Das Vorbild: Hintergrundinformationen zum Original und zum Bausatz von Special Hobby sind hier im First Look zu finden.

Das Bauprojekt: Vor geraumer Zeit habe ich mich bereits der Me 163 B mit dem Scheuch Schlepper gewidmet, die als 1:72 Bausatz von Academy bzw. Hobby 2000 angeboten werden. Mit der Neuauflage des Bausatzes von Special Hobby der Me 163 A musste ich natürlich auch dieses Modell bauen, zumal das Cockpit durch beiliegende Resinteile wahrscheinlich sehr schön gestaltet werden kann.

Verwendete Materialien:
Messerschmitt Me 163 A, SH 72334


Der Bau: Für das Cockpit liegt dem Bausatz ein separates Teil bei, das ohne zusätzlichen Schnitzarbeiten lediglich in den Rumpf des Plastikbausatzes einzukleben ist. Das ist ein sehr Modellbauer freundliches Konzept und sehr begrüßenswert! In der Cockpitwanne sind diverse kleine Ätzteile wie Pedalerie, Steuerelemente, Armaturenabdeckungen, Sitzgurte und das Armaturenbrett einzubauen, was problemlos entsprechend der Bauanleitung gelang. Bei der Bemalung habe ich mich dabei an den Vorgaben des Bauplans gehalten.



Das Cockpitteil konnte ich ohne Schwierigkeiten in die beiden Rupfhälften einsetzen, die dann miteinander verklebt wurden. Um eine optimale Passung zu erzielen war es allerdings bei meinen Bauteilen erforderlich die Verbindungszapfen zu entfernen, da ansonten die Kanten der Teile nicht bündig miteinander verbunden werden konnten. Im nächsten Schritt klebte ich nun die beiden oberen Teile der Hauptflügel auf das untere Teil und versuchte nach ausreichender Trockenzeit das Flügel- mit dem Rumpfelement zu verbinden. Nicht gut! Im vorderen Bereich stellten sich mehrere Passprobleme ein, die auch nicht durch Schleifaktionen behoben werden konnten. Schließlich habe ich die Teile mit Sekundenkleber, Druck und Kraftausdrücken miteinder verklebt, dann die Fugen geschlossen, verschliffen un die dabei eliminiertebn Fugen nachgraviert. Wahrscheinlich wäre das Problem nicht so massiv aufgetaucht, wenn ich erst das Untersegment angeklebt hätte und danach die oberen Flügelteile eingepasst hätte. Wer weiss …

Auf der Unterseite musste ich noch die Aufnahmelöcher für die Anbringung der Raketen, die bei den Versuchsmustern so nicht vorgesehen waren, verschließen. In der Bauanleitung wird das nicht erwähnt. Nun waren nur noch die Bremsklappen aus Ätzteilen anzubringen.


Entsprechend mir vorliegender Maßstabszeichnungen habe ich noch am Rumpf und dem Leitwerk unter Verwendung von Dymo Band (ist immer noch das beste Hilfsmittel) ein paar Gravuren angebracht. Als Vorbereitung für die Lackierung habe ich die Cockpithaube in Future gebadet, was einen deutlichen positiven Effekt auf deren Transparenz zur Folge hatte. Nach dem Maskieren mit Tamiya Abdecktape konnte die Haube dann problemlos angeklebt werden.


Nach einer wolkigen Grundierung Auftrag Mr. Surfacer 1500 Mahagony und einer ausreichender Trockenzeit von 24 Stunden, habe ich die Oberfläche mit Zewa Papier etwas poliert. Gemäß Bauplan, waren die Versuchsmuster in Aluminium gehalten. Nach Abgleich mit den Fotos und Informationen, die ich in meinen Referenzunterlagen fand, gehe ich allerdings davon aus, dass die Testflugzeuge in RLM 02 über alles lackiert waren. Daher folgte nun die Lackierung des Raketenflugzeuges mit mehreren lasierenden Schuichten RLM 02 aus dem Farbsortiment von Vallejo, wobei ich die Oberseiten mit noch etwas aufgehellter Farbe versehen habe.


Nach Anbau und Lackierung des Rollenwagens, der nach dem Start abgeworfen wurde, erhielt das Modell eine Versiegelung mit Future und die Decals, die in Bezug auf deren Anzahl ziemlich übersichtlich waren.


