Das Vorbild: U-37 war ein U-Boot vom Typ IXA, das im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Kriegsmarine im Nord- und Mittelatlantik eingesetzt wurde. Der Auftrag für das Boot wurde am 29. Juli 1936 an die Werft Deschimag AG Weser, Bremen vergeben. Die Kiellegung erfolgte am 15. März 1937, der Stapellauf am 14. Mai 1938, die Indienststellung unter Kapitänleutnant Heinrich Schuch am 4. August 1938.

Das Boot gehörte von seiner Indienststellung bis zum 31. Dezember 1939 als Einsatz- bzw. Frontboot zur U-Flottille „Hundius“ in Kiel. Im April und Mai 1939 führte es zusammen mit U-29, U-30, U-31 und U-34 Tauch- und Geleitübungen zwischen Portugal und den Azoren durch. U-37 unternahm elf Feindfahrten, auf denen es 55 Schiffe (darunter zwei Kriegsschiffe) mit einer Gesamttonnage von 202.528 BRT versenkte. (Auszug aus Wikipedia)

Foto Bundesarchiv

Das Bauprojekt: Als Abwechslung in Bezug auf meine letzten Modellbauprojekte in den Maßstäben 1:16, 1:35, 1:48 und 1:72 schwebte mir dieses Mal etwas Kleines vor, das man auch in kurzer Zeit bauen und bemalen kann. Beim Durchstöbern meiner „Altlasten“ wurde ich schnell fündig und die Entscheidung fiel zu Gunsten eines U-Bootes Typ IX A der deutschen Kriegsmarine im Maßstab 1:350. Vor ein paar Jahren hatte ich bereits beim Bau des U-Bootes U-40 von Bronco ein paar Erfahrungen sammeln können (die leider nicht nur positiv waren), worauf ich aufbauen wollte.

Verwendete Materialien:

HobbyBoss, Typ IX U-Boot, 83506
Black Cat, SK 10,5cm C/32, AC350070b
Black Cat, SK 3,7cm C/30, AC350067a
Black Cat, 2cm Flak C/30, AC350064a
North Star Models, Kriegsmarine Figures, 350507

Der Bausatz: Bei diesem Bastelprojekt nutzte ich den sehr schönen und preiswerten Bausatz von HobbyBoss. Als Inhalt des vergleichsweise kleinen Stülpkartons erhält man einen Spritzgussrahmen mit allen Kleinteilen, einen weiteren Spritzling mit dem U-Boot Turm sowie den Rumpf, der aus Unter-und Überwasserrumpf zusammenzubauen ist. Außerdem liegen noch zwei Ätzplatinen bei, von denen einer ausschließlich die Teile für den Bootsständer enthält. Auf dem anderen finden sich sehr schön gemachte und filigrane Teile für die Relings an den Aussenseiten, dem Flakkampfstand des U-Bootes sowie einige Kleinteile zur optimalen Detaillierung des Modells. Für die Aussenrelings liegen diese zwar auch zusätzlich als Plastikteile dem Bausatz bei, die zwar einfacher anzubringen jedoch nicht wirklich maßstabsgetreu sind.

Außerdem erhält man noch einen kleinen Bogen mit Abziehbildern, von denen zumindest die Fahne der DKM durchaus von Nutzen ist.

Der Bau: Für den Bau stand für mich von Anfang an fest, dass ich alle alternativ angebotenen Ätzteile nutzen wollte, auch wenn dies nicht wirklich der einfache Weg war. Los ging es dann mit dem Zusammenbau der beiden Bootsrumpfteile. Mit dem Konzept von HobbyBoss, diese in Überwasser- und Unterwasserschiff aufzuteilen, entfällt die Klebenaht an der Rumpfmitte. Allerdings erhält man diese damit an der Wasserlinie. Wie ich feststellen musste, ist auch damit auf eine genaue Passung zu achten. Im ersten Anlauf habe ich die beiden Teile einfach zusammengeklebt und musste dann feststellen, dass die Klebenaht auf der einen Seite perfekt und auf der gegenüber liegenden Seite ein deutlicher Versatz sichtbar war. Nach Drücken, Schieben und Spreizen der Klebenähte sah es dann doch sehr gut aus und drei Stunden später war die Klebenaht fest. Um ein wirklich optimales Ergebnis zu erhalten, habe ich Mr Surfacer 1500 über die gesamten Länge der Klebenähte gepinselt und am nächsten Tag mit feinem Sandpapier verschliffen. Die erste Hürde war damit gemeistert und es ging mit dem Anbringen der Teile für die Ruderanlage am Heck, den Tiefenrudern und dem Antrieb weiter. Dann wurde der Ständer aus den vier Ätzteilen zusammengebaut, auf dem der Bootsrumpf ab sofort sicher abgestellt werden konnte.

