Dieser Bausatz besteht aus insgesamt drei Fahrzeugen, die bei ICM bereits auch schon einzeln erhältlich waren und hier nun zu einem Kombi-Set mit dem Schwerpunkt Afrikakorps zusammengestellt wurden und sich somit sehr gut, einzeln oder auch komplett für eine Dioramaszene Nord Afrika 1942-43 eignen. Es handelt sich hierbei um einen Horch 108 Typ 40 (35503), einen Mercedes LKW L3000S (35420) sowie einem Stoewer Typ 40 (35583), die ich hier nun im einzelnen beschreiben möchte.

s.E.Pkw Kfz.70 with Zwillingssockel 36

Original: Der Horch 108 wurde von Horch und Ford Deutschland als schwerer Geländetransporter für Truppen, leichter Transport sowie Suchscheinwerfer- und Flugabwehrstellungen entwickelt und gebaut. Die Passagierversion war als Kfz.70 bekannt. Mit dem zusätzlichen Flugabwehrgeschütz im Fahrgastraum wurde sie auch als Kfz.81 bezeichnet. Die Wehrmacht setzte sie in verschiedenen Funktionen in ihrem gesamten Einsatzgebiet ein. Dieses Modell diente als mobile leichte Flugabwehreinheit mit MG34-Maschinengewehren auf einer um 360° drehbaren Zwillingslafette. Die Reichweite betrug bis zu 2.000 Meter, ähnlich wie bei den bodengestützten MG34. Die hohe Feuerrate führte dazu, dass der Horch 108 bei günstiger Positionierung häufig zur Feuerunterstützung eingesetzt wurde. Schließlich wurde er zugunsten des flexibleren Kübelwagens ausgemustert.
Der Bausatz: Die Qualität der einzelnen Teile macht einen sehr guten Eindruck. Dieser Bausatz besteht aus sieben grauen, einem klaren sowie einen weiteren Vinyl Spritzling mit den Reifen.









Die Teile aus hellgrauem Plastik sind sauber ausgespritzt, hier und da zwar mit feinem Grat, aber ohne Versatz. Angüsse sind so gesetzt, dass Details nicht beeinträchtigt werden. Auswerferspuren sind zwar vorhanden, sollten aber auch ohne Nacharbeit nicht stören. Die Scheiben sind absolut klar und sogar die Rillen der Scheinwerfergläser wurden berücksichtigt. Leider weisen die Vinylreifen eine Formtrennnaht auf, die sich aufgrund des elastischen Materials nur mühsam entfernen lässt. Der Zubehörmarkt hält hierfür aber inzwischen schon einige bessere Resinräder bereit. Es gibt einige sehr filigrane Teile, die beim Abtrennen vom Spritzling zwar entsprechende Vorsicht verlangen werden, am Modell aber sehr gut aussehen werden.
Bemalung/Bauanleitung: Die Farbangaben beziehen sich zwar auf drei Einsatzversionen, von denen jedoch wohl die zweifarbige der „Pz. Abt. 501“ am interessantesten sein dürfte. Die Farbnummern sind einzig auf das hauseigene ICM Sortiment abgestimmt.




Die zwei kleinen Decalbögen enhalten neben den Instrumenten auch verschiedene Nummernschilder und Embleme. Ein Extrabogen mit den Symbol des D.A.K ist für diesen Bausatz extra zusätzlich beigefügt worden.

Fazit: Die schöne Detailierung der einzelnen Teile und die gut strukturierte Bauanleitung versprechen einiges an Bastelvergnügen. Man sollte jedoch bereits einige Erfahrung mitbringen, da einige filigrane Kleinteile beim Abtrennen vom Spritzling leicht zerbrechen können.
German Truck Typ L3000S

Original: Der Mercedes-Benz L 3000 ist ein zweiachsiger Lastkraftwagen des deutschen Herstellers Daimler-Benz AG, der von 1938 bis 1944 produziert wurde. Ab 1939 hießen die Modelle mit Hinterradantrieb L 3000 S; Modelle mit Allradantrieb L 3000 A. Sie wurden nur von 1939 bis 1942 gebaut. Ab 1938 folgte der 3-t-Lkw Mercedes-Benz L 3000 – werksintern als LGF 3000 bezeichnet – als Straßenfahrzeug mit moderner Stahlkabine. Im Gegensatz zu den meist benzinbetriebenen Lkw seiner Zeit verfügte der L 3000 über einen 4849-cm³-Dieselmotor mit einer Motorleistung von 55 kW (75 PS) bei 2250 min-1.
Der Bausatz: Dieser besteht aus drei großen grauen Spritzlingen, einem klaren für die Verglasung sowie sieben Vinylrädern. Die Gußqualität ist sehr schön und gut detailiert. Da dieser LKW bereits 2017 erschienen ist und auch schon hier beschrieben wurde, (IPMS) beziehe ich mich hierbei nur noch auf die ineressantesten Teile des Bausatzes.