Nach einer weiteren Versiegelung der Decals erfolgte ein Pinwash der Fugen. Auf Alterungsspuren habe ich bewusst verzichtet, da dies Maschinen nur eine extrem kurze Lebensdauer hatten und viele davon sogar beim ersten Testflug abstürzten.. Beim Pitotrohr verwendete ich zwei kleine Metallkanülen von Albion, das das Bauteil aus Plastik viel zu dick war.

Im vom Motorbuch-Verlag erschienenen Band Me 163 – Raketenjäger sind zahlreiche Fotos und Zeichnungen der Ausführungen A und B erhalten, weshalb ich dieses als Referenz ausdrücklich empfehlen kann. Unter anderem fand ich darin die Abbildung der Versuchsmaschine V10 vor einem Hangar, das ich genau in dieser Form als kleine Vignette umsetzen wollte. Diese Maschine hatte die Werksnummer 163 00 00 007 mit der Kennung CD+IO und wurde von Rudolf Opitz beim Erprobungskommando 16 in Peenemünde getestet. Später erfolgte an diesem Raketenjäger sogar die Erprobung der R4M Raketen. Besonders interessant an dem Foto war für mich ein kleiner Rollenwagen und der Heckkufe. Mit diesem „Kullerchen“ konnte das Flugzeug mühelos im und aus dem Hangar manövriert werden. Das musste und wollte ich nachbauen. Leider verfüge ich über keine Restekiste zum Thema Flugzeuge 1:72, weshalb ich kurzum die Teile selbst herstellte. Für die beiden Räder habe ich mir eine maßstabsgerechte „Form“ erstellt, in die ich dünnes zuvor gebogenes Plastikrundmaterial mit passendem Durchmesser einpasste und dann mittig eine runde Scheibe aus ausgestanztem Plastikmaterial einsetzte. Nach dem Verkleben und ausreichender Trockenzeit war dann nur noch die Klebenaht außen etwas zu verschleifen. Für den Rahmen passten Rundprofile mit 0,5mm Durchmesser optimal und schon war das Teil fertig.


Auf dem Foto des Originals ist auch ein Seitenteil des Hangars zu sehen, das ich zumindest andeuten wollte. Auch dafür fand unterschiedliches Plastikmaterial aus dem Hause Evergreen Verwendung, wobei ich die Holzmaserung mit Hilfe einer Mikrosäge aufbringen konnte. Die Stromleitungen und Schellen wurden aus Bleifolie und Bleidraht erstellt und die Schaltkästen aus kleinen Plastikplatten.


Für die Bodenplatte kam wieder mein inzwischen etabliertes Prozedere zum Einsatz:
Passenden Bilderrahmen auswählen, Grundplatte aus 1 mm Plastikplatte zuschneiden, Form der Vignettenbasis erstellen. In diesem Fall habe ich die Bodenstrukturen aus Plastikmaterial erstellt, weil es sich um Betonplatten handeln soll. Nach Einritzen der Stoßfugen habe ich dünnflüssigen Klebstoff aufgetragen und die Oberfläche etwas angeraut. Der Innenbereich des „Hangars“ wurde über eine Laufschiene für das Hangar-Tor separiert und an einer Stelle noch etwas Rasen ergänzt. Auf dem Foto des Originals glaube ich noch Zurrösen zu erkennen, die im Beton verankert waren. Diese konnte ich noch mit kleinen Ösen aus Metalldraht darstellen.


Nach einer Grundierung mit schwarzer Farbe erfolgte dann die Bemalung und Alterung aller Teile mit Farben von Tamiya und Vallejo, sowie Ölfarben Pastellkreiden und Metallfarben. Eine kleine Mechanikerfigur aus dem Hause CMK rundete das gesamte Arrangement schließlich noch ab.


Fazit: Auch dieses kleine Projekt hat mir so richtig Spaß gemacht und einen für die Entwicklung der Strahlenflugzeuge relevanten Baustein als Kleinstmodell zum Leben erweckt.

Den Bausatz kann ich trotz den zumindest bei mir aufgetretenen Passungenauigkeiten wegen dem sehr günstigen Kaufpreis unter 20 Euro nur wärmstens empfehlen.

Gert Brandl, Berlin (Mai 2026)

Referenzliteratur:
Motorbuch-Verlag, Me 163 Raketenjäger

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