Das Vorbild: Die McDonnell Douglas Phantom FG.1 war der letzte konventionelle trägergestützte Überschalljäger der Royal Navy. Sie entstand Ende der 1960er Jahre als britische Variante der amerikanischen F-4 Phantom II und sollte die veralteten de Havilland Sea Vixen bei der Fleet Air Arm ersetzen. In den USA trug sie die Bezeichnung F-4K.

Für den Einsatz von britischen Flugzeugträgern erhielt die FG.1 besondere Anpassungen: ein einklappbares Radom, ein verlängertes, teleskopierbares Bugfahrwerk für katapultgestützte Starts sowie leistungsfähige britische Rolls-Royce Spey-Triebwerke. Diese Änderungen machten sie zu einer eigenständigen Version, die sich deutlich von den amerikanischen Phantoms unterschied.

Ursprünglich waren zwei trägergestützte Staffeln vorgesehen, eine für HMS Ark Royal und eine für HMS Eagle. Nach der Streichung des Umbaus der Eagle blieb jedoch nur die No. 892 Squadron als einsatzfähige Phantom-Staffel der Royal Navy übrig. Sie wurde im März 1969 aufgestellt und flog die Maschinen bis Dezember 1978.

Die Hauptaufgabe der FG.1 war die Flottenluftverteidigung: Sie sollte feindliche Flugzeuge früh orten, identifizieren und abfangen. Daneben konnte sie auch Bodenangriffe fliegen. Ihr Einsatz an Bord der Ark Royal erforderte Katapultstarts, Fanghakenlandungen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Flugzeug und Schiff.

Mit der Außerdienststellung der HMS Ark Royal im Jahr 1978 endete die Ära der britischen trägergestützten Phantom-Fliegerei. Die letzten FG.1 gingen anschließend an die Royal Air Force, wo sie noch bis 1990 im Luftverteidigungsdienst standen. (Text von Perplexity erstellt)

Das Modell: Die lange herbeigesehnte neue FG.1 (und sicherlich bald auch die FGR.2) löst die für ihre Zeit sehr gute Hasegawa (und Revell Rebox) britische Phantom-Variante ab. Verpackt ist das neue Schmuckstück in einem wegen seiner guten Stapelbarkeit inzwischen sehr beliebten stabilen Stülpkartons. Die Größe der Box entspricht beispielsweise dem der Gannet, Buccaneer, Javelin oder Sea Vixen (möge bitte schnell wieder erscheinen). Die großen, raumfüllenden Gießrahmen befinden sich jeweils zu zweien in einer verschweißten Plastiktüte. Die Klarsichtteile befinden sich gut gegen Beschädigung geschützt separat in einer kleineren Plastikhülle.

Spritzrahmen A enthält die Hauptbaugruppen des Rumpfes. Angenehm fällt die obere Rumpfabdeckung auf, die die hässliche Klebenaht in der Mitte des Rumpfrückens vermeidet. Über der linken Rumpfhälfte befindet sich eine Spacer oder Abstandshalter, der die Rumpfhälften am Tragflügelabstand stabilisiert. Die Rumpfnase ist einteilig ausgeführt.

Die Spritzrahmen B und C beinhalten die TF-Oberseiten und die ähnlich wie bei der Tamiya F-4B anzusetzenden Außenflügel. Eine angeklappte Stellung der Außenflügel ist nicht vorgesehen! Die Schächte für die angesaugte Verbrennungsluft sind wie inzwischen bei den meisten Herstellern üblich in zwei Hälften dargestellt. Der Verbrennungsstabilisator ist in der Ausführung etwas einfach, aber ausreichend. Auffällig ist der ungenutzte Raum im Gussrahmen C. Da der Rahmen #C thematisch festgelegt ist, kann es sich eigentlich nur um nicht umgesetzte Teile (später einmal ?) rund um die RR Spey TW handeln.

Die Spritzrahmen D und F zeigen Innendetails wie zwei verschiedene Martin Baker Schleudersitze, ein großes stabilisierend wirkendes Grundgerüst mit der Hauptfahrwerksaufnahme, das in den Unterflügel eingesetzt wird und Fahrwerkdetails.

Die Spritzrahmen E, G , H bringen die Cockpitdetails zusammen mit Spezifika der Seitenleitwerks-Tops (mit und ohne Marconi Radarwarner). Endkappen für den Rumpf u.a. #G zeigt die Leitwerke für die Raketenbewaffnung, wahrscheinlich aus Platzgründen an dieser Stelle ausgeführt. #H führt FG.1 spezifische Baugruppen auf, u.a. die Pods für ungelenkte Raketen in der Bauweise der Royal Navy und die Stabs der RN mit Slots.