Hierbei gefallen besonders die Umsetzung des Kühlergrills und des Armaturenbrettes, sowie die schöne Detailierung der äußeren Seitenwänden des Laderaums. Die Vinylräder besitzen eine feine Profilierung und es muss hier auch keine Formnaht mühevoll entfernt werden, da sie einteilig gefertigt sind.
Bemalung/Bauanleitung: Die Anleitung führt in insgesamt 76 gut und übersichtlich gestalteten Baustufen zum fertigen Modell. Für die Bemalung stehen drei Versionen zur Verfügung, für die auch Decals vorhanden sind. Diese sind sehr sauber und randscharf gefertigt und enthalten neben den Armaturen auch Reifendruckanzeigen und Beladungsangaben. Die Farbangaben beziehen sich hier auf das Sortiment von Tamiya und Revell.





Fazit: Obwohl dieser LKW Bausatz bereits schon einige Zeit auf dem Markt ist, stellt er noch immer ein sehr gutes Preis und Leistungsverhältnis dar und ist aufgrund der guten Baustufenaufteilung somit auch für den Anfänger geeignet, der nicht gleich mit mehreren hunderten von Einzelteilen konfrontiert werden möchte um ein schönes Modell zu erhalten.
Le.gl.Einheits-PKW (Kfz.2)

Original: Der leichte Mehrzweck-Personenkraftwagen „Le.Gl.Einheits-PKW“ wurde von der Firma Stoewer, sowie ab 1936 von BMW und Hanomag gefertigt. Von 1940 bis 1943 produzierte Stoewer das vereinfachte Modell Typ 40 ohne Hinterradlenkung. Insgesamt wurden rund 13.000 Le.Gl.Einheits-PKW hergestellt. Die Basisfahrzeuge erwiesen sich im Feldeinsatz als zu schwer, zu kompliziert und unzuverlässig. Le.Gl.Einheits-PKW wurden mit verschiedenen Aufbauten gefertigt, darunter der Kfz.2, ein dreisitziger Funkwagen mit Torn Fu.b1 Funkgerät.
Der Bausatz: Dieser kleine Einheits PKW aus den frühen 40 Jahren wurde von ICM sehr schön umgesetzt. Gerade solche Exotenmodelle sind meist nur in teueren Resinbausätzen zu bekommen. Da ist es erfreulich, dass es Hersteller wie ICM gibt, die solche Fahrzeuge in Spritzguss auf unsere Basteltische bringen. Dieser Bausatz besteht aus insgesamt vier großen grauen Spritzlingen, sowie einem klaren für die Verglasung.








Einige der Bauteile beziehen sich auf eine Version mit Verdeck sowie mit anderer Ausstattung deren Bauteile hier jedoch nicht benötigt werden. Die Detailierung der einzelnen Bauteile ist sehr gut umgesetzt worden und gefallen bereits schon beim Betrachten. Hier bekommt man schon direkt Lust mit dem Bau sofort zu beginnen. Auffällig ist, dass hier sogar die Reifen in Spritzguß gefertigt sind und nicht in Vinyl, wie sonst bei ICM üblich. Da der Hersteller bereits mehrere Ausführung herausgebracht hat, gibt es hier nun einen neuen Spritzling E, der genau die Teile für die Funkausstattung enthält. Daher sind hier auch etwas andere Seitwände des Aufbaues enthalten um daran die benötigten Zusatzteile anbringen zu können.
Bemalung/Bauanleitung: Die komplette Montage benötigt insgesamt 80 Baustufen, was sich zwar sehr viel anhört, jedoch häufig nur das Verbinden von zwei kleinen Bauteilen zeigt. Somit gibt es bei der Montage keinerlei Unklarheiten und man wird sehr sicher durch den gesamten Bau geführt.

Für die Bemalung stehen insgesamt vier Versionen zur Verfügung, für die auch die zugehörigen Decals enthalten sind. Diese sind sehr sauber gefertigt und enthalten auch gut gestaltete Armaturen sowie Reifendruckangaben. Die Farbangaben beziehen sich auf das Sortiment von Tamiya und Revell.




Fazit: Ein sehr interessanter Bausatz eines frühen Funkgerätewagens, der sich sowohl als einzelnes Modell als auch für viele Dioramenszenen eignet und aufgrund der übersichtlichen Baustruktur auch für den nicht so erfahrenen Modellbauer geeignet ist.
Schlussbewertung: Mit der Veröffentlichung dieses Fahrzeugskonvoluts ist ICM ein guter Wurf gelungen. Drei interessante Fahrzeuge in einer Box, die für viele Stunden Bastelspaß sorgen und sich obendrein für viele Möglichkeiten der Gestaltung anbieten. Hier noch die Teilezahlen der einzelnen Bausätze, die in dieser Box enthalten sind.
s.E.Pkw Kfz.70= 241 Teile, Typ L3000S= 168 Teile, Le.gl.Einheits-PKW= 208 Teile.
Modellbauherz, was willst du mehr?
Sehr Empfehlenswert.
Reiner Janick, Berlin (November 2025)

