Vorbild: Die US-Automobilfirma Ford ist ein Pionier der Massenmotorisierung. Sie war aber auch im Landmaschinenbau aktiv, und etablierte eine Serie von kleinen Traktoren, beginnend 1917 mit dem Modell F. Diese Traktoren wurden jahrzehntelang weiterentwickelt und waren im Agrarsektor das Pendant zum Pkw Modell T. Das Modell N erschien 1927 und auch langjährig in Großbritannien gefertigt. Die Fahrzeuge wurden ebenfalls im militärischen Bereich während des 2. Weltkrieges eingesetzt. Sie dienten als Zugmaschinen auf Flugplätzen oder in Logistikeinheiten, und konnten über einen Dreipunktanschluss am Heck diverse Anbaugeräte antreiben, z.B. Winden oder Pumpen.
Bausatz: MiniArt hat im letzten Jahr aus neuen Formen ein Modell des Fordson Standard N Modell 1935 für den zivilen Bereich herausgebracht. Die darauffolgende Auflage ist die „grüne“ Variante wie sie von den britischen Streitkräften während des Krieges eingesetzt wurde. Mittlerweile sind sieben weitere Versionen erschienen.









Die 111 in einem mittleren Grauton gespritzten Einzelteile finden sich auf zehn Gussrahmen, dazu kommen zwei Klarsichtteile für die Scheinwerferverglasung. Der Rahmen “Dc“ mit den Rädern ist dabei doppelt vorhanden. Flash ist keiner zu sehen, die noch recht neuen Formen sind bestens in Schuss. Die Oberflächen sind exzellent, knackige Details, selbst die Beschriftung der Felgen ist klar lesbar, es finden sich durchbrochene Löcher auf der Sitzfläche, und dergleichen mehr. Note 1 von mir dafür!
Ein Wermutstropfen: beide Klarteile haben kleine Lufteinschlüsse.

MiniArt hat einen kleinen Bogen mit 15 PE-Teilen beigelegt, der zur Verfeinerung eingesetzt werden kann. Einige PE-Teile sind fakultativ zu verwenden, andere werden dagegen zwingend benötigt.

Bauanleitung/ Bemalung: Die A5-Anleitung ist teils farbig, teils schwarz-weiß. In Farbe sind die drei Dekomöglichkeiten dargestellt, die 34-stufige Baudurchführung dagegen in schwarz-weiß. Die einzelnen Bauschritte sind eindeutig und nicht überfrachtet, es werden jeweils nur wenige Teile an die bereits erstellten Baugruppen hinzugefügt. Der Druck ist auch ohne Lupe bestens zu lesen. Die Farbangaben werden für nicht weniger als sechs verschiedene Hersteller angegeben.

Der Decalbogen stammt von Cartograf aus Italien, ist auf hellblauem Papier gedruckt und enthält insgesamt acht Schiebebilder. Der Druck ist matt mit wenig Trägerfilm. Man kann damit 3 verschiedene Markierungen erstellen, alle in Armeegrün. Zwei komplett grüne Traktoren waren auf RAF-Flugfeldern im Einsatz, der dritte mit roten Radfelgen diente bei der British Women’s Land Army.


Fazit: Dies ist ein sehr gut detaillierter Bausatz, der die Erstellung eines für den landwirtschaftlichen Einsatz vorgesehenen Fahrzeuges im „Kriegseinsatz“ ermöglicht. Die Oberflächendetails sind exzellent, und der Bau sollte mit Hilfe der gut gemachten Bauanleitung auch Neulingen des Hobbys gelingen. Allerdings sind auch ein paar Ätzteile zu verarbeiten, die aber teils durch Plastikteile ersetzt werden können. Und die anderen kann ja man notfalls weglassen, nur ausgewiesenen Traktorexperten würde dies (eventuell) auffallen.
Von mir bekommt er eine klare Kaufempfehlung!
Dieter J. Schiller, Berlin, Mai 2026