Der Spritzrahmen I entfällt (möglicherweise freigehalten für FGR.2 typische Teile bzw. Bewaffnung ?), im Rahmen #J finden sich Ballast-Körper, die m.W. nur an FG.1 in der vorderen Position der AIM Sparrow mitgeführt wurden (ob.li.), der Zentral-Tank, die beiden Flügeltanks, 8x AIM-9 Sidewinder, 4x AIM-7 Sparrow und je 4x gebremste und ungebremste Freifallbomben.

Spritzrahmen K enthält die TF-Pylone für die Außenlasten.

Spritzrahmen #L entfällt (wahrscheinlich für andere Varianten offen gehalten. Es müssen noch eine größere Anzahl Außenlasten für die FGR.2 irgendwo untergebracht werden, ebenso die unslotted Stabs), Rahmen #M enthält die Klarsichtteile.

Details:

Die Klarsichtteile machen einen hervorragenden Eindruck. Sie sind schlierenfrei, die Rahmenbereiche sind leicht angeraut. Das Windshield ist in die Rumpfaußenhaut integriert, was die Bemalung erleichtert.

Für die Darstellung eines Modells mit geschlossener Haube bietet Airfix ein durchgehendes Bauteil an.

Es findet sich nur eine aller-minimalste kleine Sinkstelle im Cockpitbereich an der linken Rumpfhälfte.

Die Rampen für die TW-Luft-Steuerung machen von der Seite einen guten Eindruck, leider sind die nach hinten gerichteten oben und unten befindlichen Luftauslässe (in den „Hörnern“) verschlossen. Die Angüsse an den Lippen der TW-Lufteinläufe sind sehr unglücklich gewählt.

Die Stabilisatoren können in zwei Stellungen montiert werden, eine in Startstellung für den Katapultstart.

Die Flügel zeigen symbolisch die Oberflächengüte des Bausatzes. Die Zeiten der alten „Orangenhaut“ sind vorbei. Ein Versäumnis sind die nicht im gefahrenen Zustand darstellbaren inneren Landeklappen (Katapultstart). Die Verstärkungsstreifen auf der Flügelunterseite hat es bei den RN FG.1 nie gegeben. Sie sollten heruntergeschliffen werden oder mensch lebt mit dem Manko als Kompromiss.

Die Stabs sind wie schon erwähnt mit Slots, die der FGR.2 waren glatt. Die Cockpitwanne ist ein Allerwelts-Teil, die Konsolendetails liegen sehr kräftig modelliert vor.

Die Hauptfahrwerksräder bedürfen keines Ersatzes durch teures Resin, der Unterflügel erhält eine kräftige Stabilisierung durch einen massiven Einsatz.

Erfreulicherweise sind das das Teleskop-Bugfahrwerk und das normale Bugfahrwerk im Bausatz enthalten.

Ein nettes Detail: Einsätze für die Lackierarbeiten….

Die Außenlasten sind in der Detaillierung auf der Höhe der Zeit.

Der über A4-große Träger der Decals wurde statt des üblichen Scans fotografiert, daher im Anschluss noch ein paar Detailfotos. Gedruckt wurde bei Cartograf. Alles ist versatzfrei, die Farben sind erstklassig getroffen.

Die Bauanleitung liegt als geheftetes 20seitiges DIN-A4-Booklet vor. Die Darstellung folgt der Airfix Philosophie, d.h. keine Übersicht über die Spritzrahmen, eindeutige und klare Bauschritte mit geringst möglicher Teileanzahl, farbige (rot) Markierung des vorherigen Bauschrittes. in die Bauschritte integrierte Bemalungsanweisungen und Platzierungen für die Decals.

Ergänzt wird die Bauanleitung durch einen ausklappbaren Bogen im A3-Format (wie auch die Bemalvorschläge).

Zur Platzierung der Wartungshinweise gibt es eine umfangreiche Anleitungsgrafik, ebenso für die Außenlasten.

Die Bemalanleitung beinhaltet drei Farbvorschäge.

Fazit: Gute Bausätze sind inzwischen in der Regel unverschämt teuer geworden, das triff auch und gerade für Airfix zu. Die günstigsten Angebote für die neue FG.1 liegen zwischen etwa € 53 und € 56. Es lohnt sich, ein wenig im Netz zu stöbern. Die Empfehlung für Detailierungssätze des sogenannten Aftermarkets geht in Richtung Maskiermasken für die Kanzel und Schleudersitze. Airfix hat einen sehr großen Wurf hingelegt.

Andreas Beck, Berlin (Oktober 2026)

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