Vorbild: Die Fw 190D-9 unterschied sich von den A- und F-Reihen der Fw-190 durch den Wechsel vom Sternmotor BMW 811 zum Reihenmotor Jumo 213 und einer 50-cm-Verlängerung des hinteren Rumpfes durch Einsetzen eines tonnenförmigen Teiles. Von der „Dora“ flogen mindestens 700 Maschinen ab Sommer 1944 und ermöglichten der Luftwaffe, wieder mit den alliierten Begleitjägern mitzuhalten, auch in Höhen über 6000 m. Die Fw 190D-9 war bis zu 700 km/h schnell und wies zwei 20mm MG 151 in den Flügeln und zwei 13mm-MG über dem Motor auf.


Bausatz: In seiner Focke-Wulf-Reihe schiebt MiniArt jetzt eine frühe Fw 190D-9 nach. Im stabilen Karton liegen zwölf graue Spritzlinge mit rund 160 Teilen und fünf Klarsichtteilen. Dazu kommen Abziehbilder und eine Bauanleitung.



Die großen Bauteile bestechen durch viele Details, fein versenkte Gravuren, sehr gut dargestellte Oberflächenstrukturen, wie z.B. dezente Nietreihen. Alle Gravuren sind sehr fein, aber für meinen Geschmack zu tief geraten.








Die Hauptfahrwerkschächte und das Fahrgestell sind originalgetreu wiedergegeben. Das Fahrgestell muss nachgearbeitet werden, da teilweise ein leichter Versatz/Gussgrat vorhanden ist. Die Form der Auspuffrohre ist stimmig, was man aber von der Oberflächendetaillierung nicht sagen kann. Alle Ruderflächen liegen separat vor und besitzen dünne, scharfe Hinterkanten. Das Querruder (Teil 56) ist weniger gelungen. Der in einem Extrarahmen gelieferte Propeller ist sehr dünn und hat richtige Form und Abmessungen. Man kann zwischen einem Sitz mit und ohne angegossene Gurte wählen.
Die kleine viereckige Lüftungsklappe unter der Windschutzscheibe gab es nur auf der linken Seite.

Die separat verpackten frühen flachen Cockpithauben sind zwar glasklar gegossen, aber für den Maßstab viel zu dick.
Anleitung/Bemalung: Die farbige A4-Bauanleitung ist klar gegliedert und besticht durch übersichtliche Zeichnungen. Sie führt über 23 Schritte zum Ziel. Sauber gedruckte Abziehbilder liefern die Dekoration von zwei Luftwaffenflugzeugen. Dazu gehören Wartungs- und Sicherheitshinweise sowie Instrumentendecals.










Fazit: Es ist ein anspruchsvolles Modell. Der Bau bereitet keine größeren Schwierigkeiten, erfordert aber während der Montage eine gewisse Sorgfalt. Einige Teile wurden m.E. zu stark zergliedert, z.B. die vierteilige Kühlerhaube.
B. Purschke, Berlin (Juni 2026)