Nun ging es mit den ersten Ätzteilen los und ich musste erneut feststellen, dass die Sprüche „in der Ruhe liegt die Kraft“ und „Gut Ding braucht Zeit/Weile“ nicht so verkehrt sind. Beim Abtrennen der extrem dünnen und feinen Streben für den Netzabweiser am Bug war ich zumindest beim ersten Teil zu schnell. Natürlich achtete ich darauf, einen festen Untergrund und eine neue Klinge beim Bastelmesser zu verwenden, habe aber die Klinge zu schnell angesetzt. Die Quittung dafür erhielt ich in Form von einem kleinen verbleibenden Rest-Steg am Bauteil. Diesen dann mit Hilfe von Sandpapier ohne Beschädigung des Teils zu entfernen, war dann eine größere und nicht ganz einfache Aktion. Danach habe ich beim Abtrennen der Ätzteile von der Platine stets darauf geachtet die Klinge so nahe wie nur irgendwie möglich an das Bauteil anzusetzen und konnte damit Mehraufwand deutlich reduzieren.

Im Gegensatz zu den Profis in Sachen Schiffsmodellbau in 1:350 oder sogar 1:700 verwende ich keinen Weissleim, sondern versuche die Ätzteile mit Sekundenkleber anzubringen. Das hält aus meiner Sicht deutlich besser (zumindest wenn die Klebestelle einmal fest ist), bringt aber auch den Nachteil mit sich, dass Rückstände vom Klebstoff an der Klebestelle sichtbar bleiben können. Diese habe ich dann – soweit wie möglich – vorsichtig mit dem Bastelmesser abgeschabt und die Stelle mit einem Glasfaserpinsel „gereinigt“. Beim Netztabweiser verlief der Zusammenbau erstaunlich gut, bei den beiden Aussenrelings habe ich allerdings in einem unbedachten Moment ein Teil beim Aufnehmen mit der Pinzette versehentlich verbogen. Die Dinger sind so dünn und empfindlich, dass man den Eindruck hat dass diese bereits verbiegen, wenn man zu lange darauf schaut.

Die wirkliche Herausforderung folgte aber nun beim Anbringen der Reling am Turm. Ich konnte mich noch sehr gut an das letzte Mal (Bau der U-40) erinnern. Hier braucht man wirklich starke Nerven und eine ruhige Hand, denn der obere Bereich ist rund auszuformen und der untere am Heck spitz zulaufend mit einem deutlich kleineren Radius. Das Ätzteil optimal auszuformen hat vergleichsweise viel Zeit in Anspruch genommen und auch einmal dazu geführt, dass ich „laut wurde“. Am Heck habe ich dann an Stelle des platten Ätzteiles für den Fahnenmast, einen Ersatz aus gezogenem Gussast sowie auch noch die kreisförmige Funkantenne und die beiden Leitern angebracht. Wie ich erst kurz vor dem Abschluss des Bauprojektes bemerkte, klebte ich diese versehentlich an der Vorderseite des Bootsaufbaus, was aber korrigiert werden konnte.

Von früheren Projekten hatte ich in meiner Ersatzteilkiste noch 3D gedruckte Teile als Ersatz für die drei Bordgeschütze. Ein direkter Vergleich der Bausatzteile (rechts) mit den Druckteilen (links) zeigt, dass letztere deulich bessere Details aufweisen. Als kleine Vorwarnung: Das 2cm Geschütz besteht aus nur einem Teil, beim 3,7cm und 10,5cm Geschütz sind die Waffen in die jeweiligen Waffenhalterungen einzubauen.

Die Bemalung: Nach einer Reinigung aller Teile mit IP-Alkohol und dem Auftrag von Mr Primer for Metal auf die Ätzteile erhielten alle Teile ein Grundierung mit verdünntem Mr Surfacer 1550 Mahagonibraun, womit eine einheitliche Basis für die noch folgenden Bemalungsschritte gewährleistet war.

