Ich wollte schon immer einmal eine Base mit Resinwasser gestalten. Nun habe ich mich endlich an dieses Projekt gewagt und möchte euch dabei mitnehmen. Dabei werde ich die verschiedenen Produkte vorstellen, die ich verwendet habe und auch von meinen Fehlern berichten, damit ihr diese gegebenenfalls vermeiden könnt.
Ich habe mich hauptsächlich auf die Produkte von AK Interactive konzentriert, da diese eine komplette Lösung für die Gestaltung von Wasseroberflächen anbieten. Im Grunde arbeitet man sich in mehreren kleinen Schritten voran: Zunächst wird das Resin für die eigentliche Wasserschicht gegossen, anschließend folgen Wellen und danach verschiedene Effekte zur weiteren Gestaltung.
Zusätzlich habe ich auch klares Resin von Resin4Decor verwendet.

Zunächst benötigt man jedoch eine Base oder eine entsprechende Grundlage, auf der das Wasser dargestellt werden soll. Ich hatte noch den 1/72 Molch von Revell herumliegen, welcher bereits für meinen Airbrush-Vergleich verwendet wurde. Dieser sollte nun eine neue Verwendung finden.
Im Kopf hatte ich die Idee eines gestrandeten Molchs an der Ostseeküste, ohne konkretes Vorbild, sondern einfach eine Szene, die meiner eigenen Vorstellung entsprungen ist.
Ich nahm also ein Stück Styrodur und dort zeigte sich bereits mein erster „Fehler“. Ich besitze keinen Heißdrahtschneider, um das Material sauber zu bearbeiten und somit wurden die Kanten meiner Base eher zu einer Kraterlandschaft als zu einer ebenen Oberfläche.
Doch damit stellte sich direkt die nächste Frage: Wie stellt man hier eine ausreichende Dichtigkeit her, damit das Resin nicht einfach nach unten wegläuft, sondern an der vorgesehenen Stelle bleibt?



Ich mache dies ebenfalls zum ersten Mal und gebe hier lediglich meine eigenen Gedanken und Erfahrungen wieder. Ich erhebe dabei keinen Anspruch darauf, dass meine Vorgehensweise die einzig richtige ist.
Ich habe meine Base zunächst vollständig fertiggestellt, damit das Wasser der letzte Arbeitsschritt ist und ich anschließend nicht mehr mit Farbe oder anderen Materialien an der fertigen Wasserfläche arbeiten muss.
Das Resin von AK Interactive basiert nicht auf Wasserbasis, ebenso wenig wie das von Resin4Decor. Es riecht jedoch bei beiden Produkten nahezu gar nicht, sodass man die Verarbeitung problemlos in der Wohnung durchführen kann.
Ich habe mir keine großen Gedanken über eine spezielle Versiegelung der Base gemacht. Ich ging davon aus, dass die Sandfläche, die ich mit Bastelleim gemischt hatte, als Abdichtung ausreichen würde und das tat sie auch.
Die einzige Sorge, die bestehen blieb, war die Dichtigkeit der Konstruktion, damit das Resin nicht unkontrolliert austreten kann.

Wie im oberen Bild zu sehen, habe ich spontan Balsaholz an die Base geklebt und versucht, die Übergänge von oben und unten mit UV-Resin abzudichten.
Zusätzlich hatte ich im Bastelbedarf – der gerade im Bereich klaren Resin sehr gut aufgestellt ist, da dort viele schöne Projekte umgesetzt werden und es unglaublich viel Zubehör gibt – ein Resinklebeband gekauft. Dieses soll die Übergänge und Kanten abdichten.
Leider bot das Klebeband nicht die Steifigkeit, die ich erwartet hatte und bog sich deutlich nach außen, also klebte ich mehr schichten um eine gewisse Stabilität rein zubekommen. Da ich nun eine Holzoberfläche als Untergrund hatte, kam wieder die Angst, es könnte undicht sein, da das Klebeband dafür nicht gedacht ist.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nichts zur Hand, um eine wirklich stabile Lösung umzusetzen. Daher entschied ich mich, es dabei zu belassen, da es ohnehin als Lernprojekt gedacht war.


Das „Resin Water“ von AK Interactive ist nahezu geruchslos und kann daher problemlos in der Wohnung verwendet werden. Es besteht aus zwei Komponenten, einer Flasche 1 und einer Flasche 2. Das Mischungsverhältnis ist auf der Verpackung klar angegeben.
Ich habe zusätzlich zwei Tropfen helles Blau sowie einen Tropfen Grün hinzugegeben (einfach acryslbased Farbe die ich liegen hatte). Diese geringe Menge war noch problemlos möglich, sodass das Wasser weiterhin seine Transparenz behielt. Auf dieses Thema werde ich später noch einmal genauer eingehen.

