Das Vorbild: Der BMW 328 war ein zweisitziger Sportwagen der Bayerischen Motoren Werke. Erstmals zu sehen war der in Eisenach gebaute Roadster beim 1936 Eifelrennen auf der Nordschleife des Nürburgrings, wo er unter Ernst Jakob Henne mit einem Durchschnitt von 101,6 km/h die Klasse der Sportwagen bis 2000 cm³ (ohne Kompressor) gewann. Zu kaufen war der BMW 328 ab Februar 1937 zum Preis von 7400 Reichsmark. 464 Wagen wurden laut Angaben der BMW AG bis Anfang 1940 gebaut, andere Quellen nennen 462 Stück. Der BMW 328 gehörte zu den „Traumsportwagen“ seiner Zeit.
Technische Daten
| Produktionszeitraum | 1937–1939 |
| Klasse | Sportwagen |
| Höchstgeschwindigkeit | 150 km/h |
| Motoren | Ottomotor mit 2,0 Liter (59 kW) |
| Länge | 3900 mm |
| Breite | 1550 mm |
| Höhe | 1400 mm |
| Radstand | 2400 mm |
| Leergewicht | 830 kg |
Das Bauprojekt: Beim Lesen des First Looks vom BMW 328, den Heller im Maßstab 1:24 erneut als Wiederauflage anbietet, stellte sich die Frage, warum nicht einmal ein Auto in diesem Maßstab?
Genau! Das ist eine echte Abwechslung.
Nach einem Besuch im Modellbauladen meiner Wahl, ging ich dann zwei Tage später mit dem Bausatz der Rennversion (Nr 80782) zufrieden nach Hause und an den Basteltisch. Nach dem Öffnen des Klappkartons trat dann leider Ernüchterung auf. Denn entgegen meiner Vermutung, dass dem Bausatz die gleichen Teile beiliegen, wie dem des klassischen Roadsters wurde ich enttäuscht. Bei Heller hat man tatsächlich die beiden Gussäste für die Windschutzscheibe (verchromter Rahmen und Klarsichtteil) so modifiziert, dass bei diesem Bausatz lediglich die in Fahrtrichtung linke Scheibe dargestellt werden kann. Blöd!!!!! Außerdem befinden sich auf der Karosserie zwei Öffnungen vorne zur Aufnahme der Platte für die Startnummer und dem dritten Scheinwerfer. Auch blöd, aber kein echtes Problem.

Obwohl die Voraussetzungen für das Projekt nicht als optimal bezeichnet werden konnten, habe ich mich davon nicht abschrecken lassen und mutig mit dem Bau des Otto-Motores gestartet. Alle wesentlichen Bestandteile des Antriebsaggregates hat Heller stimmig berücksichtigt, wobei die Vergaser sogar als verchromte Teile beiliegen. Bei einem genauen Abgleich mit Fotos vom Original, die ich im Internet finden konnte, fällt dann aber doch auf, dass einiges stark vereinfacht dargestellt ist. Sofern man das Fahrzeug mit geschlossener Motorhaube darstellen will, ist das natürlich kein Problem. Mich reizen aber gerade diese kleinen Details und kurzerhand ging es los mit der Optimierung. Dabei habe ich unter anderem die Luftfilter auf den drei Vergasern deutlich überarbeitet. Ebenso ergänzte ich die Benzinleitungen und die Mechanik der Benzinventilsteuerung. Auch die nicht korrekt platzierten Scheiben auf dem Motorengehäuse wurden entfernt, neu erstellt und korrekt angebracht. Nach Kürzen des Anlasserzylinders habe ich dann noch zwei kleine Rechtecke für die Placards angebracht, womit das Ganze nun dem Original schon deutlich ähnlicher sah.




Die beiden Leitungen für die Auspuffanlage erhielten an den oberen Bereichen etwas mit Lösemittel verdünnter Spachtelmasse um die rauhe Struktur darzustellen und Schellen aus Evergreen Profilen.
Nach Abgleich des Bauteils der Trennwand vom Motorraum zur Fahrerbereich ergänzte ich auch hier einiges wie den Wagenheber mit separater Kurbel, einen Hammer und die Befestigungsplatten für die Scharniere der Motorhaube. Ebenfalls habe ich die Batterie überarbeitet, Nieten an der Box ergänzt und die Abdeckung des Sicherungskastens völlig neu erstellt.



Die Felgen erhielten noch jeweils vier Muttern und am Kühler waren noch der Deckel für die Kühlflüssigkeit und die Halterungen für die Stabilisierungsstreben vom Motorraum zu ergänzen.




Weiter ging es dann mit dem Armaturenbrett. Dieses ähnelte zwar dem Original, aber insbesondere der erhabene dreieckige Bereich in der Mitte und die Klappe für das Handschuhfach mussten neu aufgebaut und diverse Knöpfe und Schalter ergänzt werden.



Bei den Sitzen habe ich lediglich die Paspeln aus dünnen Rundprofilen an beiden Seiten der Sitzflächen hinzugefügt. Alles andere war und ist hier stimmig.


Eine wirklich anstrengende und zeitintensive Aktion war die komplette Neuerstellung der Windschutzscheibenrahmen inklusive Scheibenwischer und Seitenspiegel. Aber auch diese Hürde konnte genommen werden. Nach Füllen der Öffnungen im Frontbereich für die Platte der Startnummer und dem dritten Scheinwerfer wurden die Bereiche sorgfältig verschliffen und alles mit Tamiya Fine Surface Primer grundiert. Im Anschluss daran erhielten der Fahrzeugrahmen, der Motor und der Kühler einen Auftrag mit seidenmatter schwarzer Farbe.