Bei der Farbauswahl für den Anstrich, wich ich von der Vorgabe des Bauplanes ab und orientierte mich an den Bildern von U-37, die für den Unterwasserteil ganz deutlich einen dunklen Farbton zeigen, den ich in Form von Schiffsbodengrau III auflackierte. Das U-Boot Deck habe ich mit Dunkelgrau 52 (RAL 7024) und den Turm in Hellgrau 60 (RAL 7038) mit Hilfe der Sprühpistole bemalt. Schließlich folgte noch ein Farbauftrag von German Grey (Tamiya XF-63) für die Geschütze.

Nach einer ausreichenden Trockenzeit erhielt alles eine Schutzschicht mittels Klarlack.

Obwohl gemäß Referenzinformationen, der Dreizack das Erkennungszeichen für das U-Boot U-37 war, konnte ich diesen auf keinem der mir vorliegenden Fotos erkennen. Allerdings befand sich auf einigen der Aufnahmen der Schriftzug „Westward – ho“ an der Stirnseite des U-Boot Turmes. Glücklicherweise hatte ich von einem anderen U-Boot Bauprojekt noch den Bogen mit Abziehbildern für verschiedene U-Boote, dem genau dieser Schriftzug beilag.

Vor den abschließenden Alterungsaktivitäten am U-Boot habe ich noch zwei 3D gedruckte Figuren vorsichtig vom Teileträger gelöst und unter der Lupe bemalt. Die Bemalung von Figuren in 1:350 ist schon eine völlig andere Sache als in 1:35. Allerdings ist es erstaunlich, dass man mit einem leichten Wash mit dunlker Ölfarbnbruhe, auch hier doch noch einige Details herauskitzeln kann.

Als nächstes erhielt das Modell einen Wash mit schwarz brauner verdünnter Ölfarbe, wovon ein Großteil nach kurzem Antrocknen mit einem sauberen Pinsel wieder entfernt wurde, Kleine Details und die Wasserablaufschlitze auf den Bootsseiten erhielten noch Pin-Washes mit fast schwarzer, verdünnter Ölfarbe und dann wurden noch Roststellen und Wasserablaufstreifen aufgetragen.

Der Abschluss des Projektes bestand darin, das Rigging mit Hilfe von elastischen, dünnen Fäden (Material von Uschi / Fine) anzubringen, die Fahne aus dem Bausatz sowie auch noch kleine dreieckige Erfolgs-Fähnchen zu hissen die aus, in verdünntem Weissleim getränktem Papiertaschentuch angefertigt wurden.

Fazit: Auch dieses Projekt hat mir wieder so richtig Spaß gemacht und gezeigt, dass man auch innerhalb einer Woche mit einem Kostenaufwand von unter 20 Euro (zumindest für den Bausatz selbst) ein schönes Modell erstellen kann.

Gert Brandl, Berlin (Oktober 2025)

4 Kommentare zu diesem Beitrag
  1. Hallo,
    die Rückstände vom Sekundenkleber kann man super mit debonder entfernen.
    Greift auch den Kunststoff nicht an.

    Toller Bericht DANKE!!!!

  2. Hallo Gert,
    welches Material hast du für’s Rigging verwendet (Hersteller & Durchmesser)?
    Ist das Modell demnächst bei Werken, Spielen, Schenken zu bestaunen?
    Grüße, Dieter

    1. Hallo Dieter,
      vielen Dank für die Anfrage.
      Für das Rigging habe ich das wirklich gute Material von Uschi verwendet. Dieses gibt es in drei Stärken:
      Standard – Fine – Ultra-Fine
      Standard nehme ich für Flugzeug „Antennen“ in 1:48 und 1:32
      Fine für Flugzeuge 1:72 und Schiffe bis 1:350
      Ultra Fine habe ich noch nie verwendet, wäre aber wahrscheinlich geeignet für Schiffe in 1:700

      Die Info habe ich inzwischen auch direkt im Artikel ergänzt.

      Für die Vitrine bei WSS ist das U-Boot bis dato nicht vorgesehen, weil es einfach sehr klein und eher unscheinbar ist.

      Gert

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