Original:  Der Chevrolet Monte Carlo ist ein Coupé der oberen Mittelklasse, das die zum General-Motors-Konzern gehörende US-amerikanische Automobilmarke Chevrolet mit Unterbrechungen von 1969 bis 2007 verkaufte. In dieser Zeit entstanden sieben Generationen des Monte Carlo, die technisch jeweils von Chevrolets mittelgroßen Familienwagen abgeleitet waren. Anfänglich gehörte der Monte Carlo zu den Personal Luxury Cars; mit der Wiederbelebung des Modells im Jahr 1999 legte Chevrolet den Schwerpunkt mehr auf Sportlichkeit. Parallelmodell des Monte Carlo bei den anderen GM-Marken waren zeitweise der Pontiac Grand Prix, das Oldsmobile Cutlass- und das Buick-Regal-Coupé. (Wikipedia)

Bausatz: Premiere hatte der Monte Carlo 1986 als 86er Modell bei Monogram. Da das 86er Modell bis auf leichte Veränderungen der Rückleuchtengläser und den vorderen Blinkergläsern mit dem 87er Modell identisch ist, folgte 1999, jetzt unter der Marke Revell, mit geringem Materialaufwand das 87er Modell. 2026 folgte die jetzige Wiederauflage nach vielen Jahren Abwesenheit.

Der Bausatz besteht aus ca. 89 Bauteilen, verteilt auf sechs Spritzrahmen, der Karosserie als Einzelteil, vier Vinylreifen und einem Decalbogen.

Die originalgetreu nachgebildete Karosserie weist feine Oberflächenstrukturen auf. Die aufgeprägten Details wie die Türgriffe, Schließzylinder und Seitenblinker kommen gut zur Geltung. Im Motorraum sind u.a. die Batterie, der Scheibenwaschbehälter Bestandteil der Karosserie. Die dort schon grob „verlegte“ Kabellage sollte man entfernen und durch eine Eigenverkabelung ersetzen. Besonders übel sehen auch die Scheibenwischer aus. Diese weisen an den Wischgummis ein Muster wie eine Harke auf. Also runter mit den Dingern und vom Zubehörmarkt die wesentlich authentisch wirkenden Scheibenwischer als Fotoätzteil montiert. Des Weiteren finden sich spürbar kantige Trennlinien an den C-Säulen und im Dachbereich hinten in voller Breite. Diese sollten sorgfältig vor dem Lackieren geglättet werden. Ebenso befindet sich an dem Kofferdeckel im letzten Drittel in der Breite eine Trennlinie. Dazu gesellen sich noch zwei schwach sichtbare Sinkstellen. Hier muss man nach dem Grundieren schauen inwieweit Nacharbeiten erforderlich sind.

Das Spaltmaß an den Türen und der Kofferklappe sollten eine Nachgravur erhalten. Die Motorhaube wird später lose auf die Karosserie gesetzt. Somit erhält man einen sehr guten Einblick in den Motorraum mit einem mehrteiligen sehr schön detaillierten V8-Motor. Hier fehlt es an Nichts. Verchromte Ventildeckel und Ölwanne, Vergaser, Zündverteiler, Bremskraftverstärker, Starter und der komplette Riementrieb einschließlich Lichtmaschine, Servopumpe und Klimakompressor – alles vorhanden. Für das Auge empfiehlt es sich auf alle Fälle die Zündkabel zu verlegen. Ein positiver Effekt, der mit wenig Aufwand zu bewältigen ist und diesen Bereich realistischer aussehen lässt. Der Kofferdeckel bleibt aus Stabilitätsgründen bei diesem Modell verschlossen. Die Anbauteile an der Außenkarosserie gehen absolut in Ordnung. Außenspiegel setzen sich aus dem Gehäuse und dem verchromten Spiegeleinsatz zusammen.

Die Auspuffanlage ist zweiflutig gehalten und bildet eine eigenständige Einheit. Die Endrohre sollten aufgebohrt werden und die Trennlinien versäubert werden. Der Detailreichtum im Unterbodenbereich fällt zufriedenstellend auf. Tank, Reserveradmulde, Längsträger usw. sind vorhanden. Vorder- und Hinterachse sind relativ einfach im Aufbau aber sehr gut detailliert. Die Lenkung ist aufgrund der einteiligen Achse nicht beweglich. Die Räder werden durch Achszapfen drehbar gehalten. Die Felgen werden verchromt geliefert. Für die Stock-Version gibt es die original Alloy Factory 5-Spoke Felgen. Die Qualität der Verchromung fällt zufriedenstellend aus. Die Bereifung – aus weichem Vinylmaterial – weist ein feines Profil auf. Angaben zum Reifenhersteller an den Flanken gibt es nicht. Bremstechnisch wird der Modellbauer etwas im Dunkeln gehalten. Die runden Scheiben (20) würde ich hier als Bremstrommeln interpretieren. An der Hinterachse geht das in Ordnung. An der Vorderachse wurden Scheibenbremsen verbaut.

Der Innenraum, Instrumentenbord und Sitze sind sehr gut dargestellt. Die typische „Innenraumwanne“ verfügt über strukturierte Innenverkleidungen. Ebenso die zweiteilig gehaltenen Sitze sowie die Rückbank weisen die korrekte Form aus wie beim Original. Die längsgerippten Sitzbezüge sind ebenfalls absolut stimmig und waren damals aus einem Veloursmaterial. Das Kombiinstrument im Armaturenbrett hält noch eine zusätzliche Aufwertung durch Instrumente in Form von einem Decal. Das Lenkrad dazu ist absolut stimmig. Nacharbeiten im Innenraumbereich fallen kaum an. Die Auswurfmarkierungen verschwinden wie so oft in nicht sichtbare Bereiche.

Wenden wir uns der Verglasung zu. Die Materialstärke der Klarsichtteile fällt zufriedenstellend aus. Keine Schlieren, keine Einschlüsse oder sonstige Ärgernisse. Besonders lobenswert sind die fertig eingeschwärzten Scheibenränder.  Die mitgelieferten Scheinwerfergläser weisen die typisch authentische Riffelung auf der Oberfläche auf. Die Rückleuchtengläser gibt es als Klarsichtteil im transparenten Rot. Auf diesem Rahmen befinden sich auch die Rückleuchten für das 86er Modell.

Rückblickend auf die Chromteile. Hier ist es Revell gelungen, den Chromeffekt nicht allzu „fett“ aber brillant erscheinen zu lassen um auch kleine Details sehr gut sichtbar zu halten. Das trifft auch auf die verchromten Motorenteile zu.

Anleitung/Bemalung: Die 12-seitige Bauanleitung in Englisch, Französisch und Spanisch führt einfach und übersichtlich durch 33 Bauabschnitte. Die Bemalungsanleitung bezieht sich auf das firmeneigene Farbensortiment. Der Abziehbilderbogen ist sauber und randscharf gedruckt und bietet u.a. verschiedenfarbige markante Dekorstreifen, Markenlogos, Instrumentierung und Kennzeichen.   

Fazit: Eine willkommene Wiederauflage eines Modellauto-Klassikers. Trotz alters kann und wird dieser Bausatz mit jüngeren und detailreicheren Bausätzen absolut mithalten. Die genannten kleinen Schwächen lassen sich ohne großen Aufwand abstellen. Der Preis geht mit ca. € 35,- in Ordnung.

Der Bausatz ist im gut sortierten Fachhandel und bei Revell erhältlich.

Alexander Hilbig, Berlin (September 2026)

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