Vorbild: Der KamAZ-65115 ist ein russischer Lastkraftwagen aus der Produktion des KamAZ-Werks in Nabereschnyje Tschelny. Die Fertigung des KamAZ-65115 begann 1995, als die dritte Generation von KamAZ-Lastwagen eingeführt wurde. Als Nachfolger des KamAZ-55111 hatte er vor allem eine höhere Nutzlast von nun 15 statt zuvor 13 Tonnen. Der Motor vom Typ KamAZ-740 wurde mit einer Leistung von 240 PS (176 kW) vom Vorgänger übernommen.1996 wurde eine vierachsige Version vorgestellt, die seitdem als KamAZ-6540 gebaut wird.

Mit Stand Mitte 2016 wird der Lastwagen noch immer vom Hersteller angeboten. Die zu diesem Zeitpunkt unter dem Namen KamAZ 65115-A4 verkauften Fahrzeuge besitzen ein überarbeitetes Führerhaus, das sich auch im Aussehen deutlich von den vorherigen Standardfahrerhäusern unterscheidet. Außerdem werden Motoren und Getriebe von westlichen Zulieferern wie Cummins Engine oder ZF Friedrichshafen verbaut. Die Leistung des Kippers stieg so auf 298 PS (219 KW) an.

Vereinzelt sind an dem Fahrzeug auch andere Aufbauten als Kippmulden bekannt, zum Beispiel einfache Stahlpritschen. Seit 2004 wird mit dem KamAZ-6520 ein Nachfolger gebaut, der eine nochmals gesteigerte Nutzlast von 20 Tonnen aufweist. 2005 begann die Serienproduktion des KamAZ-65117, ein technisch verwandtes Fahrzeug mit Pritschenaufbau. Außerdem existiert die Version KamAZ-65116 als Sattelzugmaschine. (Wikipedia)

Bausatz: Seit einigen Jahren erfreuen sich 1:43er Modellbausätze großer Beliebtheit. 2018 hat sich Zvezda in dieses Fahrwasser begeben. Angeboten werden Fahrzeuge russischer Produktion angefangen damals mit einem UAZ als Postfahrzeug. Die Qualität in diesem Maßstab ist bei allen Fahrzeugen bisher sehr gut ausgefallen, so auch bei dem heute vorgestellten KamAZ Kipper. Die Vorlage für dieses Modell lieferte Zvezda 2022 im Maßstab 1:35. Das Modell hatte damals schon Akzente gesetzt, sodass man ihn noch in 1:43 runterskalieren musste. Herausgekommen ist wieder ein hervorragender Bausatz. Der Bausatz besteht aus insgesamt 231 Bauteilen, verteilt auf 5 Spritzlingen, verfügt über 11 Reifen aus weichem Vinyl, einem Decalbogen und der Bauanleitung. Sämtliche Bauteile weisen sehr aufwendig detaillierte Oberflächen mit feinen Gravuren auf. Auswurfmarkierungen gibt es, diese sind später in der Regel nicht mehr sichtbar. Die Klarsichtteile sind ohne Schlieren und fallen in der Materialstärke zufriedenstellend aus.

Gestartet wird der Bau mit dem Fahrerhaus. Hier geht es gleich richtig zur Sache. Dieser soll laut Bauplan in einem Zuge fertig gestellt werden. Das heißt für den Modellbauer, dass zumindest der Innenraum mit Dekor und Bemalung abgeschlossen sein sollte. Die Scheiben werden bis auf die Heckscheiben von außen an dem Fahrerhaus angebracht. Aber aufpassen!