Beim Gießen sollte man auf jeden Fall die maximale Gießhöhe beachten. Diese Angabe befindet sich normalerweise ebenfalls auf dem Resin. Während des Aushärtens entwickelt das Material Wärme und kann bei zu großen Schichtstärken sehr heiß werden. Wird die angegebene Gießhöhe nicht beachtet, kann das Resin reißen oder im schlimmsten Fall sogar das Modell beschädigen.
Laut Hersteller soll das Resin blasenfrei aushärten, ganz ohne Blasen war es bei mir jedoch nicht. Daher habe ich mit einem kleinen Gasbrenner die aufsteigenden Blasen entfernt. Dazu hält man die Flamme nur ganz kurz über die betroffene Stelle, wodurch die Blase sofort verschwindet.
Selbstverständlich muss man bei dieser Methode äußerst vorsichtig sein, um weder das Resin noch die bereits fertige Base oder das Modell zu beschädigen.
Nun hieß es 24h warten, bis das Resin ausgehärtet war.


Jetzt sieht man natürlich direkt, dass zwei unterschiedliche Schichten entstanden sind. Offenbar hatte ich die Base nicht vollständig dicht bekommen, denn etwa ein Drittel des Resins ist ausgelaufen.
Also mischte ich am nächsten Tag eine kleine Menge Resin4Decor an und goss diese oben auf. Ich verwendete dabei die gleiche Menge Farbe wie zuvor, trotzdem wirkte das Resin4Decor etwas trüber. Im Nachhinein würde ich beim nächsten Versuch eher auf transparente Farben speziell für Epoxy Resin zurückgreifen, da ich denke, dass das Ergebnis dadurch besser wirken würde.
Beide Resinsorten ließen sich jedoch problemlos verarbeiten und konnten überzeugen. Nach dem Aushärten waren sie steinhart und nahezu vollständig blasenfrei. Auch das Klebeband ließ sich extrem gut von der Resinoberfläche ablösen und hinterließ ein perfektes Finish. In dieser Hinsicht kann ich das Klebeband wirklich uneingeschränkt empfehlen. Die Oberfläche wird extrem glatt.
Eventuell wäre es beim nächsten Projekt sinnvoll, eine stabile Umschalung zu bauen und diese anschließend mit dem Klebeband auszulegen. Dadurch könnte man eine saubere Begrenzung schaffen und gleichzeitig von der glatten Oberfläche profitieren.
Als nächstes kam das AK Water Gel Transparent zum Einsatz. Dieses Gel härtet klar aus und soll eine wellige Wasseroberfläche erzeugen. Alle weiteren Produkte von AK sind auf Acryl Basis, was die Reinigung enorm vereinfacht und Fehler leichter behoben werden können.
Man kann es einfach mit einem Pinsel auftragen und die Oberfläche etwas wellig gestalten oder alternativ mit der Airbrush leicht anblasen, um entsprechende Strukturen zu erzeugen. Nach etwa 15–20 Minuten beginnt das Gel bereits langsam fest zu werden.

Nachdem es ausgehärtet war, sah das schon wirklich super aus.


Nun folgte das AK Water Gel Effects. Dieses soll aufgewirbeltes Wasser darstellen. Es wird ebenfalls einfach mit dem Pinsel aufgetragen und ermöglicht es, die Oberfläche noch etwas stärker zu modellieren und zusätzliche Strukturen einzuarbeiten.



Ich muss sagen, zu diesem Zeitpunkt sah das Ganze mit am besten aus. Ich wollte jedoch alle Produkte testen, also kam nun der AK Water Foam Effect zum Einsatz. Dieser soll Schaum darstellen, wie er beispielsweise beim Brechen von Wellen entsteht.
Nun, hier hätte ich wohl etwas vorsichtiger vorgehen sollen. Auch dieser Effekt wird einfach mit dem Pinsel aufgetragen.

Nach diesem Schritt kam noch ein letztes Mal das AK Water Gel Transparent zum Einsatz, um der Oberfläche den perfekten Glanz zu verleihen. Damit war die „Sidequest Wasserdiorama“ soweit fertiggestellt.
Nachdem ich nun einiges gelernt habe, kann ich es kaum erwarten, das nächste Diorama mit Wasser zu bauen.
Es macht enorm viel Spaß und ich kann es jedem nur empfehlen, es einmal selbst auszuprobieren. Die angebotenen Produkte machen den Einstieg wirklich einfach und ermöglichen auch ohne große Vorerfahrung beeindruckende Ergebnisse.
Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig mitnehmen und vielleicht auch etwas Neues zeigen. Bis zum nächsten Bericht!




Florian Schuster, Berlin (August 2026)

