Vorbild: Die Dassault Super Mystère war ein zukunftsweisendes französisches Kampfflugzeug, das als erstes in Westeuropa Überschallgeschwindigkeit fliegen konnte. Basierend auf der 1953 begonnene Entwicklung der SMB1 entstand 1955 das Modell der SMB2. Besonderheiten der Entwicklung waren u.a. neue flache Flügel mit 45°-Pfeilstellung, gezackte Vorderkante und ein größerer Lufteinlauf. Als Triebwerk wurde ein Snecma Atar 101G mit Nachbrenner verbaut. Die Bewaffnung bestand aus zwei 30 mm Kanonen und diversen Außenlasten. Zwischen 1957-1959 wurden ca.178 Stück an die Armee de l‘ Air geliefert. Zugunsten der Mirage wurde die Entwicklung nicht weiterverfolgt. 1977 wurden die letzten als Jagdbomber eingesetzten Flugzeuge in Frankreich gegen Mirage F.1 ausgetauscht.
Modell: Nachdem der Bausatz 2024 als israelische Version erschien, gibt es diesen nun auch mit französischen Kennungen. Der Ursprung liegt bei Azur. SH hat dem Kit die fehlenden Außenlasten beigelegt. Der randvolle Karton enthält nun acht graue Kunststoffrahmen mit ca. 116 und neun klaren Teilen. Mit der Anleitung und dem großen Decalbogen ist der Kit vollständig.




Die Qualität der Spritzgussteile ist vorwiegend gut. Zur Darstellung der Details sind überwiegend feine Linien vorhanden. Der Rumpf ist in linke, rechte und Unterseite getrennt. Im Cockpit werden ca. 20 Teile verbaut. Das Instrumentenbrett ist auf beiden Seiten detailliert, zur Darstellung der Instrumente ist ein zusätzliches Decal vorgesehen. Rückseitig kann der ambitionierte Modellbauer die Kabel ergänzen. Da der Schleudersitz über keine Sitzauflage oder Gurte verfügt, empfiehlt sich der Austausch. Weitere Highlights sind offen darstellbare Luftbremsen, ein durchgängiger Lufteinlauf und die mehrteilige Schubdüse. Beide Laufwerkschächte mit dem Fahrwerk sind akzeptabel.




Die Tragflächen bedürfen innen und außen etwas mehr Aufwand, geben aber die dünne Form des Originals gut wieder. Die Ober- und Unterseite ist an den Kanten geteilt, nur die Trennung zum vorderseitigen Sägezahn verläuft unterseitig an einer Fuge. Innen kann man etwas ausschleifen, und auf den Oberflächen sollte nach evtl. vorhandenen Kratzern Ausschau gehalten werden. Dünn und einteilig sind die beiden hinteren Steuerflächen. Zudem sind viele kleinere Komponenten wie Pitotrohre, Klappen, Lampen usw. vorgesehen.



Eine klare Sicht hat man bei der mehrteiligen Kanzel. Rückspiegel und der nachgebildeter Hebemechanismus verbessern das Aussehen bei einem geöffneten Cockpit.

Anleitung/Decals: Auf 15 Seiten wird in 26 übersichtlichen Schritten der Bau erklärt. Ein kleiner Fehler ist bei Step 15: Bei den fr. Maschinen wird nur das Teil D6 benötigt. Den Zusammenbau der Außenlasten erklärt ein Zusatzblatt. Der Decalbogen bietet Markierungen für drei Versionen. Wie bei SH üblich, kann auch bei diesen Abziehbildern der Trägerfilm nach dem Auftragen entfernt werden.





Fazit: Das Modell von Special Hobby ist definitiv mal was anderes als eine F-16 oder ein Starfighter. Beste Voraussetzungen für ein erfolgreiches Gelingen ist aber die benötigte Erfahrung mit dieser Art von Kits. Der Bausatz bietet das ganze Programm: Schleifen, Anpassen, Details verbessern und die Bemalung sind einige der Herausforderungen.
Daniel Fritsch, Berlin (Januar 2026)