Hier kann man schnell die Scheiben bei falscher Verwendung von Kleber ruinieren. Kleinere Anbauteile wie die Scheibenwischer und Außenspiegel sollte man sich wegen Bruchgefahr bis zum Ende aufheben. Der Bereich Fahrerhaus erhält schon mal wegen Detailfülle und Detailtreue ein „sehr gut“. Der folgen Bau der Mulde fällt etwas unspektakulärer aus. Dieser Bauabschnitt ist schnell abgearbeitet. Hier sollte man auf korrekte Ausrichtung der Muldenwände achten. Auch hier eine sehr gute Umsetzung kleiner Details. Wie beim Original befinden sich an den Muldenwänden kleine Haken für die Befestigung einer Abdeckplane. Richtig zur Sache geht es bei Antriebsstrang, Fahrzeugrahmen, Fahrwerk mit Rädern zu. Hier sollte man vorab jeden Bauabschnitt studieren und dann genaustens abarbeiten.  Auch hier peinlichst auf Ausrichtung der Teile achten. Alle 3 Achsen sollen später mit ihren Rädern auf dem Boden stehen! Zur Qualität dieses Bauabschnittes gibt es nichts zu kritisieren. Im Gegenteil, man kann nur staunen was noch in diesem Maßstab umsetzbar ist. Motor und Getriebe sind mehrteilig gehalten. Kleinere Anbauteile wie Riementrieb, Kraftstofffilter, Anlasser, Turbolader setzen die nötigen Akzente. Vorder- und Hinterachse sind ebenfalls reichhaltig detailliert. Mehrteilige Vorderachse einschließlich der Lenkung (ohne Funktion!) und dem Lenkgetriebe sowie zweiteilige Differentiale und Federpakete für die Hinterachse sorgen für den Augenschmaus. Das i-Tüpfelchen bilden die Luftdruckregler an den Rückseiten der Felgen. Diese versorgen die Reifen mit ausreichend Luft. Die Bereifung trägt an den Flanken den Namen Kama, einer der größten Reifenhersteller in Russland. Weitere Anbauteile wie Beispielsweise Kraftstofftanks, Druckluftbehälter, Luftfiltergehäuse und Fahrerkabine werden in dieser Bauphase am Rahmen montiert. Zu guter Letzt folgt noch eine Rahmenverstärkung um die Mulde aufnehmen zu können. Schmutzfänger mit KamAZ-Aufdruck, Rückleuchten und Anhängerkupplung schließen die Arbeiten ab. Auch hierfür beide Daumen hoch.

Bauanleitung/Bemalung: Bei diesem anspruchsvollen Bausatz sollte die achtseitige Bauanleitung vor Baubeginn genaustens studiert werden. Einige der 38 Baustufen sind sehr komplex. Die Bauanleitung ist in russischer und englischer Sprache gehalten. Die extra beiliegende Bemalungsanleitung bezieht sich auf das Farbensortiment von Zvezda und Tamiya und gibt gleichzeitig die darstellbare Version dar.

Die Abziehbilder sind sauber und randscharf gedruckt. Herstellerlogos, Zierstreifen und Tachoinstrumentierungen liegen bei. Beim russischen Kennzeichen kann ich mir allerdings keinen Reim machen. Laut der beiden Nullen im Feld Region über RUS müsste es sich um ein Diplomatenfahrzeug ??? handeln. Absoluter Quatsch. Vielleicht kennt sich ein Leser mit russischen Kennzeichen aus und kann Infos dazu liefern.   

Fazit: Hut ab! Was da Zvezda in 1:43 so in letzter Zeit hinzaubert ist allererste Sahne. Die Spritzgussqualität und die Detaillierung sind auf allerhöchstem Niveau. Hier können sich so manche Die Cast- Fertigmodellhersteller eine Scheibe abschneiden. Hier ist alles im Karton und bedarf eigentlich keiner Zurüst- bzw. Aufwertungssätze. Wer es aber genauer mag, wird bei der Firma Quinta Studio fündig. Hier gibt es 3D Decals für den Innenraum mit u.a. Armaturen und Kennzeichen für Moskau und der Republik Tatarstan. Der Preis für den KamAZ Muldenkipper liegt zwischen 45 und 50 Euro. 

Erhältlich ist der Bausatz im gut sortierten Fachhandel.

Alexander Hilbig, Berlin (Juli 2025)

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