die seitdem aktiv eingesetzt wird. Die ukrainischen Panzertruppen führten hierbei diverse feldmäßige Anpassungen durch, etwa zusätzliche Schutzmaßnahmen in Form von improvisierten Gitter- und/oder Reaktivpanzerungen. Die Einsatzerfahrungen ergeben ein gemischtes Bild: Die hohe Präzision und Durchschlagskraft bleiben im symmetrischen Gefecht ein wesentlicher Vorteil, während Bedrohungen durch Minen, Drohnen und moderne Panzerabwehrmittel die Verwundbarkeit auch moderner Kampfpanzer verdeutlichen. Hierbei bestätigte sich zugleich der insgesamt hohe Schutzstandard für die Besatzung, selbst bei beschädigten Fahrzeugen. Der Leopard 2(A6) zeigt sich insgesamt als leistungsfähiges, jedoch komplexes Waffensystem, dessen Wirksamkeit maßgeblich vom taktischen Einsatz und den Rahmenbedingungen abhängt. (KI-Unterstützung)
Quellen:
Wikipedia. (2025). Leopard 2. https://de.wikipedia.org/wiki/Leopard_2
Army Recognition. (2024). Ukrainian Soldiers Enhance Protection of Donated Leopard 2 Tanks Against Russian Threats. https://www.armyrecognition.com/focus-analysis-conflicts/army/conflicts-in-the-world/russia-ukraine-war-2022/ukrainian-soldiers-enhance-protection-of-donated-leopard-2-tanks-against-russian-threats
Kirsten, Bernd, German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS). (2023). Fact-checking im Ukraine-Krieg: Leopard 2 – Wirkungsmöglichkeiten und Einschränkungen im Ukraine-Krieg. https://gids-hamburg.de/wp-content/uploads/2023/02/108_GIDSfacts-2-Leopard-Kirsten_V2.pdf


Bausatz:
Revell ergänzte 2011 seine bisherigen Matchbox-Modelle mit einer neuen, zeitgemäßen Serie Leopard 2. Erschienen sind hierbei die deutschen Ausführungen A5 und A6, die niederländischen und schwedischen Konfigurationen sowie mittlerweile auch die Ausführung A7V. Der ukrainische Hersteller ICM greift den A6-Bausatz auf, um eine Modifikation, wie sie in der Ukraine im Einsatz ist, herauszubringen.
Der Karton fällt äußerst stabil aus, denn es handelt sich um einen robusten Faltkarton mit aufgestülptem bunten Topper. Enthalten sind 5 graue Spritzlinge aus dem Hause Revell, 2 kleine graue Spritzlinge von ICM, ein Fotoätzteilbogen, die Decals sowie die Bau- und Bemalungsanleitung. Bis auf die Bodenplatte vom A6M werden alle enthaltenen Teile verbaut. Die Qualität fällt sowohl für die Revell- wie auch die ICM-Teile gut aus. Die Abspritzung sieht sauber aus. Flash oder Sinkstellen treten kaum bis gar nicht auf. Auswerfermarken befinden sich nur in später nicht einsehbaren Bereichen. Der Detaillierungsgrad ist allen Teilen auf einem hohen Niveau – nicht ganz auf dem Level der modernen ostasiatischen Hersteller, aber für 1/72 und die Zielgruppe fortgeschrittener Modellbauer definitiv ausreichend.


Der Bau entspricht natürlich dem des Revell-Bausatzes, wie hier zuletzt beschrieben. So gilt es, einige Modifikationen wie Bohrungen, Umbiegen der Ketten und Abtrennen von einzelnen Teilen vorzunehmen. Auch ICM geht hierauf genügend in der Anleitung ein und weist auch auf Besonderheiten wie das Entfernen der Astabweiser hin. Meine Vorschläge für weitere Verbesserungen gelten auch für diesen Bausatz.




Neu im ICM-Bausatz sind die Gummimatten, Gitter sowie deren Halterungen. Letztere werden an zwei kleinen Spritzgussrahmen geliefert. Die Plastikteile sind verhältnismäßig dick, was aber dem Original entspricht. Die Lamellen an der Gitterpanzerung wurden von ICM vertikal angeordnet. Am Original sind sie hingegen horizontal, damit sie eine größere Wirkung gegen Hohlladungen und Dronen erzielen. Wenn man das originalgetreu umsetzen möchte, muss man den Ätzteilsatz mit einigem Aufwand umbauen. Die „Gummimatten“ werden seitwärts sowie frontal als Schlagschattentarnung angebracht. Bei Bundeswehrpanzern werden hier häufig Rohrwischerstangen zwischen die Abschlepphaken geklemmt, damit die Matte nicht durchhängt und abreißt, siehe hier. Dies kann am Modell mit einem Draht und Ausglühen der Ätzteile leicht nachgebaut werden.

Die Bauanleitung fällt ähnlich der von Revell aus. Die in schwarz und rot gedruckten Bauschritte sind gut les- und nachvollziehbar. 38 Schritte führen zum gewünschten Resultat. Auf notwendige Details und Optionen wird eingegangen. Beim Farbsystem verweist ICM auf die hauseigenen Farben. Hier sollten Vorbildfotos genau studiert werden, denn die ICM-Farben sind nicht immer eindeutig, etwa bei der Wahl des Nato-Schwarz in Form von „Rubber Black“ oder „Black Primer“. Alternativ kann man natürlich auch auf ein Farbsystem umsteigen, das die richtigen RAL-Farben direkt anbietet.
Als Bemalungsvariante werden 4 Optionen angegeben, die jedoch nicht näher beschrieben werden. Diese unterscheiden sich in den verschiedenen „Hoheitszeichen“. Der beiliegende Decalbogen ist scharf gedruckt. Die Felder und Kreuze sehen etwas unregelmäßig aus, was aber passen kann, da die „Hoheitszeichen“ teilweise im Feld aufgemalt wurden.




Fazit:
ICM bietet den 1/72er-Freunden mit diesem Bausatz die Möglichkeit, den etwas älteren, aber grundsätzlich guten Leopard 2 von Revell auf dem modernen Schlachtfeld der Ukraine darzustellen. Gitterpanzerungen aus Ätzteilen sind in diesem Maßstab selten zu sehen. Somit ist diese Möglichkeit sehr willkommen. Wer es wirklich vorbildgetreu haben möchte, muss jedoch einige Modifikationen in Kauf nehmen. Aufgrund der hohen Teilezahl und der Ätzteile selbst ist der Bausatz nur fortgeschrittenen Modellbauern und Profis zu empfehlen.
Erhältlich ist der Bausatz für ca. 15 € beim gut sortierten Modellbaufachhändler oder für Händler über Glow2B.
Philip Koch, Godern (März 2026)

