Vorbild: Der Churchill-Panzer wurde von Großbritannien in einem beschleunigten Verfahren entwickelt. 1940 erhielt Vauxhall die Anforderungen und bereits 1941 verließen die ersten Fahrzeuge das Werk. Die Konstruktion war in der frühen Phase noch nicht vollständig ausgereift. Viele Fahrzeuge wurden mit Hinweisen im Handbuch ausgeliefert, die auf bekannte Probleme aufmerksam machten und erklärten, wie diese im Feld behoben werden konnten.
Die charakteristische, langgestreckte Form des Panzers ging auf die damaligen Erwartungen zurück, man rechnete damit, dass Deutschland eine Invasion auf den britischen Inseln schaffen könnte und dass sich der Krieg, ähnlich wie im Ersten Weltkrieg, in statischen Grabenkämpfen festfahren würde. Daher legte man großen Wert auf schwere Panzerung, gute Geländegängigkeit und die Fähigkeit, breite Gräben zu überwinden.
Bis zum Ende des Krieges wurden etwas mehr als 5.600 Churchill-Panzer in verschiedenen Varianten gebaut. Rund 344 Fahrzeuge wurden im Rahmen von Lieferprogrammen an die Sowjetunion abgegeben und an der Ostfront eingesetzt. Der Churchill blieb in Großbritannien noch bis Anfang der 1950er-Jahre im Dienst, 1952 war er weitgehend ausgemustert.
Der Churchill Mk. V selbst war eine Unterstützungsvariante, die mit einer 95-mm-Haubitze ausgerüstet war und vor allem zur Nahunterstützung der Infanterie vorgesehen war.
Bausatz: Zvezda hat mit ihrer Serie History on the Table eine neue Sparte für sich entdeckt und bedient mit dem 1/100-Maßstab die Tabletop-Community. Mit diesen einfach zu bauenden Snap-On-Modellen kann man Spiele wie z. B. Flames of War oder Team Yankee spielen.

2024 brachte Zvezda den Churchill Mk. V für diese Serie auf den Markt. Die Modelle werden in kleinen Aufhängeschachteln geliefert, die schön gestaltet sind und zeigen, welche passenden Fahrzeuge man noch für seine Armee kaufen könnte.
Vor Kurzem habe ich einen First Look für den T-90MS dieser Serie gemacht, der mich wirklich begeistert hat, super gegossen, feine Details und eine clevere Bauweise. Ich weiß nicht, ob der T-90 ein Prestigeprojekt war, aber die Qualität setzt sich hier leider nicht fort.
Auf zwei Spritzlingen findet man alles, was für den Bau benötigt wird. Die Gussqualität ist gut, Fehler oder Fischhaut findet man nicht. Die Details sind jedoch weniger ausgeprägt als beim T-90, wie anfangs erwähnt.


Decals, wie bei den russischen History on the Table Sets gibt es ebenfalls nicht.

Anleitung: Die Anleitung ist simpel wie auf einem Beipackzettel gedruckt. Auf der Deckseite gibt es sogar noch einige Infos zum Fahrzeug. Sehr schön.



Testbau: Wer nur spielen will, möchte natürlich schnell bauen. Daher sind die Kits beim Bau sehr einfach gehalten und es bietet sich an, euch auch das gebaute Modell zu zeigen. Die Teile sind schnell aus den Rahmen getrennt und alles kann ohne Kleber zusammengesteckt werden, dass klappt auch sehr gut.
Beim Churchill bin ich jedoch auf ein Problem gestoßen: die Pins, die die Seitenteile an der Wanne halten sollen, sitzen an der falschen Position. Dadurch stehen die Ketten viel zu weit vorne. Als Lösung bietet es sich an, die Pins einfach zu entfernen und die Teile stattdessen mit etwas Kleber zu befestigen.

Ich dachte zuerst, ich sei einfach zu blöd, aber nach mehrmaligem Kontrollieren der Anleitung und des Modells blieb mir keine andere Lösung, als die Pins abzuschneiden. Ich glaube nicht, dass es an mir lag.
Die Ketten sowie der Turm haben einen richtig bösen Grat, welcher entfernt werden muss aber ansonsten ging das Modell in gut 10 Minuten zusammen.



Fazit: Grade für Modellbauanfänger oder Kinder eine Super Sache, leider ein gravierender Fehler in der Gussposition der Pins aber lösbar. Für ca. 5€ ein nettes Ding.
Florian Schuster, Berlin (Februar 2026)