Nach ausreichender Trockenzeit ging es dann mit der Bemalung des Motores weiter, wobei unterschiedliche Farben aus dem Sortiment von Vallejo zum Einsatz gelangten. Nach einem Wash mit verdünnter bräunlicher Ölfarbe, folgte die Anbringung der Zündkabel, die ich mit Hilfe von Bleidraht realisieren konnte. Allerdings muss ich hier gestehen, dass das zeitaufwändiger war, als ursprünglich vermutet, wobei ich mich auch an die Zündfolge vom Original gehalten habe. Im Rahmen dieser Aktivitäten folgte noch der Ergänzung der beiden Placards und dann konnte das Antriebsaggregat zusammen mit der Auspuffanlage mit dem Chassisrahmen verbunden werden.



Bei Zusammenkleben der beiden großen Chassisteile muss man aufpassen, denn die Löcher und Zapfen sind nicht stimmig angebracht und würden dazu führen, dass man einen erheblichen Versatz der Flächen erhält. Also, lieber die Zapfen abschneiden und dann die Teile bündig zusammenkleben. Um mehr Stabilität zu erhalten, habe ich auch einige Bereiche an den Klebenähten innen mit Plastikstreifen unterfüttert.
Im nächsten Schritt widmete ich mich der Motorhaube. Warum Heller diese aus zwei Teilen umgesetzt hat, ist mir nicht ganz klar, denn die Bilder vom Original zeigen, dass diese mittels zwei Scharnieren vor dem Bereich der Winschutzscheibe nach oben geklappt werden konnte. Die Motorhaube war auch insofern etwas unangenehm, weill das rechte Teil so verogen war, dass das Teil einfach nicht passen wollte. Auch nach Zurechtbiegen war einiges an Schleifarbeit erforderlich bis die Haube dann einiger massen stimmig auf dem Chassis auflag. Die beiden Lederbänder zum Fixieren der Haube sind extrem vereinfacht dargetellt, weshalb ich diese vorsichtig entfernt habe.


Endspurt! Die Sitze erhielten entsprechend dem Original einen Farbauftrag mit roter Farbe aus dem Tamiya Laquer Sortiment, wobei ich den Farbton mit ein paar Tropfen Blau abgetönt habe. Auch für das Fahrzeug habe ich den Farbton aus glänzendem Weiss mit ein paar Tropfen glänzendem Schwarz und Blau selbst angemischt. Über dem Armaturenbrett wurde dann noch eine Bordüre mit roter Farbe abgesetzt.




Für die Scheibenwischeranlage habe ich noch den Übergang zum Wischermotor angebracht und mehere Zapfen am Chassis, mit dessen Hilfe eine Wetterplane befestigt werden konnte. Die beiden hinteren Kotflügel erhielten dann noch einen Überzug aus Chromfolie und dann wurden die Abziehbilder auf dem Armaturenbrett, dem Lenkrad und den Rädern ergänzt. Schließlich setzte ich noch die beiden Versteifungsstangen im Motorenbereich ein.



Bei dem Chromleisten habe ich zum ersten Mal die neue Chromfarbe von AK genutzt, die ein sehr überzeugendes Ergebnis lieferte. Nach Versiegelung mit Klarlack über alles, konnte ein Wash der Gitterbreiche an der Front und den Seiten erfolgen und dann habe ich noch die Gummidichtungen an den Übergängen von den Kotflügeln zum Chassis bemalt. Das war nicht so einfach, wie ich dachte und bei einem weiteren Modell würde ich dies wahrscheinlich mit einem schwarz bemalten dünnen Rundprofil realisieren, das dann problemlos aufgeklebt werden könnte.
Jetzt folgte das Anbringen der Windschutzscheibe inklusive Streben zum Wischermotor und den Scheibenwischern sowie das Ergänzen der beiden „Lederbänder“ über die Motorhaube. Hier habe ich noch versucht, den Zurrmechanismus inklusive Befestigungsbügel am Chassis darzustellen.


Uuufff – geschafft! Einfach ist anders, aber einfach kann jeder und macht auch nicht soviel Spass!
Fazit: Sofern man ein präzises Modell vom BMW 328 darstellen will, bietet der Heller Bausatz zwar eine solide Ausgangsbasis, aber es ist einiges an Zeit und Arbeit zu investieren.
Mein besonderer Dank geht an Alex, der mich bei diesem Bauprojekt hochprofessionell technisch und moralisch kontinuierlich unterstützt hat, denn insbesondere bei der Verkabelung und den Leitungen im Motorraum wäre ich ohne seine Hilfe völlig hilflos gewesen.
Michael Baldewigs (Customscale / 16.01) neueste Kreationen neben neuen Bausätzen ist das Erzeugen von AI generierten Grafiken und Video-Clips zur optimalen Darstellung seiner Produkte. Weil mich diese extrem beeindruckt haben, bat ich ihn darum, auch mit meinem BMW Modell etwas zu „herum zu spielen“ und heraus kam dabei ein Ergebnis, das mich absolut begeistert. Genau hinsehen darf man dabei allerdings nicht, da die KI einige Fehler eingebaut hat, die man bei logischer Betrachtung auch schnell finden wird. Wer findet die Fehler???

Gert Brandl, Berlin (Februar 2026)

