Vorbild: Der BMD-1 gehört zur Familie kettenbetriebener sowjetisch/russischer Schützenpanzer. Er wurde speziell für den Einsatz bei den Luftlandetruppen konzipiert. Der BMD-1 (Objekt 915) wurde 1965 im Konstruktionsbüro des Wolgograder Traktorenwerkes entwickelt und durchlief 1966 die Werkserprobungen. Die Entwicklung unterlag strengen Vorgaben bei Abmessungen und Gewicht. Die Panzerung besteht aus einer Aluminiumlegierung, nur zum Schutz vor Splittern und Handfeuerwaffen. Der Schützenpanzer besitzt pro Laufwerksseite fünf Laufrollen. Der Bodendruck liegt bei 0,5 kg/cm², was so ziemlich einem Soldaten mit Marschgepäck entspricht. Die Bodenfreiheit und die Spannung der Ketten ist vom Fahrer hydraulisch regulierbar. Außerdem ist der Panzer schwimmfähig. Angetrieben wird er durch einen wassergekühlten Sechszylinder-Dieselmotor mit 240 PS. Dieser bringt ihn auf eine Geschwindigkeit von 70 km/h auf der Straße, 45 – 50 km/h im Gelände und etwa 10 km/h im Wasser. Die Besatzung besteht aus 7 Mann. Neben Kommandant, Richtschütze und Fahrer können 4 Infanteristen transportiert werden. Der Turm stammt vom BMP-1 und ist ebenso wie dieser mit einer 73 mm Kanone ausgerüstet. Auch eine Startschiene für Panzerabwehrlenkwaffen ist wie beim BMP-1 über der Kanone installiert. Im Bug der Wanne sind zwei 7,62 mm Maschinengewehre vorhanden. Der BMD-1 kann aus Höhen von 500 – 1500m mittels Fallschirmen abgesetzt werden. Dies geschah erstmalig am 5.Januar 1973.

Quelle: Wikipedia




Bausatz: Die Firma Hobby Boss legt diesen Bausatz, dessen Formen aus dem Jahr 2014 stammen, nun wieder auf. In einem kleinen, stabilen Karton mit ansprechendem Deckelbild, finden sich sechs Gussrahmen aus beigefarbenem bzw. bräunlichem Kunststoff, jeweils eine Ober- und Unterwanne, zwei kleine Platinen mit Ätzteilen, ein kleiner Bogen mit Abziehbildern und die Bau- und Bemalanleitung. Die Bauteile sind dabei nochmal extra in Plastikfolie verpackt, so dass keine Bauteile verloren gehen können. Die Qualität der teils sehr filigranen Teile ist dabei sehr gut. Es sind keine Sinkstellen, Fischhaut oder sonstige Ungenauigkeiten zu entdecken. Stattdessen finden wir knackig scharfe Kanten und sehr schön ausgeformte Details. Der Bau des Fahrzeugs beginnt, wie allgemein üblich, mit der Montage des Laufwerks an der Unterwanne. Die Lauf- und Leitrollen sehen gut aus und sind dabei jeweils zweiteilig gehalten. Die zugehörigen Treibräder bestehen aus jeweils drei Teilen, wobei die äußeren beiden mit immerhin sieben Angusspunkten am Spritzrahmen befestigt sind. Weiter geht es mit der Heckplatte und den Teilen des Wasserstrahlantriebes. Diese sind zweiteilig und werden zwischen Wanneninnenseite und Heckplatte verklebt. Es folgt eine echte Fleißaufgabe. Wir müssen pro Seite 89 einzelne Kettenglieder verbauen. Jedes der winzigen Kettenglieder ist dabei mit vier Angusspunkten im Spritzrahmen befestigt. Eine Menge Versäuberungsarbeit, die sich am Ende aber sicherlich lohnt.




Nachfolgend wird die Oberwanne mit diversen Kleinteilen vervollständigt, wobei auch ein paar Ätzteile für Griffe, Halterungen und Lüftergitter zum Einsatz kommen. Die Luken für die Besatzung können alle geöffnet dargestellt werden. Das macht aber nur Sinn, wenn man Figuren einsetzt, da der Bausatz keine Inneneinrichtung aufweist. Leider sind für die Optiken der Besatzung in der Wanne sowie auch im Turm keine Klarsichtteile vorhanden. Das wäre wünschenswert gewesen. Zu guter letzt wird der Turm zusammengebaut und die Waffenanlage montiert. Die 73 mm Kanone ist dabei höhenrichtbar gelagert und muss nicht mehr aufgebohrt werden. Die Startschiene für die Panzerabwehr-Lenkrakete besteht aus zwei Teilen und wird zum Abschluss zusammen mit der aus fünf Teilen bestehenden Rakete montiert.




Bauanleitung/Bemalung: Die Bauanleitung liegt als kleines Heft bei. Sie ist in schwarz/weiß gehalten. Nach der Erklärung der Piktogramme und der Übersicht über den Inhalt des Bausatzes, beginnt der Bau, wie weiter oben bereits beschrieben mit dem Bau des Fahrwerks. In insgesamt zwölf Bauschritten wird man durch den Bau des Panzers begleitet. Die einzelnen Schritte wirken dabei sehr übersichtlich und nicht überladen. Es sollten keine Fragen offen bleiben. Als Anleitung zur Bemalung liegt ein farbiges A4-Blatt bei. Man hat die Auswahl zwischen drei Fahrzeugen, die sich aber nur durch die Nummern unterscheiden. Es werden leider keine Angaben zu den Einheiten und Einsatzorten der Panzer genannt. HobbyBoss nimmt bei der Bamlung bezug auf die Systeme Mr.Hobby, Acrysion, Vallejo, ModelMaster, Tamiya und Humbrol. Da sollte jeder seinen Favoriten finden. Die wenigen Decals sind bei diesem Bausatz auf angenehm dünnem Trägerpapier mit einem kleinen Rand gedruckt und machen insgesamt einen sehr guten Eindruck.

Fazit: Ein sehr schöner Bausatz, an dem der Modellbauer und Freund russischer Militärtechnik mit ein wenig Erfahrung seine Freude haben wird. Auch wer sich mit dem Thema Ätzteile zum ersten Mal beschäftigen möchte, dem sei dieser Bausatz empfohlen. Einziger Kritikpunkt ist in meinen Augen das fehlen der Optiken aus Klarsichtmaterial. Ansonsten verspricht der Bausatz viel Bastelspaß.

Sehr zu empfehlen.

Sven Bednareck, Berlin (März 2026)

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