Vorbild: Der BTR-152 wurde im Jahr 1951 von der Sowjetarmee als Standard-Schützenpanzer der mot. Schützentruppen eingeführt. Grundlage waren die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Deutsche Panzergrenadiere begleiteten mit dem Schützenpanzerwagen Sd.Kfz.251 die Panzertruppe in den Kampf und waren so vor Handfeuerwaffenbeschuss geschützt, bis sie selbst ins Gefecht eingriffen. Die sowjetische Führung erkannte den Vorteil dieses Konzeptes. Im Rahmen des Lend and Lease Abkommens lieferten die USA zahlreiche M2- und M3-Halbkettenfahrzeuge an die Rote Armee. Die Entwicklung eines eigenen gepanzerten Transporters während des Krieges wurde jedoch zugunsten der Panzerproduktion zurückgestellt.

Der Radpanzer BTR-152 wurde als Massenprodukt entworfen und an zahlreiche Staaten des Warschauer Paktes geliefert. Auch bei den sowjetischen Verbündeten im Nahen Osten kam er zum Einsatz. Israel erbeutete im Sechstagekrieg und Jom-Kippur-Krieg so große Mengen, dass eine Weiterverwendung bei den israelischen Streitkräften sinnvoll war. In den meisten Nutzerländern wurde der BTR-152 inzwischen ausgemustert oder den Reservekräften zugeordnet.

Der BTR-152 basiert auf dem Fahrgestell des Lastwagens SIS-151. Das Chassis des 6×6-Lkw wurde vollständig gepanzert, Front und Kühler erinnerten dabei stark an die von den USA gelieferten Schützenpanzer. Die Panzerung bot Schutz vor Beschuss aus Handfeuerwaffen und gegen Splitterwirkung. Die Fahrleistungen waren vor allem im Gelände mangelhaft. Bereits nach kurzer Zeit wurden fast alle im Dienst befindlichen Fahrzeuge auf das Fahrgestell des SIL-157 umgerüstet. Der Hersteller war im Zuge der Entstalinisierung 1956 in Sawod imeni Lichatschowa (SIL) umbenannt worden. Mit der Umrüstung verbunden war die Einführung größerer Reifen und einer zentralen Luftdruckregelanlage. (Auszug aus Wikipedia)

Bausatz: Basierend auf dem im Jahre 2020 erschienenen BTR-152 V1 APC mit der Bestellnummer 09573 folgte ein Jahr später die Version K1 APC. Die beiden Varianten unterscheiden sich im Grunde genommen nur durch einen oben offenen oder geschlossenen Aufbau. Die hier vorgestellt Variante besitzt den geschlossenen Aufbau. Der anspruchsvolle Bausatz besteht aus über 380 Bauteilen, verteilt auf 12 Spritzlinge , 7 Reifen, ein Ätzteilbogen und einem Decalbogen.

Der Aufbau ist mehrteilig aufgebaut. Die Bauteile weisen detaillierte Oberflächen mit feinen Gravuren auf. Die Bodeneinheit nimmt alle weiteren Einbaueinheiten wie den Chassisrahmen inklusive den aufwendigen Antriebssträngen auf. Die Bereifung aus weichem Vinyl macht einen hochwertigen Eindruck, glänzt mit einem tollen Profil und einer Beschriftung an den Flanken. Der Motor ist mehrteilig gehalten und lässt nichts an Anbauteilen und Aggregaten vermissen. Im Innenraum geht das Detailfeuerwerk weiter. Hier fehlt es offensichtlich an Nichts und es wäre fast ein Frevel die drei großen Luken geschlossen zu halten. Einen leichten Schatten werfen die Auswurfmarkierungen, die hier und da mal zu sehen sind. An diesen Stellen ist Nacharbeit erforderlich. Die Ätzteile finden hauptsächlich Verwendung als Beschläge, wobei man als Highlight die Schutzgitter für die Scheinwerfer hervorheben muss.

Bauplan: Die 16-seitige Bauanleitung führt durch 19 Bauabschnitte. Der Bau sollte allerdings nicht unterschätzt werden da man schnell den Überblick verlieren kann.

Bemalungsvarianten:Die Anleitung bezieht sich auf das Farbensortiment von Mr.Hobby, Acrysion, Vallejo, Model Master, Tamiya und Humbrol. Darstellbar sind drei anonyme sowjetische Fahrzeuge ohne Orts- und Zeitangabe. Die Abziehbilder sind sauber und randscharf gedruckt.

Fazit: Beide Daumen hoch. Ein klasse Bausatz aus dem Hause Trumpeter für den erfahrenen Modellbauer und für den Freund russisch-sowjetischer Fahrzeuge eine willkommene Bereicherung. Hier stimmen Preis und Leistung .Und wer ein wenig Lust hat im Netz zu stöbern findet auf der Seite warwheels interessante (Detail-)Aufnahmen restaurierter BTR-Fahrzeuge.

Erhältlich ist der Bausatz bei gut sortierten Modellbauhändlern oder für Händler bei Glow2B.

Alexander Hilbig, Berlin (Februar 2022)

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